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Hallo Baro,
zu den Schüsslersalzen an sich, gäbe es dann von meiner Seite nichts mehr zu sagen. Ich weiß jetzt nicht, ob die weitere Diskusion, noch im Sinne des TE ist, möchte aber auf ein paar Punkte deines Kommentars noch eingehen.

Meine Kriterien liegen in dem Bereich der am schonendsten, konstengünstigsten und wirksamsten Methode einen Krankheitsprozess zu verhindern, zu verlangsamen, oder ihn einzudämmen oder gar zu heilen. Ich sehe darin keine Diskrepanz das, je nach Krankheitsbild, auch mit alternativen Heilmethoden erreichen zu wollen.
Dann frage ich auch dich, was du unter alternativen Heilmethoden verstehst. Diesen Oberbegriff nehmen die unterschiedlichsten Denkansätze, Diagnose- und Behandlungsmethoden für sich in Anspruch.
Ich halte schon die Begrifflichkeit für falsch. Entweder man kann einen Wirksamkeitsnachweis führen und erklären, was dadurch im Körper passiert, dann ist es eine Heilmethode, die Vorsilbe alternativ wäre dann überflüssig. Wenn dieser Nachweis aber nicht erbracht werden kann oder will, stattdessen dogmatisch mit Glaubenssätzen oder Belehrungen im Sinne von,"man muss nicht alles wissen wollen" argumentiert wird, fasse ich beispielsweise Homöopathie genauso unter Hokuspokus wie esoterisch magische Verfahren. Zur Nutzung des Placebo Effektes hatte ich mich ja schon geäußert.
Mir geht es auch darum festzustellen, dass viele Krankheiten nur Symptomatisch behandel werden ohne gleichzeitig an der Ursache zu arbeiten.


Der heutige Arzt ist im allgemeinen nur Diagnostiker. Therapeuten sind andere. Meist der Patient selbst oder die Physiotherapie. Heilverfahren behinhalten in der allgemeinen Schulmedizin sowie in verschiedenen Fachbereichen zu wenig Prophylaxe zuviel Einsatz von Pharmaka und symptomorientierte "Behandlung". Das ist natürlich nicht zuletzt eine Frage der Gesundheitspolitik.
Das stellt sich aus meinem Blickwinkel völlig anders da.
In der Einrichtung in der ich unter anderem für die Gesundheitsfürsorge und die damit zusammenhängende medizinisch pflegerische Logistik, einschließlich Veranlassung und Begleitung ärztlicher Kontakte verantwortlich und daher bei Gesundheitsfragen erster Ansprechpartner bin, mache ich täglich die Beobachtung, dass dies von Betroffenen, Angehörigen und Betreuern durchaus so gewünscht wird.
Kaum jemand will damit belästigt werden, die Lebens-, Ernährungs- oder Hygienegewohnheiten oder den Tagesablauf ,umstellen zu müssen.

Es werden die das Gesundheitsproblem verursachenden oder aufrechterhaltende Faktoren mit Zähnen und Klauen verteidigt. Der Versuch da Zusammenhänge aufzuzeigen, stößt häufig auf taube Ohren. Stattdessen wird getönt, das Medikament, die Salbe nützt nicht oder der Arzt sei Sche**e, weil vermeidbare Probleme weiterbestehen. Es wird nach anderen Medikamenten, weiteren Untersuchungen und Fachärzten bei teils banalen Dingen gefragt. Die Devise ist häufig "Wasch mich, aber mach mich nicht nass." Den Medizinern da vorzuwerfen, sie würden nicht ursächlich behandeln, ist meines Erachtens zu kurz gedacht.

Prophylaxe erfordert schon auch Eigeninitiative und muss jeder selbst umsetzen.



Von ideologischem Käse würde ich nicht reden wollen, wenn manche Leute zum Ausdruck bringen sich beim Arzt heutzutage nicht mehr aufgegoben sondern abgefertigt zu fühlen und dann beim Heilpraktiker landen, da der ebene anders agiert mit mehr Zeitaufwand.
Ich gebe zu, "ideologischer Käse" war provozierend formuliert.
An diesem Punkt verlassen wir aber den Bereich der Medizin und driften in sozialwissenschaftliche Fragestellungen. Welche Bedürfnisse treiben die Patienten zum Heilpraktiker. In medizinischen Fragestellungen hat dieser im Vergleich zum Arzt nur eine Schmalspurausbildung, kann keine besseren Leistungen anbieten und ist für den Patienten teurer. Also liegt die Vermutung nahe, dass hier die Erfüllung anderer Bedürfnisse (z.B Zeit und Zuwendung vielleicht Hoffnung, insbesondere bei chronischen und progredienten Krankheitsverläufen) über den Umweg einer „alternativen“Behandlung, die Triebfeder sind.
Wie jeder andere auch, müssen Ärzte in ihrem Job Prioritäten setzen, sich auf ihren Auftrag beschränken, das vielleicht Wünschenswerte, gegenüber dem medizinisch Notwendigen zurückstellen und vor den Kostenträgern vertreten, auch wenn die sozialen Bedürfnisse der Patienten, die sich im Arztbesuch auch Ersatz für Sozialkontakte, Event und Tagesstruktur erhoffen, nachvollziehbar sind (was für ein Bandwurm Satz)



Von ideologischem Käse würde ich auch nicht reden wollen, wenn man die Verordnugen pharmazeutischer Produkte so sieht und zwar ohne darüber nachzudenken ob es eventuell andere Möglichkeiten gäbe, von denen der Arzt selbst leider nicht profitiert.
Entschuldige Baro, aber das ist keine Argumentation. Die Rezeptierung verordnungsfähiger Medikamente belastet nämlich das Budget der jeweiligen Praxis, im Gegensatz zur Empfehlung eines beispielsweise naturheilkundlichen Präparates, eines Wickels, die Aufforderung zu Bewegung oder was auch immer.


Gruß
Dirtsa