der Totensonntag oder Ewigkeitssonntag.

Dieses Thema im Forum "Glaube und Religion" wurde erstellt von Manesse, 20. November 2016.

  1. Manesse

    Manesse Prinz von Jerusalem

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    Heute ist nun der Totensonntag oder Ewigkeitssonntag.
    Und - geht heute jemand auf den Friedhof?

    So als evangelischer Christ?
     
  2. Manesse

    Manesse Prinz von Jerusalem

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    AW: der Totensonntag oder Ewigkeitssonntag.

    Ich nehme mal an: In der ehemaligen DDR ist Allerheiligen eher nicht so bekannt -
    während in Österreich der Totensonntag eher unbekannt ist.

    Gibt es hier Protestanten, denen dieser Tag was sagt?
     
  3. almende

    almende Ritter vom Osten und Westen

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    AW: der Totensonntag oder Ewigkeitssonntag.

    nein .. gehe nicht mehr auf Friedhöfe .. die dortigen Gräber sind
    schon seit langem anderweitig belegt .. auch gehöre ich nicht mehr
    einer Glaubensgemeinschaft an.
     
  4. Manesse

    Manesse Prinz von Jerusalem

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    AW: der Totensonntag oder Ewigkeitssonntag.

    Ich gehe tatsächlich gerne auf Friedhöfe.
    Der ruhigen friedlichen Atmosphäre wegen.

    Auch wenn dort keine Gräber von Angehörigen sind.

    Und auch nicht nur an speziellen Tagen - dann aber auch.

    Zum Beispiel auf den berühmten Alten Friedhof zu Freiburg im Breisgau.
     
  5. Manesse

    Manesse Prinz von Jerusalem

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    Der nächste Sonntag ist nun der Totensonntag.
    Das "evangelische Allerseelen" - sozusagen.
     
  6. Schizogen

    Schizogen Geheimer Meister

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    Ich war nicht auf einem Friedhof. Ich habe den Tag in keinerlei Weise zu dem Zweck, für den er im Jahreszyklus um die Sonne als Ankerpunkt von Emotionen Trauernder und für die Metaphysik des Geistes dient, genutzt.

    Normalerweise sollte man am Totensonntag den Toten gedenken. Dadurch entwickelt sich ein energetischer Tiefpunkt im weltweiten/christlich-okzidentalem Unterbewusstsein, der Tag als Bezugspunkt, der anders als Halloween nicht der Idee wild umher spukender Geistwesen wegen die Aktivität von Vergangenem (von Geistern, deren Leben genichtet wurde, die einst lebten) in das kollektive Bewusstsein hebt und auch nicht Archetypen von Monstern und geistermythischen Wesen bedient, sondern der als Tag die emotionale Trauer in die psychische Aktivität in den Vordergrund rückt. Totensonntag ist der massenparapsychologische Höhepunkt in der zyklisch--wiederkehrenden Zeit der Ewigkeit, weil er ein Jahresfeiertag ist, der an einem Sonntag in der Ruhe von nicht-arbeitenden Menschen Zeit für das Gefühl des Vergangenen und wirklich Gegangenen einräumt.

    Wenn es ein Jenseits gibt, ist er das Tor, das sich von uns Lebenden in die Geisterwelt öffnet, wo man vom Jenseits aus wie ein Fenster in die Welt schauen könnte- zum Beispiel in die Herzen der Angehörigen. Halloween dagegen öffnet die Tür aus dem Jenseits und wir performen es, Geist zu sein, simulieren eine Besetzung und müssten ja in der Lage sein, ins Jenseits zu schauen, doch das entspricht nicht der Realität, was ein Hinweis ist, dass es das Jenseits nicht gibt, weil man gemeinhin nicht davon spricht, zu Halloween echte Geister zu sehen. Halloween jedenfalls lädt die Geister in die Welt der Lebenden förmlich ein, aber hier gehören sie natürlich gar nicht als Tote hin.

    Der Totensonntag hingegen ist ernst und man gedenkt des Vermissten, des Verlorenen und das ist Tod in der Tat: Die Eliminierung des eigenen Geist aus dem Körper, was als Prozess den Lebenden zu einer Leiche ohne Seele macht.

    Ich finde, dass der Totensonntag allein für die Lebenden die sublimierende Folge von Trauer günstig an einem Tag konzentriert und somit letztlich nach dem Totensonntag die Gedanken an verlorene Persönlichkeiten und Leben wieder ins kollektive Unterbewusstsein. Durch solche Tiefpunkte im Jahr muss man sich nicht energetisch ständig mit dem Tod auseinandersetzen. Und die kollektive Verdichtung von Trauergefühlen und Todesängsten an einem Tag konzentriert paranormale Energien zu einer zwar präzessionsungenauen und Erdumlauf-ungenauen Aktivität in der Zeit an einer Erdrotation, wo die Menschen auch die Kraft haben, bewusst zu sein für den Fakt des Todes, wodurch die Lage an einem Sonntag günstig ist, dass zunächst Bewusstsein für Tote geschaffen wird. Auf Basis dieses Bewusstsein kann sich, wenn es sich ins Untebewusstsein von Menschen an den sonstigen jahresnormalen Alltagszeitverlaufskurven lebdender Menschen zurückzieht, ein Emergenzprozess für Geistenergien vollziehen: die unspezifische Bewusstwerdung der Toten an einem energetisch hinsichtlich Totenbezug hochkonzentrierten Tag subliminiert vermutlich nicht nur lebensgefährliche Resignationsgedanken von Menschen angesichts der Möglichkeit des eigenen Todes in das kollektive Unterbewusstsein einer sterblichen Spezies durch den Ritus praktizierter Trauer, sondern dieser Tag highlightet auch, dass keine Person unvergessen wird, da der Tag auch die Möglichkeit zu unspezifischer Trauer lässt, d.h. man kann auch den Tod und allgemein Tote und keine konkreten Toten betrauern, wodurch Vergessenes wieder ins Unvergessene rückt, ins Leben hinein. So enstehen Energien in der Welt, die sich in umgekehrt-reziproken Prozessen in Lebenden abspielen können, durch zum Beispiel Emergenz von Geist aus dem persönlichen oder kollektiven Unterbewusstsein: solche Geistemergenz kann unspezifische Geister (Tote) oder spezifische Geister (persönliche Seele im eigenen Körper) an anderen Tagen des Jahres durch die Gegenwirkung der Verdrängung nach dem Totensonntag aufgrund von massenpsychologischer Vorgänge hervorrufen.

    In der Oszillation des Weltbewusstseins schwingt an diesem Tag vordergründig im Bewusstsein die Idee des Gedenkens, die hier ihren Höhepunkt an eben diesem tag, dem Totensonntag, zufällig im Jahr erhält. Im Chaos der Gedanken bezüglich Toter an anderen Tagen im Jahr lässt sich die Energie der Gefühle von diesem Tag jedoch nie ins Unterbewusstsein verschiedener lebender Körper verschieben und auch nicht dauerhaft, weil die massenpsychische Dichte von Todesgedenken energetisch zu einem Zeitpunkt einfach zu hoch und unspezifisch gegenüber einer Absorption dieser Energien für einzelne Individuen ist, somit über definitiv mehrere Körper hochenergetisch superveniert und subliminiert (aufgeteilt) wird, sodass Flashbacks früherer Leben aus der nicht verloren gegangenen Idee des Totensonntags zu genau jedem Tag im Jahr, auch dem TotenSONNtag, möglich werden genau wie aus dieser gehighlighteten Trauer nach der Sublimination die Energie aus diesem Trauerbewusstsein auch nicht für die Geister, denen wir gedenken, verloren geht, sondern sich in eventuellem Bewusstwerden über den eigenen wahr-gewordenen Tod (Jenseitsbildung) hochevolviert oder zumindest Bezüge zu Angehörigen durch eine einmalige Übung von jenseitigem Gedankenlesen wahrscheinlicher macht (Poltergeist-Entstehung).

    Der Totensonntag bringt also tatsächlich Ordnung in das Durcheinander der zeitlichen Bezüge von trauernden und umtrauerten Geist und somit sorgt er auch für die Subordinierung von Tod und Toten an anderen Tagen, was das Überleben der Spezies sichert. Er ist nicht nur deswegen wichtig, also nicht nur religiös wichtig. Wie ich schilderte sorgt der Totensonntag durch Flashbacks und Subliminierungen ins Unterbewusstsein auch für Chaos: er sorgt für spontan ausbrechende parapsychische Energien. Deswegen bin ich für die Beibehaltung dieses Feiertags im Okzident, denn er hat Bedeutung für unseren Umgang mit dem Tod und für die Verteilung parapsychischer Raum-Zeitschnittstellen, die für mehr dienen als nur das Überleben der Lebenden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. November 2018
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