EinStakeholder
Vorsteher und Richter
- 25. Oktober 2020
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An Bord von Flug 93 erfahren Menschen am Telefon von den anderen Anschlägen. Passagiere und Besatzungsmitglieder wehren sich. Um 10:03 Uhr stürzt die Maschine bei Shanksville ab. Niemand überlebt. Ihr Widerstand verhindert den geplanten Einschlag in Washington. Die letzten Sekunden bleiben teilweise ungeklärt (National Park Service, o. J.: Flight 93).
Meine Mutter fuhr damals zufällig an mir vorbei, hielt an und erzählte, in Amerika seien Raketen eingeschlagen. Abends gab es einen Sleepover mit der hübschen Steffi und der smarten Kathrin: Tekken auf der PlayStation, dazu Radler. Susen hatte den Bus verpasst und sich danach „krankgemeldet“. Über allem lag die Berichterstattung: RTL, Peter Kloeppel, diese Bilder in Dauerschleife. Die Weltgeschichte hatte sich ungefragt dazugesetzt.
25 Jahre später: ein Jahrestag, kein Jubiläum zum Anstoßen. 2.977 Menschen wurden ermordet, die 19 Täter nicht mitgezählt. Die Folgen dauern an. Gedenken heißt auch Versorgung und Aufklärung. Heldenreden sind preiswerter.

Zwei Maschinen trafen die WTC-Zwillingstürme, Flug 77 das Pentagon; Flug 93 stürzte in Pennsylvania ab. Die belastbare Rekonstruktion führt zu Al-Qaida (9/11-Kommission, 2004: The 9/11 Commission Report, Kap. 1, 5, 7–8). Flug UA23 blieb am Boden. Ob ein fünfter Entführungsversuch verhindert wurde, ist nicht bewiesen.
15 der 19 Entführer waren Saudis. Das beweist keine Regierungsverantwortung. Brisanter sind konkrete Hilfsleistungen: Omar al-Bayoumi unterstützte 2000 Nawaf al-Hazmi und Khalid al-Mihdhar bei Wohnung und Alltagsorganisation in Kalifornien. Beide gehörten später zu den Entführern von Flug 77.
Was wusste Bayoumi? Für wen handelte er? Freigegebene FBI-Unterlagen zur „Operation Encore“ befassen sich mit möglichen Unterstützern, darunter dem saudischen Diplomaten und Geistlichen Fahad al-Thumairy. Hinzu kommen Botschaftskontakte und britische Asservate: ein Washington-Video sowie eine Flugzeugskizze mit Berechnungen.
Die Kläger sehen Hinweise auf Ausspähung und Anschlagsvorbereitung; Bayoumi und Saudi-Arabien widersprechen. Die Bedeutung der Funde muss im Zusammenhang mit den Hilfsleistungen geprüft werden. Hier setzt die WDR-Recherche an:
Saudi-Arabien legte Berufung ein. Am 5. November 2025 wurden die Verfahren gegen das Königreich während ihrer Prüfung ausgesetzt. Auch der WDR nennt zum September 2026 die Berufung. Für die Angehörigen geht das Warten weiter (G. B. Daniels, 5.11.2025: Aussetzungsbeschluss im selben Verfahren).
Öl, Waffen und Sicherheitskooperation verbinden Washington und Riad. Welche Ermittlung wurde beeinflusst, welche Akte weshalb zurückgehalten? Das muss konkret belegt werden.
NIST, das National Institute of Standards and Technology, ist die US-Bundesbehörde für Messwesen und Standards. Bei den Zwillingstürmen beschreibt sie das Zusammenwirken von Einschlagschäden, beschädigtem Brandschutz und hitzebedingter Schwächung.
WTC 7 wurde von keinem Flugzeug getroffen. NIST führt den Kollaps auf lang anhaltende Brände und fortschreitendes Strukturversagen zurück. Auch die kurze Phase mit Erdbeschleunigung wird berücksichtigt; sie allein beweist keine Sprengung (NIST, 2005/2008: Untersuchungsberichte zu WTC 1/2 und WTC 7; ergänzende FAQs).
LIHOP bedeutet „Let It Happen On Purpose“: US-Verantwortliche hätten die Anschläge bewusst geschehen lassen. MIHOP steht für „Make It Happen On Purpose“: Staatliche Stellen hätten sie selbst organisiert oder inszeniert. Die Kürzel benennen Vorwürfe, keine Forschungsergebnisse.
Warnungen und Fehler sind belegt, bewusste Duldung oder eigene Täterschaft folgen daraus nicht. Auch spätere Vorteile beweisen keine Urheberschaft. Sonst wäre der Regenschirmverkäufer bei jedem Wolkenbruch tatverdächtig.
Behauptungen und offene Fragen im Überblick:
| Thema | Behauptung / Frage | Einordnung |
|---|---|---|
| LIHOP | Konkretes Vorwissen, bewusstes Zulassen | Warnungen sind belegt, absichtliches Zulassen nicht. |
| MIHOP / „Inside Job“ | US-Stellen inszenierten 9/11 | Keine belastbare Beleglage dafür; die Rekonstruktion führt zu Al-Qaida. |
| WTC-Sprengung | Kontrollierte Sprengung der Türme und WTC 7 | NIST erklärt die Einstürze durch Schäden und Brandfolgen; es fand keine bestätigenden Sprengungsbelege. |
| Pentagon-Rakete | Rakete statt Flug 77 | Die materielle und dokumentarische Beleglage stützt Flug 77. |
| Abschuss von Flug 93 | Militärischer Abschuss | Die Rekonstruktion stützt den Absturz während des Widerstands an Bord. |
| UA23 | Verhinderter fünfter Entführungsversuch | Verdachtsmomente, kein öffentlich gesicherter Nachweis des Plans. |
| Saudisches Helfernetz | Wissentlich geleistete Hilfe in staatlichem Auftrag? | Hilfen belegt; Wissen, Auftrag und staatliche Zurechnung umstritten. |
„Verschwörungstheorie“ darf kein Aktenvernichter mit akademischem Etikett werden. Fehlende Belege sind umgekehrt kein Beweis perfekter Vertuschung.

Terrorismus ist eine Methode politischer Gewalt. Eine Methode kapituliert nicht. Wie aus dem Schock Politik wurde, zeigt
Al-Qaida operierte in Afghanistan unter dem Schutz der Taliban. 2001 begann der Krieg. Zwanzig Jahre später kehrten die Taliban an die Macht zurück.
Eine Beteiligung Saddam Husseins an 9/11 wurde nicht belegt. Die zur Begründung des Irakkriegs 2003 behaupteten Bestände an Massenvernichtungswaffen wurden nicht gefunden. Chilcot kritisierte 2016 übertriebene Gewissheit bei der Bedrohungsdarstellung. Am Anfang standen Zweifel. Am Ende standen Panzer (The Iraq Inquiry, 2016; Regierungserklärung zu den Befunden, 6.7.2016).
Guantánamo und CIA-Folter gehören zur Bilanz. „Verschärfte Verhörmethoden“ klingt nach Fortbildung; gemeint war Gewalt. Der Senatsbericht widersprach 2014 zentralen CIA-Behauptungen. Ein Folterverbot ist ohnehin keine Kosten-Nutzen-Rechnung (US-Senat, 2014: Committee Study of the CIA’s Detention and Interrogation Program, Findings and Conclusions).
Europol beschreibt digitale Radikalisierung, die Ansprache junger Menschen und lose Netzwerke. Auch Einzeltäter können online eingebunden sein. Generative KI erleichtert extremistische Propaganda. Den nächsten Anschlag sagt das nicht voraus (Europol, 2026: European Union Terrorism Situation and Trend Report).

Konventionelle Gewalt bleibt relevant. Biologische, chemische, radiologische und nukleare Risiken sind nicht gleich wahrscheinlich. Radioaktive Kontamination ist keine Atomexplosion. Elektromagnetische Störungen können Elektronik beeinträchtigen, verursachen aber nicht automatisch einen flächendeckenden Blackout. Cyberangriffe sind ein eigener Angriffsweg (CISA, 2019: EMP Protection and Resilience Guidelines; NRC, o. J.: Backgrounder on Dirty Bombs).
Vorsorge braucht Rettungsdienste, verlässliche Information und kontrollierbare Befugnisse. Pauschaler Verdacht gegen Bevölkerungsgruppen verlängert die Einschüchterung. Terror wirkt über den Tatort hinaus. Wir entscheiden mit, wie weit.
- Was ist belastbar belegt – mit welcher Quelle?
- Welche konkrete Frage zu Saudi-Arabien, Behördenversagen oder Akten bleibt offen?
- Welche künftigen Risiken sind plausibel, und welche Vorsorge schützt unsere Menschen-, Grund- und Bürgerrechte?
Transparenz: Mit Unterstützung generativer KI formuliert.