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Der Dollar und die US-Außenpolitik (1)

global-politics

Geselle
3. August 2003
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Teil 1: Wie der Dollar zur Weltwährung wurde

Der Dollar stellt für viele, die im „American Century“ der letzten ca. 60 Jahre gelebt haben, fast eine magische Währung dar.
Ende der 90er Jahre wurden ca. 4/5 aller weltweiten Finanztransaktionen und fast die Hälfte aller Exporte in Dollar abgewickelt. Doch welche Verbindung hat die Stellung des Dollar in der Weltwirtschaft mit der neuen, aggressiven Außenpolitik der US-Regierung?

Nach dem 2.Weltkrieg waren die USA die führende Exportnation der Welt. Sie produzierten allein 50% aller Güter weltweit. Aufgrund ihrer herausragenden Stellung in der Welt konnten es sich die USA leisten, Europa riesige Kredite zu gewähren und dieses mithilfe des Marshall-Plans wiederaufzubauen. Dies geschah vor allem, um neue Exportmärkte für die amerikanischen Firmen zu schaffen, weswegen auch die Handelsgrenzen gegenüber Europa und Japan weitgehend geöffnet wurden.

Um ein neues, stabileres Finanzsystem zu schaffen, wurde auf einer internationalen Währungs- und Finanzkonferenz 1944 das sog. Bretton-Woods-System geschaffen. Ziel war ein Welthandel mit nur geringen Schwankungen bei den Wechselkursen. Wegen der herausragenden Stellung und Stabilität der US-Wirtschaft wurde beschlossen, den Dollar zur Weltleitwährung zu machen. Der Dollar wurde an den Goldstandard gebunden und die Wechselkurse aller anderen Währungen festgelegt.

Durch diese wirtschaftlich gesicherte Stellung in der Welt konnten die USA es sich leisten, den Rest der Welt, besonders Europa, mithilfe von wirtschaftlichen Hilfen gegen die feindliche, kommunistische Sowjetunion zusammenzuhalten. Wie Emmanuel Todd in seinem Buch „Weltmacht USA: Ein Nachruf“ treffend beschreibt, kann man die Politik der USA von 1950-65 als das großzügige Handeln eines gütigen Hegemons über einen Großteil der Welt bezeichnen, dass der Mehrheit Vorteile brachte.

Das stabile Bretton-Woods-System hielt jedoch nicht sehr lange. Europa wurde wirtschaftlich unabhängiger und verlangte bald von den USA Gold für seine Dollarreserven, da die USA durch den sinnlosen Vietnam-Krieg erstmals Defizite zu verbuchen hatten. 1971 wurde das Gold der Vereinigten Staaten knapp. Im August `71 entschied sich die Nixon-Regierung für einen frei floatenden Dollar, dessen Kurs durch Marktentwicklungen beeinflusst werden konnte.

Mit dem Anstieg der Ölpreise 1973 begann das System der Petrodollars. Die USA schlossen Geheimverträge mit Saudi-Arabien. Dieses erhielt Waffenlieferungen und abgesicherte Investitionen in den USA, dafür wurde der Dollar zur weltweiten Ölwährungen. Jedes Öl importierende Land der Welt musste zunächst Dollars kaufen, dessen Druckmonopol die USA innehaben, um damit ihr Öl zu bezahlen. Gleichzeitig wurden die OPEC-Länder mit Dollars überschüttet, die sie nicht gebrauchen konnten. Das überschüssige Geld legten die Öl-Staaten vor allem bei amerikanischen Banken an.

Dadurch konnte ein neuer Prozess entstehen, dass so genannte „Petrodollar-Recycling“, dass den USA enorme Vorteile und die Dritteweltländer in die Schuldenfalle brachte. Die USA verliehen das auf ihren Banken angelegte Geld als Anleihen an arme Länder, damit diese ihre Ölimporte bezahlen konnten. Die USA ernteten dadurch hohe Zinsen, die ihren Haushalt mitfinanzierten und den Dollar stärkten.

Problematisch wurde die Lage, als die USA 1979 ihren Zinssatz für 3 Jahre enorm in die Höhe schraubten, um den schwachen Dollar zu retten. Der Dollar wurde gerettet, die Dritteweltländer brachten die hohen Zinsen jedoch nahe an den Bankrott. Mexiko war das erste Land, das 1982 ankündigte, seine Schulden nicht zurückzahlen zu können. Um das Geld dennoch zurückzuerhalten schaltete Washington den Internationalen Währungsfond (IWF) als Schuldenpolizisten ein, der bis heute mit drastischen Einschnitten bei den Ausgaben der Schuldenländer dafür sorgt, dass die USA ihr Geld zurückerhalten. Die USA „rauben“ seitdem die armen Länder immer mehr aus, um ihren eigenen Lebensstandard zu halten.

Auf der anderen Seite legt die ganze Welt ihr Geld in den USA an. Japan benötigt beispielsweise seit jeher enorm viel Öl aufgrund seiner hohen Industrieproduktion. Die dadurch entstehende hohe Nachfrage nach Dollars macht Japan zu einem wichtigen Faktor in der Dollar-Vorherrschaft. Durch seine jährlichen Haushaltsüberschüsse kann es sich die nötigen Dollars ohne Probleme besorgen. Das restliche überschüssige Geld legt Japan seit Jahrzehnten in US-Schatzbriefen an. Heute ist Japan das Land, das das meiste Geld in den USA angelegt hat.

zum kompletten Artikel:
http://www.global-politics.de/modules.php?name=News&file=article&sid=63&mode=&order=0&thold=0
 

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Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
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Wollte Kuba nicht auf Euro umstellen? Denn bisher sah es dort so aus: drei Währungen, Kubanische Pesos, Dollar, Dollar-Äquivalente Währung. Ironisch, nicht?
Und wie schafft man es, dass die Wirtschaften der Welt nicht mehr so krisenanfällig oder krisengezwungen sind? Wenn das mal in die Wege kommen sollte, dann nur in einem recht langen Prozess...
 

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