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Argentinien: Brukman geräumt

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
Schon seit längerer Zeit sind in Argentinien Unruhen. Die Soziale Schere ist krass, immer grösser wird der Bevölkerungsanteil ohne Arbeit. Die Gewerkschaften wenden sich gegen die Regierung. Es kommt sogar zu Fabrikbesetzungen durch die Bevölkerung. Fabriken, die geschlossen worden sind, werden von den Gewerkschaften, Sozialorganisationen und der Bevölkerung eigenhändig weiterbetrieben. Dagegen wenden sich Regierung und Polizei in krasser Weise: Brukman, dass symbolisch für eine selbständige Arbeiterbewegung stand, wurde kürzlich geräumt. Im Dezember 2001 wurde diese Fabrik von der Unternehmerschaft in Stich gelassen. Arbeiter besetzten die Fabrik und organisierten sich die Arbeit selbst. Nun will der Besitzer die Fabrik wiederhaben, mittels staatlicher Gewalt.
 

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
neben der räumung der besetzten fabrik ist es auch ein harter schlag, das einige tage zuvor indymedia argentinien geräumt wurde, das unabhängige medium schlechthin, das die zustände in argentinien öffentlich macht.
hoffentlich habe sie schon einen neuen stützpunkt gefunden.

argentinien ist eines der besten beispiele für ein ehemals reiches land, das mit hilfe von weltbank, dollaranbindung usw. in den ruin getrieben wurde. das ehemals staatliche, dann privatisierte gesundheitswesen, das sich viele menschen nicht mehr leisten konnten, hat zu kindersterblichkeit/unterernährung wie in einem dritte weltland geführt.

gute infos (speziell auch zur rolle der IWF) hier:

http://www.dialog-frieden-fairness....rika-ge13-2002/laender/argentinien-manuel.htm

http://www.nadir.org/nadir/initiativ/agp/free/imf/argentina/txt/2002/04214punkte_plan.htm
 

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.728
Argentinien ist ein Paradebeispiel von ‚Schlechter Regierungsführung‘, allerdings nicht etwa, dass die Regierung und die internationalen Finanzorganisationen unfähig wären oder nicht kompetent, sondern sie haben das Land in den Ruin hineingeführt. Wie könnte allerdings eine politische Lösung für Argentinien aussehen? Eine politische Lösung, die für die Bevölkerung kurz-, mittel- und langfristig zugute kommen würde, müsste sicherlich eine Gewaltenänderung und eine Abkoppelung von der Dollarabhängigkeit einschliessen.
 

samhain

Ritter Rosenkreuzer
10. April 2002
2.774
hier ein interview von MONITOR mit einem weltbank-insider, der sich vom macher zum kritiker gewandelt hat:

Nobelpreisträger Joseph Stiglitz war führender Wirtschaftsberater der Clinton-Administration (1993-1997), ausserdem Vize-Präsident der Weltbank (1997-2001). In dieser Zeit wandelte er sich zum leidenschaftlichen Kritiker einer unregulierten Globalisierung. Seine öffentliche Kritik am Neoliberalismus und an der Politik des Internationalen Währungsfonds machte Furore. Seitdem gilt der Wirtschaftswissenschaftler als Störenfried.

Im Gespräch mit Sonia Mikich und Kim Otto fordert Stiglitz, die Weltwirtschaft nicht mehr dem freien Spiel der Kräfte zu überlassen. Er analysiert Markt- und Staatsversagen, schildert die oft katastrophalen Auswirkungen auf die Länder der Dritten Welt. Der Nobelpreisträger stellt erstarrte Glaubensätze ("das Mantra von der unsichtbaren Hand des freien Marktes") infrage und plädiert dafür, dass die Politik - mit Hilfe einer sachorientierten Wirtschaftswissenschaft - weltweite gesellschaftliche Prozesse steuert und sie nicht den Interessen der Finanzbranche überlässt. Demokratische Kontrolle muss wieder vom Staat ausgehen, Bürger sollen auch an komplexen Prozessen wieder teilhaben können. Dazu gehört auch die Forderung nach einer Spekulationssteuer, der sog.Tobin-Steuer. Denn, so Stiglitz: die Welt ist eine Schicksalsgemeinschaft.

http://www.wdr.de/tv/monitor/spezial.phtml
 

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