Aber wer ist denn bittschön Bob Lazar ? Was hat er denn wirklich vorzuweisen, als bloße Behauptungen - und was das "Element 115" betrifft physikalisch sehr schwammige noch dazu ?
Nein, ich halte es nicht für möglich, instabile Elemente zu stabilisieren. Allein aus kernphysikalischer Sicht ist das nicht möglich.
Das ist vergleichbar mit dem Versuch der Alchimisten, auf chemischem Wege Gold aus unedleren Metallen herzustellen. Das ist deshalb unmöglich, da chemische Reaktionen sich ausschließlich in der Elektronenhülle der Elemente abspielen, während eine Elementumwandlung nur über den Atomkern möglich ist.
Was nicht bedeutet, daß nicht stabile Isotope bestimmter Transurane denkbar sind.
Stephen Hawkings - und der ist in der Physik auch nicht unumstritten - hat in einem seiner Bücher gesagt, daß viele Aussagen der Quantenphysik nicht weniger abenteuerlich sind als z.B. der Astrologie.
Dennoch gibt es einen qualitativen Unterschied: Die Aussagen der Quantenphysik basieren auf älteren, etablierten Theorien, die in der Vergangenheit zu verifizierbaren Aussagen geführt haben. Die theoretischen Voraussagen konnten durch Experimente bestätigt werden sobald diese möglich wurden. Übrigens gibt es derzeit einige Aussagen der Quantenphysik, die man noch nicht bestätigen konnte, weil die betreffenden Experimente noch nicht möglich sind.
All das bleibt uns die genannte Astrologie schuldig und daher sind ihre Aussagen auch anders zu bewerten als die der Quantenphysik.
Nicht anders ist das bei Lazar. Und übrigens: Wenn er wirklich so eine wichtige Person im Area 51 gewesen wäre, wie er behauptet, dann gäbe es ihn nicht mehr oder genauer: Es hätte ihn nie gegeben. Aber dazu später mehr.
Grundsätzlich leuchtet mir nicht ein, warum es in der Szene häufig so eine vehemente, unreflektierte Kritik gegenüber dem etablierten Wissenschaftsbetrieb gibt, der sich immerhin aus einer großen Anzahl unterschiedlichster Wissenschaftler und Institutionen zusammensetzt, während gleichzeitig die abenteuerlichsten Figuren, die nichts in der Hand haben als die bloße Behauptung, so eine unterwürfige Huldigung erfahren.
Seien wir doch mal ehrlich: Das ist nichts anderes als unsere klammheimliche Freude an phantasievollen Räuberpistolen - die einen lieben sie im politischen oder esoterischen Gewand, andere im wissenschaftlichen. Aber dann kann man ja auch gleich Science-Fiction lesen.
Fatal daran finde ich, daß diese erschröcklichen Geschichten den Blick auf die wirklichen "Verschwörungen" verstellen, die ohne Zweifel Tag für Tag stattfinden: Der Zugriff auf ganze Kontinente wegen des Öls und anderer Rohstoffe, die Widereinführung des Rassismus durch das Hintertürchen der Genetik, die Verdummung breitester Bevölkerungskreise durch die Zwangsmedikamentierung mit Psychopharmaka, um nur einige zu nennen - DARÜBER sollten wir nachdenken und diskutieren und nicht darüber, ob irgendwelche Marsmännchen 1947 einen Verkehrsunfall hatten.
Wenn ich an den Schalthebeln der Macht säße, würde ich jedenfalls genau solche Geschichten fabrizieren: Dann ergötzt sich eine breite Masse daran und kommt nicht über die wirkliche Welt ins Grübeln.
Und schließlich noch eins zum Thema verschwinden lassen:
Ein mir persönlich gut bekannter Redakteur für Computerthemen war und ist immer berufsbedingt viel in den USA. Vor Jahren lernte er einen Programmierer kennen, der eine eigene Firma aufbaute.
Später wollte er wieder mit ihm Kontakt aufnehmen, aber es war, als hätte es ihn nie gegeben. Den Programmierer nicht, die Firma nicht...
Das Leben kann ja wechselhaft sein, zunächst dachte er sich nichts dabei: Jemand kann schon - von hier aus gesehen - "verschwinden", einfach weil er pleite geht usw.
Der Redakteur ließ aber nicht locker, und als er wieder in den Staaten war, suchte er alte Orte auf, sprach mit gemeinsamen Bekannten - niemand wollten den Programmierer auch nur jemals gekannt haben.
Zurück in Deutschland, wurde ihm eine Broschüre zugespielt. In dieser Broschüre stand - im allgemeinen - verschiedene Techniken und Hinweise, wie man eine Person "verschwinden" lässt, wie man Familienangehörige und Freunde ermittelt, aufsucht, einschüchtert, amtliche Dokumente beseitigt u.v.m.
Das war dann der Wink mit dem Zaunfall, der meinen Freund veranlasste, nicht mehr weiter zu recherchieren.
Der genannte Programmierer war übrigens Experte im Bereich Mustererkennung.
Ihr glaubt doch wohl nicht im Ernst, daß mächtige Geheimdienstorganisationen Typen wie den Lazar einfach gehen und plaudern lassen würden, wenn seine Behauptungen wirklich diese Brisanz hätten ? Der wäre doch schon über die Klinge gesprungen, noch bevor der Pieps hätte sagen können.



LinkBack URL
About LinkBacks
Mit Zitat antworten
