Hi Bona,
soziale Faktoren können Hirnstrukturen und Funktionen verändern
umgekehrt, werden Emotionen und verhalten vom Gehirn gesteuert.
Externe und interne Faktoren stehen in Wechselwirkung, nicht nur bei ADHS.
Organische Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten grundsätzlich zu leugnen, finde ich genauso falsch, wie jede Verhaltensabweichung auf gestörte Organfunktionen zu reduzieren.
Es lohn sich auch zu hinterfragen, ab wann eine unerwünschtes Verhalten, überhaupt einen Krankheitswert und einen Behandlungsbedarf darstellt.
Deine Äußerung in Bezug auf das Verschreibungsverhalten von Kinderärzte ist eine pauschale Behauptung, die ich in dieser Verallgemeinerung nicht stehen lassen würde. Davon abgesehen wäre es auch interessant, wie oft der Griff nach dem Rezeptblock dem Elternwunsch entspricht.
Manches Elternteil hat die Haltung Variationen und Entwicklungen auch hinsichtlich des Verhaltens, nicht als zu dem Kind gehörig zu betrachten, oder vielleicht auch den eigenen Anteil, beispielsweise durch die Erziehung zu hinterfragen, sondern die Wunschvorstellung vom Kind mittels Tablette herzustellen zu wollen.
Davon zu unterscheiden sind meines Erachtens Kinder, die durch ADHS erheblich in ihren Möglichkeiten eingeschränkt sind, die selber und ihr Umfeld Dauerstress, ständigen Konflikten und sozialer Isolierung ausgesetzt sind.
Wenn diese mit Ritalin unter Abwägung von Nutzen und Risiko besser zurechtkommen, wüsste ich nicht, was dagegen spricht.
Dazwischen liegt meines Erachtens ein weites Feld.
Ich denke, man sollte den betroffenen Familien ihren eigenen Umgang damit zugestehen. Was für eine Familie ohne Medikamente noch händelbar ist, überschreitet in einer anderen die Grenzen des Machbaren und Möglichen.



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