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Kongo - 3,5 Millionen Kriegstote seit 1998

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
Die Meldungen aus dem Kongo zeugen immer wieder von grenzenloser Grausamkeit.
Trotz Friedensabkommen und der Bildung einer Übergangsregierung kommt es im Osten des Landes immer wieder zu Massakern. Rivalisierende Rebellen und Milizen streiten um die Vorherrschaft und den Zugang zu Rohstoffen. Beim Kongo-Krieg, der 1998 begann und an dem zeitweise bis zu sieben Staaten beteiligt werden, sollen bis zu 3,5 Millionen Menschen getötet worden sein.
Sieben Staaten. Welche?

Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" hat den Konfliktparteien in Kongo vorgeworfen, sexuelle Gewalt als Kriegswaffe einzusetzen.
Wieder einmal.

"Ärzte ohne Grenzen" prangern sexuelle Gewalt in Kongo an
 

JCDenton

Geheimer Meister
27. Januar 2003
180
hi !

also ich kann dir sagen dass der westen zum großen teil für den "ersten wetkrieg afrikas" verantwortlich ist. der krieg dreht sich hauptsächlich um den rohstoff coltan, der zur herstellung von handys und computer chips benötigt wird. der größte abnehmer ist ein tochterunternehmen von bayer, das u.a. die rebellen mit waffen versorgt usw...kinderarbeit gehört in den bayer minen zur tagesordnung....
genaueres entnimm bitte dem buch " schwarzbuch markenfirmen", da wird dem thema ein ganzes kapitel gewidmet.

eins möchte ich noch sagen: wir können uns zwar den luxus von handy und computer leisten, nur nicht den luxus eines reines gewissens.....
 

Talpa

Vorsteher und Richter
15. März 2004
707
"Kriegstote" ist ein verharmlosender Ausdruck. Es müsste heissen "massakrierte Zivilisten".

Einmal mehr wäre es interessant der Frage nachzugehen, woher denn die Kriegsparteien ihr Geld herhaben.

Solche ethnischen Massenmorde finden in Afrika täglich statt, aber für die Europäer ist ja ein afrikanisches Menschenleben seit jeher nicht allzuviel wert...
 

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
Anlässlich des 10. Jahrestages des Völkermordes in Ruanda erhebt der Generalsekretär des Gesellschaft für bedrohte Völker, Tilman Zülch, schwere Vorwürfe.
"Während die internationale Gemeinschaft des Völkermords in Ruanda gedenkt und es bereut, nichts zur Rettung der Tutsi-Minderheit unternommen zu haben, erreicht der Genozid im Westsudan seinen Höhepunkt"
(...)

"Wir haben seit Jahren internationale Ölkonzerne davor gewarnt, während des Krieges zwischen dem arabischen Regime in Khartum und dem schwarzafrikanischen Südsudan in den dortigen Kriegs- und Vertreibungsgebieten Öl zu fördern", erklärte Zülch. "Jetzt kauft der Sudan mit den Einnahmen aus dem Ölgeschäft Hubschrauber und schwere Waffen und setzt sie gegen die Zivilbevölkerung ein. Unsere Menschenrechtsorganisation erinnert daran, dass den Feldzügen der Regimes in Khartum in den letzten 40 Jahren 2,5 Millionen Südsudanesen und Nuba zum Opfer gefallen sind. Auch dieses Mal wird Khartum den Genozid und die Vertreibungen im Westen des Landes zu Ende führen, wenn es nicht zu einer Intervention von außen kommt."


Internationale Gemeinschaft hat aus Völkermord in Ruanda nichts gelernt
 

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
eine schwere last...und ein tabu, über das nicht gesprochen wird...erschütternd:

Wenn mein Herz rast

VERGESSENE OPFER
Vergewaltigte Frauen in Ruanda zehn Jahre nach dem Völkermord

...Jede von ihnen wurde während des Völkermords 1994 unzählige Male vergewaltigt, jede ist seitdem mit dem HI-Virus infiziert, jede sucht nach einem Weg zurück ins Leben und in die Gesellschaft Ruandas.

Als am 6. April 1994 das Flugzeug des ruandischen Präsidenten Juvenal Habyarimana von unbekannten Tätern über der Hauptstadt Kigali abgeschossen wird, ist das der Beginn des furchtbarsten und effizientesten Genozids nach dem Zweiten Weltkrieg: In weniger als 100 Tagen werden vor den Augen der Welt über 800.000 Männer, Frauen und Kinder - vorwiegend aus der Volksgruppe der Tutsi - massakriert. Die Täter sind Hutu, die mit ihren Opfern jahrzehntelang Tür an Tür den Alltag geteilt haben. Bewaffnet mit Macheten und Nagelkeulen ziehen sie von Haus zu Haus - töten, vergewaltigen und plündern. Erst der Vormarsch der aus Uganda einrückenden Patriotischen Front (RPF) beendet am 4. Juli das Inferno.

Wie viele Frauen in den Wochen der Barbarei vergewaltigt werden, lässt sich nie genau feststellen. Die UNO spricht von 500.000 Frauen und Mädchen. Doch die Dunkelziffer ist hoch, viele haben nicht überlebt oder verschweigen aus Scham das Erlittene. Die ruandische Regierung unter Präsident Kagame, 1994 Befehlshaber der RPF, vertritt eine Politik der Versöhnung. In medienwirksamen Manifestationen, wie der Anfang des Monats zelebrierten nationalen Gedenkfeier zum 10. Jahrestag des Genozids, wird der Toten gedacht. Aber die staatliche Hilfe für die Überlebenden bleibt rar und das Sprechen über die Vergewaltigungen ein Tabu.

http://www.freitag.de/2004/19/04190901.php
 

Laokoon

Vollkommener Meister
11. August 2004
550
Auch eine der "Folgen des Krieges"... Ich setz den auch mal in die entsprechende Linksammlung zum Artikelvorschlag rein. Hoffe, ich finde mal wirklich Zeit, mich mal intensiver damit zu beschäftigen, nicht, dass er noch verstaubt...
 

wattwurm

Großmeister
18. August 2006
92
Das Geschehen im Kongo ist wirklich ein ungeschminktes Bild der Zusammenarbeit Geldgeiler Unternehmer und ihnen treu(doof) ergebenen Politiker. Jetzt wird sogar noch gegen die Berichterstattung kritischer Medien, die über die wirtschaftlichen Interessen im Kongo aufklären, gerichtlich vorgegangen. :evil:

http://www.friedensnews.at/stories/storyReader$27573
Am 30. Mai 2006 erschien im Online-Standard ein Kommentar... eines Aktivisten der Werkstatt Frieden & Solidarität, zur geplanten EU-Militärmission in der DR Kongo. Unter dem Titel „Der Bock als Gärtner“ beschäftigte sich dieser Beitrag mit der Rolle von EU-Staaten und Konzernen bei der Ausbeutung der Bodenschätze in der DR Kongo. Er kritisiert, dass ausgerechnet jene Staaten, deren Konzerne maßgeblich den Bürgerkrieg im Kongo am Laufen gehalten haben, nun als militärische „Friedensstifter“ auftreten. In einem Satz wurde dabei aus einem Gerichtsurteil des Landesgerichts Korneuburg zitiert, in dem es um den Kärntner Großkonzern Treibacher Industrie AG geht
...
Für Einzelpersonen oder kleine Vereine ist diese Aufklärungsarbeit schwierig. Denn einerseits ist sie mit hohem Aufwand verbunden und andererseits auch sehr risikoreich, weil Großkonzerne - wie wir nun gesehen haben - rasch mit Klagen zur Hand sind, deren finanzielle Belastungen für die Betroffenen existenziell bedrohlich sind, für einen Großkonzern wie die Treibacher Industrie AG aus der Portokasse bezahlt werden können (Jahresumsatz EUR 600.000.000,-; Eigentümer ist der deutsche Multimilliardär Baron August von Finck, laut Forbes-Liste Platz 70 der reichsten Menschen der Welt).
 

Cybergreen

Großmeister
20. Dezember 2002
57
Zu diesem Thema passt das auch sehr gut:

http://www.humonde.de/artikel/10068

Es muss dringend etwas passieren, das ist klar. Die Aktivitäten der NGOs sind zwar gut gemeint, werden aber auf Dauer die Lager nicht grundlegend verbessern. Für mich ist die Lösung die folgende: entweder ändern die Regierungen der Industrieländer ihre jetzige Politik oder der Druck aus der Bevolkerung wird so gross, dass sie ihre Politik änder müssen. Beides ist momentan leider nicht zu beobachten.
 

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