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Die Zen-Lehre

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.057
AW: Die Zen-Lehre

"...wer sagt mir denn dass die Budhisten richtig liegen.."(Baronesse de Berjaraque).
Nur du selbst.
Ich denke:
Wenn ich mich mit einer Religion/Philosophie etc. beschäftige + diese für mich praktizierbar halte, ist sie auch für mich richtig, da lass' ich mir nicht reinreden.

Kleines Beispiel: Ich unterschreibe die 10 Gebote, finde Jesus' Bergpredigt geil + bemühe mich, die 8 buddhistischen Achtsamkeitsübungen zu praktizieren.

Und darum gibt es keinen richtigen, keinen falschen Glauben.
Es muss für dich der/das RICHTIGE sein.
Mach Alles wie DU willst, doch schade niemanden und überdenke stets die Konsequenzen, was dein Tun hinterläßt und hinterlassen wird.
Auch noch morgen und in nicht mehr absehbarer Zeit.
So handelst du richtig.
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.057
AW: Die Zen-Lehre

Es war einmal eine alte chinesische Frau, die zwei große Schüsseln hatte, die von den Enden einer Stange hingen, die sie über ihren Schultern trug.

Eine der Schüsseln hatte einen Sprung, während die andere makellos war und stets eine volle Portion Wasser fasste. Am Ende der langen Wanderung vom Fluss zum Haus der alten Frau war die andere Schüssel jedoch immer nur noch halb voll. Zwei Jahre lang geschah dies täglich: die alte Frau brachte immer nur anderthalb Schüsseln Wasser mit nach Hause. Die makellose Schüssel war natürlich sehr stolz auf ihre Leistung, aber die arme Schüssel mit dem Sprung schämte sich wegen ihres Makels und war betrübt, dass sie nur die Hälfte dessen verrichten konnte, wofür sie gemacht worden war.

Nach zwei Jahren, die ihr wie ein endloses Versagen vorkamen, sprach die Schüssel zu der alten Frau: "Ich schäme mich so wegen meines Sprungs, aus dem den ganzen Weg zu deinem Haus immer Wasser läuft."

Die alte Frau lächelte. "Ist dir aufgefallen, dass auf deiner Seite des Weges Blumen blühen, aber auf der Seite der anderen Schüssel nicht?"
"Ich habe auf deiner Seite des Pfades Blumensamen gesät, weil ich mir deines Fehlers bewusst war. Nun gießt du sie jeden Tag, wenn wir nach Hause laufen. Zwei Jahre lang konnte ich diese wunderschönen Blumen pflücken und den Tisch damit schmücken. Wenn du nicht genauso wärst, wie du bist, würde diese Schönheit nicht existieren und unser Haus beehren."

Jeder von uns hat seine ganz eigenen Macken und Fehler, aber es sind die Macken und Sprünge, die unser Leben so interessant und lohnenswert machen.
Man sollte jede Person einfach so nehmen, wie sie ist und das Gute in ihr sehen.

Also, an all meine Freunde mit einem Sprung in der Schüssel, habt einen wundervollen Tag und vergesst nicht, den Duft der Blumen auf eurer Seite des Pfades zu genießen.
(Verfasser leider nicht bekannt):norma:

Die Geschichte gibt über 34.000x im Internet und passt so gut zum ZEN-thread.
Doch diese Geschichte ist sehr alt. Das ist die Vielfältigkeit im Leben, alles hat zwei Seiten. Es gibt nur GUTE und ein bisserl nicht so GUTE, doch schlechte Nein, dies würde ich verneinen, man lernt immer wieder dabei. Ist das nicht schön? auch wenn grantige Menschen deines Weges kommen, grüße sie.
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.057
AW: Die Zen-Lehre

Die Geschichte gibt über 34.000x im Internet und passt so gut zum ZEN-thread.
Doch diese Geschichte ist sehr alt. Das ist die Vielfältigkeit im Leben, alles hat zwei Seiten. Es gibt nur GUTE und ein bisserl nicht so GUTE, doch schlechte Nein, dies würde ich verneinen, man lernt immer wieder dabei. Ist das nicht schön? auch wenn grantige Menschen deines Weges kommen, grüße sie.


Eine sehr lehrreiche Geschichte! Gäbe es die "negative Seite" nicht, könnte man die positive nicht erkennen. Man kann also das "Gute" nur erfahren, wenn man das "Böse" bereits kennt. Beide Seiten gehören somit zusammen. Es gibt kein Licht ohne Finsternis....
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.057
AW: Die Zen-Lehre

"...wer sagt mir denn dass die Budhisten richtig liegen.."(Baronesse de Berjaraque).
Nur du selbst.
Ich denke:
Wenn ich mich mit einer Religion/Philosophie etc. beschäftige + diese für mich praktizierbar halte, ist sie auch für mich richtig, da lass' ich mir nicht reinreden.
Allerdings habe ich beim Beschäftigen mit Religionen/Philosophien etc. festgestellt, dass da immer Punkte waren, die ich für mich als ungut/unrichtig empfand, deshalb hab' ich mir meine eigene Philosophie 'zusammengeschustert' + komme gut drauf klar.
Kleines Beispiel: Ich unterschreibe die 10 Gebote, finde Jesus' Bergpredigt geil + bemühe mich, die 8 buddhistischen Achtsamkeitsübungen zu praktizieren.

Ja diese Ansätze gefallen mir persönlich ganz gut, so von Allem etwas...;)

Ich würde zu den 10 Geboten noch einige der " Todsünden " als Masstab nehmen usw. usw.

Generell ist es doch so, dass Religionen und die Menschen, welche sie entstehen ließen, versuchen bestimmten Gruppen von Leuten eine Hilfe zur Lebensorientierung zu sein. Der Mensch braucht manchmal eben ein wenig Anleitung, da er nicht immer mit der eigenen Intuition oder dem was man ihm sonst so vorlebt zurecht kommt.

Wenn man dann aber seine Religion zur einzig wahren auserkoren hat und denkt und handlet nur noch aus dieser Prägung heraus...wird's bedenklich bis schwierig.

Zum Einen wird man intollerant und engstirnig, zum Anderen kann man Manipulateuren zum Opfer fallen, welche Religionen benutzen um Macht und Eigeninteressen durchzusetzen.

Gruß

Baronesse
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.057
AW: Die Zen-Lehre

Mal wieder etwas Neues zum ZEN:


Die KOAN´s sind nicht so alt, wie man denkt, auch nicht in jeder ZEN-Schule
werden KOAN´S unterrichtet. Auch braucht man zur Erleuchtung keinen KOAN.

ZEN ist auch keine RELIGION, sondern jeder Mensch kann diese Übungen machen und macht sie auch. Ob er sie ZEN oder "Meditieren im Wachzustand" nennt, ist unerheblich. Das Schöne am ZEN ist, man benötigt nur sich SELBST, darum lebe einfach, aber respektvoll und du lebst ZEN. Du benötigst keine Schriften, Tempeln, Priester, Rituale.
Also einfach nur mal im Sessel zu sitzen und mit einem Freund sinnieren und die Schönheit der Natur zu beobachten und du lebst ZEN.:-D
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.057
AW: Die Zen-Lehre

Eine sehr lehrreiche Geschichte! Gäbe es die "negative Seite" nicht, könnte man die positive nicht erkennen. Man kann also das "Gute" nur erfahren, wenn man das "Böse" bereits kennt. Beide Seiten gehören somit zusammen. Es gibt kein Licht ohne Finsternis....


@solly, von einem intellektuellen Gesichtspunkt aus gesehen muss man sich fragen, warum ein unbefleckter Asket nicht ins Nirwana eingeht, und ein befleckter Bhikkhu nicht in die Hölle kommt.

ZEN findet eine Menge Verbindungen >> erst wenn das eine verstanden wird >> ergibt sich auch der Sinn des anderen. Weisheit kann nicht gelehrt werden, man kann sie erfahren.
Doch sie in Worte zu fassen ist auch fast bis gänzlich unmöglich, sie ist jenseits jeder Dimension.
Der Verstand ist ein nützlicher Diener, doch zeitweise auch der dich "versklavt".
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.057
AW: Die Zen-Lehre

Würde eigentlich in einige threads passen, doch im ZEN ist Selbstbetrachtung und Selbsterforschung = nachdenken, Nachbesinnung.



Wozu sollen uns die "heiligen Bücher" helfen? Damit wir vergessen die Wahrheit, Ideen, Vorstellungen vom wahren Leben zu suchen.
Sicher geben uns diese Bücher Anleitungen zum Weiterdenken, doch mehr? Ist das Leben nicht selbst heilig?
Und wir sollten Bücher verschlingen, vor zig tausend Jahren niedergeschrieben, nie erneuert!
Schrieben Meister ihre Gedanken und Anweisungen selbst nieder?
Nein.
Alle Schriften, alle Vorstellungen, alle Religionen und Weisheitslehren dienen bloß dazu, Dich unfrei und gläubig zu machen, anstatt wissend-religiös zu machen.
Sie geben nur vor den Weg zu Gott zu kennen und den Weg in die Freiheit.

Wer die Hingabe an das Leben lebt, braucht weder eine Religion, noch eine Glaubensgemeinschaft, keine Partei, keine Bücher, keine Heiligen, keine Meister und Gurus, denn er hat ja alles, was er braucht. SICH SELBST, das ist mehr als genug, wie soll ein Anderer wissen, was mir gut tut.

Ein Philosoph orakelte:
„Ein weiser Mensch sollte alles
geringschätzen und nach Nichts streben
als nach der Erkenntnis seiner Selbst. Denn
kein Wissen ist höher und bringt
größere Machtvollkommenheit,
als die Kenntnis unseres eigenes Wesens.“
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.057
AW: Die Zen-Lehre

talk with @tele:

Denke nur mal, du hast inkarniert.
Warum wohl?
Um weiterzukommen.
Dein Mentalkörper ist ja schon weit, nur noch nicht fertig, was immer, das heißen will/soll.
Wir s(w)ollen nicht urteilen und werten.
Um das zuerlernen, sind wir auf dieser Welt inkarniert.
Um Gefühle zu erleben/erkennen, werden wir diesen Emotionalkörper benötigen.
Um diese-beiden Körper, wieder in eins münden lassen zu können.
Sind wir dann jenseits von werten, urteilen, erfahren, dann sind wir Richtung Satori (Erleuchtung/ich brauche auch Erfahrung) unterwegs.
a-roy hatte mal so einen Koan gebracht mit dem Händeklatschen.
""Welche Hand machte den Lärm/Laut?""
Dann sind wir nicht mehr ein Teil des Meeres, sondern das Meer selbst.
Bis wir allerdings dahin kommen, liegt uns wohl ein langer Weg zu gehen, vor uns.
Nur jeder Weg bringt uns ans Ziel.:highfive:
 

Telepathetic

Groß-Pontifex
1. Juli 2010
2.972
AW: Die Zen-Lehre

Hallo Kriegerin,

Ich kann nicht mehr daran glauben, dass wir inkarnieren, um gewisse Erfahrungen zu machen.
Ich weiß aber, dass es Karma gibt, welches wir erfahren können und ändern, wenn es uns nicht gefällt.
Das Nirwana allerdings soll erreicht werden und das wäre ein Zustand in dem keine Spuren mehr hinterlassen werden, sich weder gutes noch schlechtes Karma anhäufen kann. Ich aber bin und damit hinterlasse ich Spuren.
Ich sehe das so, die Zen-Lehre soll uns in unser eigenes Leben führen, in das, was wir fühlen, denken, wollen.
Anstatt michzu entgrenzen, führt mich ZEN in meinen Körper und vereint (mit der Zeit und einigen Krisen) physischen Körper mit seinen Gefühlen und Gedanken, wie Du Kriegerin schon geschrieben hast.
Vielleicht meinen wir bereits das selbe Ziel, aber der Gebrauch unserer Worte scheint Differenzen zu zeigen.
Zen ist mit Worten nicht zu beschreiben, aber Worte können zum Zen führen, es skizzieren. Abgesehen davon existieren Worte und Gedanken nunmal, sind Teil des Dharma-Leibes.
Zuviel Worte können die Regungen des Geistes im Körper verdecken. Deshalb soll auf den Atem geachtet werden.

Gruß,

Tele
 

lumin

Auserwählter Meister der Neun
29. Januar 2010
987
AW: Die Zen-Lehre

Hallo Kriegerin,

Ich kann nicht mehr daran glauben, dass wir inkarnieren, um gewisse Erfahrungen zu machen.
Ich weiß aber, dass es Karma gibt, welches wir erfahren können und ändern, wenn es uns nicht gefällt.
Das Nirwana allerdings soll erreicht werden und das wäre ein Zustand in dem keine Spuren mehr hinterlassen werden, sich weder gutes noch schlechtes Karma anhäufen kann. Ich aber bin und damit hinterlasse ich Spuren.

Tele
Wenn du Nirvana so verstehst, kann ich dich verstehen, aber ganz so ist es nicht.
Nirvana und Samsara sind ein und der gleiche Ort, nur verschieden wahrgenommen. Im Nirvana verlierst du deine Handlungsfähigkeit nicht genauso wie du nicht deine Erlebnisfähigkeit verlierst. Allerdings bist du als Erleuchteter nach der endgültigen Einkehr ins Nirvana nicht mehgr von deinen Freunden zu erkennen. Du bist dann alles Hilfsvolle und Freudvolle,was nützlich ist und empfindest das pure Sein als unübertreffbares Glück, dauerhaft, unzerstörbar. Du hinterlässt also sehr wohl sichtbare Spuren (z.B. als Oase in der Wüste), wirst aber nicht als solches erkannt oder wahrgenommen.
Der Inkarnationsgedanke ist im übrigen nur eine logische Konsequenz des Karma-Prinzips (=Ursache und Wirkung). Wer das Karmaprinzip als richtig erkennt kommt irgendwann zwangsläufig zu der logische Folge, dass die Inkarnation real ist. Aber auch hier gilt wieder, nicht bloss glauben, sondern selber genügend nachdenken und meditieren, bis es erfahren wurde. Nichts schlucken, was den Hals quer runtergeht.
LG
Lumin
 

Telepathetic

Groß-Pontifex
1. Juli 2010
2.972
AW: Die Zen-Lehre

Danke Kriegerin,

auch Dir viel Spass.
Tele verneigt sich. :traurig:
Schade, dass die Diskussion hier aufhört. Das meiste, was ich geschrieben habe, müsste aber mit der buddhistischen Auffassung harmonieren.

Ich hoffe auf weitere Begegnungen hier im Forum, :)

Tele


@lumin

Ich wende mich nur gegen den Gedanken, dass wir inkarnieren UM eine Erfahrung zu machen. Wir machen eine Erfahrung und wenn wir nichts daraus lernen, dann werden wir die Erfahrung so lange machen, bis wir den Fehler einsehen und uns anders verhalten. An der Stelle wird dann das Rad der Wiedergeburt angehalten.

LG Tele
 
Zuletzt bearbeitet:

lumin

Auserwählter Meister der Neun
29. Januar 2010
987
you're welcome.
Lumin

Danke Kriegerin,

auch Dir viel Spass.


@lumin

Ich wende mich nur gegen den Gedanken, dass wir inkarnieren UM eine Erfahrung zu machen. Wir machen eine Erfahrung und wenn wir nichts daraus lernen, dann werden wir die Erfahrung so lange machen, bis wir den Fehler einsehen und uns anders verhalten. An der Stelle wird dann das Rad der Wiedergeburt angehalten.

LG Tele
Wir incarnieren, weil wir von der Gewohnheit her anhaftend sind und nach den im Geist erscheinenden Dingen greifen. Könnten wir das sosein einfach nur erfahren und erkennen, endet das Greifen nach neuen Erfahrungen. Wenn du Fehler erkennst und korrigierst, so erscheint dieser Eindruck des Fehlers nicht mehr, das Rad ist aber noch nicht angehalten. Viele Gewohnheiten und viele Eindrücke gilt es zu meistern.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Telepathetic

Groß-Pontifex
1. Juli 2010
2.972
AW: Die Zen-Lehre

, das Rad ist aber noch nicht angehalten. Viele Gewohnheiten und viele Eindrücke gilt es zu meistern.

Ja. Ich hatte geschrieben "An der Stelle wird das Rad der Wiedergeburt angehalten." Ich hätte schreiben sollen, dass ein Rad von vielen Rädern vieler Wiedergeburten angehalten wird.

Tele
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.057
AW: Die Zen-Lehre

Danke Kriegerin,

auch Dir viel Spass.
Tele verneigt sich. :traurig:
Schade, dass die Diskussion hier aufhört. Das meiste, was ich geschrieben habe, müsste aber mit der buddhistischen Auffassung harmonieren.

Ich hoffe auf weitere Begegnungen hier im Forum, :)
LG Tele

Ja. Ich hatte geschrieben "An der Stelle wird das Rad der Wiedergeburt angehalten." Ich hätte schreiben sollen, dass ein Rad von vielen Rädern vieler Wiedergeburten angehalten wird.

Tele


Sicher, ich wollte dir aber auch Zeit zum Nachdenken lassen. Zum Buddhismus, der dich schon ein bisschen in seinen Klauen hat (hahaha) hat dir @lumin: tolle Erklärungen gegeben und ich denke, er fand ausgezeichnete Worte, die dich auch weiterbringen.
Zur Wiedergeburt: immer und immer wieder dieselbe Situation, selbige Menschen, Umgebung, Handlungen, bis man endlich entschließt aus dieser Sache auszusteigen. (Bis du dein DING-DONG erfährst.)
Neue Erkenntnisse zu bekommen. Ein Rad dreht sich und je schneller es sich dreht, umso schwerer ist der Mittelpunkt zu erkennen.
Und schon kannst du die einzelne Speiche nicht mehr erkennen.

Was ist die Wahrheit im ZEN-Buddhismus?
Die Paradoxie: Behauptungen
1. bejahend
2. verneinend
3. weder bejahend noch verneinend
4. beides, bejahend und verneinend.
 

Telepathetic

Groß-Pontifex
1. Juli 2010
2.972
AW: Die Zen-Lehre

Zum Buddhismus, der dich schon ein bisschen in seinen Klauen hat (hahaha) hat dir @lumin: tolle Erklärungen gegeben und ich denke, er fand ausgezeichnete Worte, die dich auch weiterbringen.

Nirvana und Samsara sind ein und der gleiche Ort, nur verschieden wahrgenommen. Im Nirvana verlierst du deine Handlungsfähigkeit nicht genauso wie du nicht deine Erlebnisfähigkeit verlierst. Allerdings bist du als Erleuchteter nach der endgültigen Einkehr ins Nirvana nicht mehgr von deinen Freunden zu erkennen. Du bist dann alles Hilfsvolle und Freudvolle,was nützlich ist und empfindest das pure Sein als unübertreffbares Glück, dauerhaft, unzerstörbar. Du hinterlässt also sehr wohl sichtbare Spuren (z.B. als Oase in der Wüste), wirst aber nicht als solches erkannt oder wahrgenommen.

Ich bin stark vom Buddhismus geprägt. Ich habe Hesse's "Siddhartha" mit Begeisterung gelesen. Ich liebe Buddha's Anliegen, dass seine Zuhörer kritisch sein sollen und für sich selbst entscheiden, was sie wollen.
Ich mag den Respekt vor dem Selbst . Ich gehöre keiner Religion an, würde aber immer eher Buddhist sein wollen. Meine Erfahrungen mit einer christlichen Gemeinde haben mich die christliche Religion endgültig verneinen lassen.

Ich bin mir aber ziemlich sicher (hm, woher soll ich das wissen?:wink:), ich hoffe, dass wir auf der selben Spur sind. Meine Meinung: es braucht mehr Wärme und Respekt hier auf der Welt. Buddha würde jetzt wohl sagen: "Fange bei Dir an!" Buddha, Du hast recht !

@lumin
Kriegerin hat recht. Die Worte Deines obigen Zitates habe ich bereits gestern eingesogen, habe ich nur vergessen, Dir zu schreiben.
Ich möchte mehr Wärme und Nähe in die Welt bringen. Auch ich möchte eine Oase sein können. Auch ich möchte Schatten spenden können. Den Anstoß dazu habe ich von Hesse's "Glasperlenspiel" und den drei Lebensläufen des Josef Knecht im "Glasperlenspiel" bekommen. Schön, dass ich hier mal indirekt bestätigt werde !!! :-D

@Kriegerin
Und schon kannst du die einzelne Speiche nicht mehr erkennen.
Passt ja perfekt zum "Roten Schuhe"-Thread.

Euch allen,

Om namay :-)shivah und ein fröhliches Ding-Dong :)

Tele
 

Sisgards

Gesperrter Benutzer
2. Juni 2010
1.178
AW: Die Zen-Lehre

Ich mag den Respekt vor dem Selbst . Meine Erfahrungen mit einer christlichen Gemeinde haben mich die christliche Religion endgültig verneinen lassen.

Meine Meinung: es braucht mehr Wärme und Respekt hier auf der Welt. Buddha würde jetzt wohl sagen: "Fange bei Dir an!" Buddha, Du hast recht !


Ich möchte mehr Wärme und Nähe in die Welt bringen. Auch ich möchte eine Oase sein können. Auch ich möchte Schatten spenden können.


Tele


Wenn Du dir zugewandt bist,und halt so Punkte wie Respekt und Wärme nur als Beispiel jetzt,gefunden hast.Dann kannst Du es auch besser nach außen tragen.

Man sollte also schon bei sich anfangen etwas zu ändern.

Warum hast Du so schlechte Erfahrungen mit der Christlichen Gemeinde?

LG
Sisgards
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.057
AW: Die Zen-Lehre

Ein paar Worte zu diesen zwei Richtungen, die nicht immer einer Meinung waren, doch die Buddhawerdung nie aus den Augen verlor.

ZEN in China und
SHIN in Japan.

Buddha zeigte einen tiefen Einblick in die Natur der Dinge, Buddha lehnte jedoch das metaphysische des öfteren ab >> er war der Überzeugung, die höchste Wahrheit durch eigenes Bemühen zu erreichen.
Sagte er nicht öfter auh: "Jeder muss sich selber anstrengen, die Vollendeten verkünden nur."
ZEN zeigt uns den Einblick in die Natur des Seins >>ZEN mehr metaphysich. Deshalb sind die ZEN-Meister auch nicht in der Lage, ihr Denken in Wort stets richtig und erklärend darzustellen. Es ist auch nicht leicht, sich stets dem ZEN zu unterziehen. Das Paradoxe gehört zu ZEN.
Zwar ist ZEN das Alpha und Omega des Buddhismus, ZEN ist auch Disziplin und die praktische Erhellung unseres täglichen Lebens von einzigartiger Bedeutung, doch man kann ihn durch den Verstand nicht fassen, doch man benötigt den Verstand, die ZEN-Lehre zu erfassen.

Vielleicht kann auch noch @lumin etwas dazuschreiben, er ist der Buddhalehre am Nächsten.
Haben Buddhismus und ZEN viel oder wenig gemeinsam.
Bitte um deine Meinung @lumin.
Gibt es wirklich einen großen Unterschied zwischen Erleuchtung und Nirvana?
Kannst du noch verschiedenes zu dem Hinayama und Mahayana schreiben?
Kann auch im Buddhismusthread sein.
Es geht mir hauptsächlich, da doch oft zu Recht oder Unrecht behauptet wird,
Zen ist nur für die Intellektuellen, was ich aber nicht bejahe.
Heißt es doch auch ZEN-BUDDHISMUS, und hier sind alle Schichten, Gottgläubige und Suchende zu finden.
Man findet doch auch alle Klassen im ZEN zu Hause. Vom Gelehrten bis zum Bhikkhu, Geschäftsmann, Arbeiter, Tagelöhner.
Oder hat sich die Richtung durch Japan´s Lebensweise so derart gestaltet, obwohl diese Lehre doch zuerst in China ihre Hochsaison/zeit hatte?
 

lumin

Auserwählter Meister der Neun
29. Januar 2010
987
AW: Die Zen-Lehre

Zen ist eine spezielle Richtung des Buddhismus.
Die Menschen sind sehr verschieden und haben unterschiedliche Ebenen der persönliche Entwicklung erreicht. Das Menschenleben bietet viele Vorzüge zur weiteren Entwicklung, und so gab Buddha für verschiedene Begabungen verschiedene Belehrungen:
Zunächst mal gab Buddha die Belehrungen des kleinen Weges (Theravada-Buddhismus). ER bezieht sich im wesentlichen auf die Einstellung der Menschen, dass sie selber leiden und dass sie dieses Leiden vermeiden und Glück erfahren wollen. Auf diesem Weg gibt es vile Ratschläge über Glückbringende und Leidvermeidendende Handlungen, im wesentlichen sind das die Ratschläge den eigenen Körper zum Schützen und Glück bringen von anderen einzusetzen, nach Möglichkeit die grobe Rede zu vermeiden und den Geist durch Meditation zu beruhigen. Ergebnis dieses Weges ist die letztendliche Befreiung der Wesen (=erste von insgesamt 10 bzw. 11 Bodhisattvastufen). Die Menschen, die sich nur hier angesprochen fühlen wollen also zunächst mal etwas für sich selber tun und wollen aus dem eigenen Schlamassel heraus.
Die Belehrungen des Mahayana Buddhismus (grosser Weg) wurden für Menschen mit der Einstellung gegeben: "Also nicht ich alleine leide, sondern alle anderen auch. Ich möchte, dass allen geholfen wird". Hier ist schon sehr viel Mitgefühl vorhanden und der Weg führt über Studium und Meditationspraxis schliesslich über sicherlich mehrere Menschenleben zur Erleuchtung. Der christliche Weg der Nächstenliebe zeigt dabei ausserordentliche Parallelen zu diesem Weg, ist aber nicht identisch.
Dann gab es aber auch Menschen mit noch mehr Überschuss, jene, die im Buddha nur einen Spiegel ihres eigenen Geistes erkennen konnten, die wussten, dass sie selber Buddhas waren, es nur noch nicht erkannt haben. Diesen wurde die höchste Übertragung gegeben, der Diamantweg. Hierbei kann schon durch richtige Praxis binnen eines Menschenlebens ein noch Nicht-befreites Wesen die unmittelbare Erleuchtungserfahrung machen. Also ein sehr schneller Weg, bei richtiger Anwendung und guten Bedingungen (gut heisst hier nicht gemütlich!).
Der Zen ist nun eine Spezielle Variante, die tatsächlich alle drei Wege in sich tragen kann.: DIe Meditationsstruktur, die zunächszt auch sehr auf die Achtsamkeit ausgelegt ist, errinnert an Theravada. Dennoch ist Zen traditionell schon dem Mahayana zuzuordnen, auch wenn der Schüler zunächst die eigene Verwirklichung anstrebt (weil er als verwirklichtes Wesen viel besser helfen kann denn als normales Wesen). Nichtsdestotrotz haben Zen-Klöster Japans regelmässig Leute nach Tibet ausgesendet, damit diese die für sie wichtigen Diamantwegsbelehrungen und Ermächtigungen mitbrachten. Es hat sich im Laufe der Zeit dabei eine ausgesprochen interessante VAriante des Buddhismus herausgearbeitet.
So bleibt es wieder bei jedem selbst, was ihn am meisten anspricht.
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.057
AW: Die Zen-Lehre

Merci vielmals.
Da sieht man, man kann zwei Lehren miteinander verbinden.
Man kommt auch darauf, es ist im Grunde eine Lehre.
Streitgespräche gibt es ja auch hier, um nicht alles in eitel Wonne darzustellen.
 
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