Herzlich Willkommen auf Weltverschwoerung.de

Angemeldete User sehen übrigens keine Werbung. Wir freuen uns wenn Du bei uns mitdiskutierst:

Allgemeinbildung der Schulabgänger

NoToM

Intendant der Gebäude
13. Januar 2003
852
Kurz zum Inhalt: Ich eröffne diesen Thread nicht, weil man sich darüber lustig machen oder man sich so herrlich überlegen fühlen kann, sondern weil ich mich frage, wie aussagekräftig solche Tests sind.

Folgendes:
In der Sendung PlusMinus (ARD) wurde getestet, über welche Allgemeinbildung Schulabgänger verfügen.
(nachzulesen unter: http://www3.mdr.de/plusminus/2_260803.html )

Hier ein kurzer Ausschnitt:

Aus dem Vorstellungsgespräch in einer Fleischerei
[Plusminus war in Potsdam, bei Fleischermeister Bothe, der von 25 Bewerbern auf eine Lehrlingsstelle nur die sechs besten eingeladen hat. Und schon deren Zeugnisse waren miserabel. Der komplette Einbruch dann beim Kopfrechnen - ein Beispiel:

Meister: "Ein Grundstück ist rechteckig, zehn Meter breit und 40 Meter lang. Wieviel ist da der Umfang?"
Bewerber: "...."
Meister: "Zehn Meter mal 40 Meter?!"
Bewerber: "Ein Dreieck?"
Meister: "Nee, ein rechteckiges Grundstück, zehn mal 40 Meter. Wieviel ist da der Umfang von dem Ganzen?"
Bewerber: "Der Umfang? Muss man das können?"
Meister: "...der ist gut. Mensch, du bist doch so viele Jahre zur Schule gegangen! Muss man so was können!"
Bewerber: "Das sind Formeln!"
Meister: "Nee, ist doch keene Formel."
Bewerber: "Doch da gibt's ne Umrechnungsformel. Nachdem macht man sowas umrechnen."
Meister: "Also, zehn Meter und hier drüben auch zehn Meter, das sind 20 Meter, hier sind 40 Meter, macht 60 Meter und dann noch 40 Meter. Das sind 100 Meter. Da brauch ich keene Formel, wenn ich den Umfang von irgendwas berechnen will."
Bewerber: "Naja, unsere Schule ist so was modernes, neues gewesen. Da bringen sie..."
Meister: "Da haben sie eine Formel zu gehabt?"
Bewerber: "Da musste das immer alles genau und anders konnte man das nicht machen."
Meister: "Aha, na gut."
Bewerber: "Man müsste dringend so was lernen."

Den Umfang und die Fläche eines Rechteckes berechnen, das ist eine Aufgabe aus der dritten Grundschulklasse. 13 der 23 Prüflinge scheiterten daran. Und auch nur fünf der Bewerber konnten errechnen, wie viel Gramm ein Viertel Pfund hat, wenn ein Pfund 500 Gramm schwer ist.

Natürlich ist ein solches Ergebniss auf den ersten Blick schlicht schockierend, aber wurden Faktoren wie Nervosität, Unsicherheit, mangelndes Selbstbewusstsein usw. auch beachtet ?
Was könnte es noch für Gründe geben, warum so viele Bewerber dermassen schlecht abgeschnitten haben ? Ich kann einfach kaum Glauben, dass so viele der Schulabgänger nicht in der Lage waren, einen Umfang zu berechnen. Woran liegt das ?

Hier noch ein paar Kostproben direkt aus der Sendung:

- Zürich ist die Hauptstadt von Paris.

- Der zweite Weltkrieg endete 1980

- Guido Westerwelle ist deutscher Finanzminister.

- Portugal ist die Hauptstadt von Spanien, weil man in Geschichte (!) nicht so gut ist.

Vielleicht muss man sich auch fragen, wie wichtig ist es eigentlich Heuzutage, die Antwort auf eine der obenstehenden oder ähnlichen Fragen zu wissen.
Ich meine, was bringt es einem, wenn man weiss, dass Paris die Hauptstadt von Frakreich ist und BERN die Hauptstadt der Schweiz.
Ich hab zB. keine Ahnung, welches Amt der Herr Westerwelle bekleidet, vielleicht liegt es daran, dass ich Schweizer bin, andererseits kenne ich mich mit schweizer Politiker auch nicht gerade gut aus.

Muss Allgemeinwissen vielleicht neu definiert werden ?

Nachdenkliche Grüsse

NoToM
 

Kloeti

Großmeister
20. August 2003
55
Also ich denke das ist nicht räpresentativ.. De haben doch wohl nur die, mit Verlaub "blödesten" rausgesucht. Als Schulabgänger wird man doch die Hauptstadt von Frankreich wissen, eine gewisse Schulpflicht haben die Leute doch auch erfüllt...
 

NoToM

Intendant der Gebäude
13. Januar 2003
852
@superich
Hauptschulabschluss, siehe Link, aber spielt das bei diesen Fragen wirklich eine Rolle ?

Gruss

NoToM
 

Arkana

Geselle
4. August 2002
29
ich denke man kann gerade an solchen beispielen doch recht gut sehen, daß "allgemeinbildung" einfach nicht mehr verlangt werden kann, angesichts eines schulsystems in dem im mathematikunterricht nur noch "kochrezepte" gelehrt werden, nicht kreatives problemlösen.

außerdem habe ich inzwischen leider das gefühl, daß bildung an sich völlig out ist - sowohl grammatik als auch rechtschreibung ist nur noch überflüssiger ballast im täglichen leben.
und generell fällt mir in meinem nebenjob immer wieder auf, wie viele wirklich dumme menschen es gibt, die nichtmal zwischen "display" und "fernseher" unterscheiden können (ich arbeite im technischen support für einen bekannten deutschen pay-tv-sender), geschweige denn "analog" von "digital".

leute, der großteil der menschheit wird immer dümmer, und nur ein kleiner haufen wird zu elite herangezüchtet. anders kann ich mir das, was ich teilweise in der uni erlebe, nicht erklären.
 

Kloeti

Großmeister
20. August 2003
55
Naja, ich (Gymmie 10.Klasse) hab aber auch genug Leute in meiner Klasse, die nicht alle Fragen hätten beantworten können. Ich sage da nur "S***, an was erinnert dich das" (Ein Foto von Brüssel im Buch"
Antwort: "An Deutschland"

Oder: "Schweiz ist die Hauptstadt von Östrreich" (ok, das war vielleicht ein Ausruchtscher ;) )
 

NoToM

Intendant der Gebäude
13. Januar 2003
852
Arkana schrieb:
leute, der großteil der menschheit wird immer dümmer, und nur ein kleiner haufen wird zu elite herangezüchtet. anders kann ich mir das, was ich teilweise in der uni erlebe, nicht erklären.

Was erlebst Du so alles an der Uni ? Ich meine, ihr seit ja die "Elite", jedenfalls was den Bildungsweg angeht, oder irre ich mich da ?
 

Azariel

Geheimer Meister
23. August 2003
257
Meiner Meinung nach dramatisiert diese Sendung die wirkliche Lage. Kann sich noch jemand an die sog. "Erstwähler-Tests" erinnern? Nein?! Na, dann helfe ich euch mal: Vor der letzten Bundestagswahl wurden Jugendliche auf der Strasse ähnliche Dinge gefragt; über aktuelle und vergangene Politik. Man bekam den Eindruck vermittelt, dass niemand in diesem Land auch nur annähernd bis drei zählen kann!!
Das gleiche Problem kam bei der Pisa-Stidie auf. Deutschland ist ein dummes Land - wurde uns zumindest eingeredet. ABER diese Pisa-Tests waren freiwillig IN DER SCHULZEIT,OHNE NOTEN zu absolvieren!! Fällt jemandem was auf?! Nein?! Na, dann helfe ich meinem ach so doofen Land nochmal auf die Sprünge. Zu diesen Tests gingen nur die, die ohnehin keinen Bock auf Schule und Unterricht haben!! Die sog. Streber, bzw. die, die gern zur Schule gehen/lernen, blieben im Unterricht. Das war zu meiner Schulzeit so und die ist noch nicht lange vorbei, daher gehe ich mal davon aus, dass sich da nichts geändert hat.

Was ich mit diesem Beispiel sagen will ist also: Leute, kommt mal wieder runter. Wir sind nicht dümmer als andere Nationen; wir zerren nur jeden Volltrottel an die Öffentlichkeit, damit wir irgendetwas haben womit wir uns selber erniedrigen können.

Azariel
 

NoToM

Intendant der Gebäude
13. Januar 2003
852
Kloeti schrieb:
Naja, ich (Gymmie 10.Klasse) hab aber auch genug Leute in meiner Klasse, die nicht alle Fragen hätten beantworten können. Ich sage da nur "S***, an was erinnert dich das" (Ein Foto von Brüssel im Buch"
Antwort: "An Deutschland"

Oder: "Schweiz ist die Hauptstadt von Östrreich" (ok, das war vielleicht ein Ausruchtscher ;) )

Ich nehme mal an, Du kennst die Leute in Deiner Klasse etwas. Wo liegt zB. eine Stärke des Schülers, welcher das Foto von Brüssel mit Deutschland vergleicht ? Worin, denkst Du, kennt er sich gut aus ?
 

Habakuk

Geheimer Meister
27. Juni 2003
139
Wenn man als Berufstätiger mit Jugendlichen zu tun bekommt, ist es tatsächlich sehr oft "echt irre", was da in manchem Schädel so vor sich hin gärt: "In Amerika gibt es keine Städte die älter als 200 Jahre sind", "München liegt kurz vor der deutsch-italienischen Grenze" (kein Polit-Witz - reine Doofheit!), "Da Capo ist eine Oper" – und so weiter. Und das waren nur die "Aussrutscher", die nicht völlig gaga daherkommen. Es gibt auch die Preisklasse "Honeker hat den 2. Weltkrieg verloren".
Eine Ursache: es war wohl noch nie so leicht wie heute, komfortabel zu verblöden. Und was dazu kommt: Viele Jugendliche sehen schlicht keinen Sinn darin, sich mit der "cerebralen Kleiderordnung" einer
Gesellschaft auszustatten, von der sie weder etwas erwarten, noch wirklich
attraktive Werte angeboten bekommen.
Ergo: Wir machen uns die Jugend, die wir verdient haben. Oder eben gar keine. Siehe Rente :D
 

NoToM

Intendant der Gebäude
13. Januar 2003
852
Azariel schrieb:
...Das gleiche Problem kam bei der Pisa-Stidie auf. Deutschland ist ein dummes Land - wurde uns zumindest eingeredet. ABER diese Pisa-Tests waren freiwillig IN DER SCHULZEIT,OHNE NOTEN zu absolvieren!! Fällt jemandem was auf?! Nein?! Na, dann helfe ich meinem ach so doofen Land nochmal auf die Sprünge. Zu diesen Tests gingen nur die, die ohnehin keinen Bock auf Schule und Unterricht haben!! Die sog. Streber, bzw. die, die gern zur Schule gehen/lernen, blieben im Unterricht. Das war zu meiner Schulzeit so und die ist noch nicht lange vorbei, daher gehe ich mal davon aus, dass sich da nichts geändert hat...

Interessanter Gedankengang, steckt sicherlich viel Wahres drin! Ich bin mir nur nicht sicher, ob die Lehrer ausgerechnet ihre "dümmsten" Schüler aufgeboten haben, schliesslich haben sie auch einen Ruf zu verlieren. Aber vielleicht irre ich mich ja.

@ Habakuk
Kannst Du "Sehr oft" definieren ?

Grüsse

NoToM
 

milktoast

Geheimer Meister
1. Dezember 2002
201
Naja der Test.
Ich weiß ja nich aber ich denke das sich bei einer Fleischerei nicht unbedingt die Elite der Hauptschulabgänger bewirbt. Viel mehr denke ich das dort fast nur der landet der keine andere Chanche für sich sieht.
Folglich ist der Test alles andere als aussagekräftig für die Allgemeinbildung von Schulabgängern.
Trotzdem ist es doch peinlich für das deutsche Schulsystem, das jemand, der sich bei der Frage nach dem Umfang eines Rechtecks überfordert sieht, überhaupt einen Schulabschluss bekommt.
Ich denke darin und auch in der Reaktion des Befragten erkennt man wozu die Schüler "ausgebildet" werden. Nämlich das sture Auswendiglernen von irgendwelchen Formeln, deren Sinn aber in keinster weise begriffen werden muß um etwas zu erreichen.

@arkana
außerdem habe ich inzwischen leider das gefühl, daß bildung an sich völlig out ist - sowohl grammatik als auch rechtschreibung ist nur noch überflüssiger ballast im täglichen leben.
So ein Satz ohne auch nur den Versuch der Großschreibung liest sich sehr amüsant.

Auserdem würde ich es nicht als Dummheit oder mangelnde Bildung ansehen, wenn man den Unterschied zwischen Display und Fernseher oder Analog und Digital nicht kennt. Bei diesen Dingen handelt es sich um Fachwissen, das im Leben vieler Menschen einfach keine Rolle spielt.

cu milktoast
 

Pain

Geheimer Meister
21. Juli 2003
124
Also im Prinzip denke ich auch, dass man sich da zum Vorzeigen die "Highlights" rausgesucht hat. Andererseits kann es auch sein, dass man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht...

Kleine Geschichte dazu:

Ich hab vor ein paar Jahren mal einem Bekannten ein bisschen beim Umbau seines Hauses geholfen ... Irgendwann kam sein Vater auf die Baustelle und stellte sich in das werdende Bad um auszurechnen wieviele Fliesen er besorgen muss. Er scheiterte an der Aufgabe auszurechnen wieviel Fliesen er für einen Quadratmeter braucht, wenn eine Fliese 25 mal 25 cm groß ist... Der Mann ist eine Führungskraft in der größten Öl-Raffinerie in Hamburg, etwa 50 Jahre alt...

Ich glaube eigentlich nicht, dass er dazu zu "doof" war, sondern das er zunehmend unsicherer wurde, weil immer mehr Leute mit ihm im Badezimmer standen und ein leichtes Grinsen auf dem Gesicht hatten...

Also Nervosität und Verunsicherung ist bei solchen Dingen immer nicht zu verachten. Davon mal ganz abgesehen, hatte ich eine Schulkameradin, die darauf bestand, dass Rom die Hauptstadt der BRD sei. Mit der Begründung: "Alle Wege führen nach Rom, irgendwo muss das Sprichwort doch her kommen..."
 

NoToM

Intendant der Gebäude
13. Januar 2003
852
Ich hab noch einen witzigen Kommentar zur Sendung in mdr Forum gefunden:

DANKE
von Petra Lustig 10.08.03 | 03:51

Mächtig vielen Dank für diesen tollen MDR-Beitrag!
Schon seit langem hatte ich nicht mehr ein so anregendes Gespräch über die Ära Bismarck und das habe ich diesem MDR-Bericht zu verdanken. Wie es dazu kam? Durch die Sendung wurde mir erst klar, welches geistige Potential in einem Fahrradmechanikermeister schlummert und dass ich nun endlich wieder einen Ansprechpartner finden würde, mit dem ich über die Ära Bismarck ausgiebig diskutieren könnte. Außerdem gab mein Fahrrad in einem bestimmten Gang schon seit einiger Zeit so seltsam schleifende Geräusche beim Fahren ab. Also dachte ich:
"Ab zu meinem Fahrradhändler und endlich mit einem geschichtsinteressierten Menschen eine intellektuell hochstehende Unterhaltung führen. Außerdem würde mein Freund, der Informatiker ist, so eine Fahrradreparatur eh nicht hinbekommen."
Denn wie man allgemein weiss, können die meisten Informatiker mit Geisteswissenschaften nichts anfangen und bei meinem Freund ist das nicht anders - von Bismarck und Geographie hat er so gut wie keinen Schimmer (sein O-Ton: "häh, Bismarck, ist das der Olle von der Tanke?"). Folglich würde mein Freund das mit der Fahrradreparatur nicht hinbekommen. Naja und ich selbst habe zwar jede Menge Ahnung von Bismarck, Geo u. Co., aber ich will mir ja als Frau nicht die Hände schmutzig machen und meine Fingernägel ruinieren, sonst hätte ich mein Fahrrad aufgrund dieser tollen Kenntnisse natürlich locker selbst reparieren können.
Kaum bei meinem Fahrradhändler angekommen, sprudelte es also bei mir vor lauter Vorfreude schon heraus: "Ob er sich, wie vom MDR berichtet, wie alle Fahrradmechaniker so gut mit Bismarck auskenne," frage ich ihn. Und dann geschah was Wunderbares: Wir unterhielten uns fast eine Stunde über Bismarck auf höchstem Niveau!!! Toll - und vor lauter Freude auch seinerseits, bekam ich die Fahrradreparatur noch gratis dazu :-)
Doch Gott sei Dank war sie gratis, denn als ich mit dem Fahrrad an dem berüchtigten Super-Hügel ankam, der auf meiner Nachhausestrecke liegt, und deshalb herunterschaltete, war dieses schleifende Geräusch wieder da - grrr. Zuhause angekommen fluchte ich. Mein Freund war schon da und beruhigte mich: "ich schau mir die Gangschaltung mal an und dann läufts wieder wie geschmiert," sagte er. Und ich erwiderte skeptisch: "Ich habe so meine Zweifel, ob Du das mit Deinen bescheidenen Geschichts- und Geokenntnissen hinbekommen wirst." Und siehe da: ich sollte eines Besseren belehrt werden. Wenige gekonnte Handgriffe meines Freundes genügten und meine Gangschaltung bewältigt seitdem alle Steigungen ohne jedes störende Geräusch. Nach diesem Erfolg schlug ich meinem Freund doch glatt vor, einen Nebenjob als Fahrradmechaniker zu suchen. Doch ohne zu wissen, wer Bismarck ist und wie die Hauptstadt von Spanien und Norwegen heißt, wird er wohl nicht viel Glück bei der Jobsuche haben.
 

zeskwetsch

Geheimer Meister
27. Dezember 2002
238
Kleine Frage: Allgemeinbildung, wozu? Um Erfolg in Quizshows haben zu können?

Dann galubt der halt, Zürich sei die Hauptstadt Frankreichs, NA UND? Tut auch keinem weh.
Der Umfang eines Rechtecks wurde in NoToms Beispiel korrekt ausgerechnet, übrigens auch noch der Formel gemäß. Wozu soll der die Formel beherrschen, wenn es auch mit einfacher Logik geht?

Oder kennt ihr die Hauptstädte von Uruguay und Botswana auswendig?
Kennt jemand ohne nachzuschlagen die Formel für den Kreisumfang?
Wann endete der Erste Golfkrieg und welche Länder waren beteiligt?
Wer ist der/die deutsche InnenministerIn?

Wem nutzt es etwas, das zu wissen?
 

Arkana

Geselle
4. August 2002
29
was ich an der uni erlebe:

leute die in einem referat, das ca. 1h dauern soll, und in dem jedes der sechs gruppenmitglieder ca. 10 min zu seinem teil des themas referieren soll, einen vortrag über die watergateaffäre auf 110 powerpoint-folien zeigen möchten und sich dann wundern wenn man ihnen sagt, das sei zu viel.

von einer germanistin die aussage: "gregor samsa kommt in kafkas verwandlung vor. aber nur ganz kurz. ist ein nebencharakter. ich weiß das, hab über das buch ein seminar besucht."

leute, die sich im ersten semester damit freunde machen, daß sie laut in den raum posaunen, einen abischnitt von 1,0 zu haben, daß sie alle kommilitonen als konkurrenten sehen und sich in die hose machen, als sie hören, sie sollen eine hausarbeit über 15 seiten zu einem bestimmten thema schreiben - da sehen sie sich überfordert.

das sind zugegebenermaßen extremfälle, die meisten studis sind einigermaßen fit.

aber was man so im täglichen leben mitbekommt, ist schon traurig. eine anekdote aus meinem leben:

ich lebe in augsburg, das liegt geographisch gesehen, wie die meisten sicher wissen, zwischen münchen und ulm. zwei freunde von mir wollten nach ulm fahren. rauf auf die A8, immer drauflos, rufen mich einige zeit später aus einer münchener telefonzelle an: hey, wo ist denn ulm? - führ die nordlichter zur verdeutlichung: meine antwort war nach einem lachanfall: umkehren, um 180° wenden, die A8 richtung augsburg, an augsburg vorbei, nächste grössere stadt.

und die beiden haben mit mir abi gemacht. in augsburg.

und milktoast:

Ich bin sehr wohl in der Lage, einen deutschen Satz auch mit Großschreibung zu formulieren... wie du aber vielleicht bemerkt hast, schreibe ich im Netz grundsätzlich klein, weils mir ehrlich gesagt zu lang dauert, die Hochstelltaste zu aktivieren - ich hab als Abiturientin leider nie das Zehnfingersystem gelernt...

Und sorry, aber ich darf doch wohl im Zeitalter von Internet, Handy und Playstation von einem Durchschnittsmenschen erwarten, daß er weiß, daß zwischen analog und digital ein Unterschied besteht. Und daß ein Fernseher einen Bildschirm und ein Digitalreceiver ein Display hat, ist jetzt auch kein riesiges Geheimnis...
 

Habakuk

Geheimer Meister
27. Juni 2003
139
@ NoToM – "Sehr oft" heißt: bei vielen kommt die Schädel-Schlichtheit freiwillig rüber. Die muss man einfach nur reden lassen. Bei noch mehr Kandidaten zeigen sich die Grenzen spätestens auf Nachfrage. Konkret verifizieren kann ich's natürlich nicht - aber ich sach ma: 70 % aller
Schüler/Azubis, die jünger als 23 ( :wink: ) sind, leben mit ihrem Hirn/Wissen/Horizont in einer echten Parallelwelt. Aber vielleicht lege ich ja auch nur die falschen Maßstäbe an. :roll:
 
Oben Unten