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PID - Vorbestimmung im Reagenzglas

fumarat

Erhabener auserwählter Ritter
21. Januar 2003
1.133
PID? Wird da die Eizelle vor der Implantation untersucht? Kann mir mal wer kurz die Technik erklären.
Pränataldiagnostik ist mir ja ein Begriff.

Grüße Fumarat
 

struppo_gong

Auserwählter Meister der Neun
27. September 2002
906
ich finds gut.
paare die ein hohe wahrscheilichkeit für kranke kinder haben ,würden sich ja sonst meist gegen kinder überhaupt entscheiden.
ich hab mal gehört das der grosse stephen hawking nicht geboren wäre hätte es das schon damals gegeben. aber hätten sie damals die andere technik von heute gehabt wären mama und papa hawking vielleicht auch kinderlos geblieben.

irgendwie hab ich das gefühl das sich die moral der menschen die gegen pid und stammzellenforschung sind , aus dem glauben der göttlichen prädestination speist,die in sovielen religonen manifestiert ist.
aber es gibt keine göttliche prädestination und kein recht anderen seinen glauben aufzudrücken.
 

Der Nager

Geheimer Meister
21. August 2002
438
fumarat schrieb:
PID? Wird da die Eizelle vor der Implantation untersucht? Kann mir mal wer kurz die Technik erklären.
Pränataldiagnostik ist mir ja ein Begriff.

Grüße Fumarat
Sobald die befruchtete Eizelle sich zum Vielzeller Entwickelt (i.d.R. am 3. Tag), wird eine Zelle abgesaugt, die nun auf Chromosomenanomalien und Krankheiten untersucht werden kann. Hier lässt sich dann auch das Geschlecht erkennen (Geschlechtsauswahl ist allerdings in Deutschland verboten). PID erfolgt immer am unspezialisierten "Zellhaufen"; bereits am 5-8 Tag tritt dieser in das Blastozystenstadium ein und ist bereit für die Implantation bzw. Kryokonservierung (Gefrierkühlung). Allerdings lassen sich per PID nur bestimmte Krankheiten erkennen, vor allem Chromosomenanomalien. Spezielle Gendefekte (Albinismus, Phenylalaninunverträglichkeit etc...) werden nicht erkannt.

Soweit der sachlich-medizinische Aspekt, nun zu meiner Meinung:

Also, wenn schon Retortenbaby, dann auch PID. Wenn das Risiko einer Erbkrankheit oder eines Gendefekts hoch ist (häufiges Auftreten bestimmter Erbkrankheiten im Stammbaum / beide Elternteile Träger rezessiver Gendefekte), dann sollte man auch sichergehen, dass ein gesundes Kind ausgetragen wird. Ich finde es richtig, dass die Regelung nun auf schwere Erbkrankheiten allgemein ausgeweitet wurde. Vorher erlaubte das Embryonenschutzgesetz PID nur bei Verdacht auf "schwerwiegende geschlechtsgebundene Erbkrankheiten". Also Muskelschwäche konnte aussortiert werden, Trisomie 21 nicht. Ich sehe nicht ein, warum eine befruchtete Eizelle, bei der man sich über schwerwiegende Gendefekte bewusst ist, eingepflanzt werden sollte. Zumal bei Retortenzeugung (IVF/ICSI) einige befruchtete Eizellen sowieso "weggeworfen" werden, da sollte man sich die, die eingepflanzt wird, auch aussuchen können.

Ob Retortenzeugung nun so toll oder ethisch korrekt ist, steht auf 'nem ganz anderen Blatt...
 
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