Vorhandensein und Gültigkeit von Studien Vorteile veganer Kost gegenüber ovo-lakto-vegetarischer Ernährung und Mischkost bestehen bei vorhandenen
Allergien gegen tierisches
Eiweiß. Jenseits des Nährstoffgehalts der Nahrung spielen individuell verschiedene Faktoren wie Qualität, Frische, Reifezustand sowie Zubereitungsarten und Zutatenmenge eine wesentliche Rolle. Hinzu kommen Aspekte der allgemeinen Lebensführung wie Herkunft und Bildungsstand, Bewegung und Genussmittelgebrauch, insbesondere Tabak und Alkohol, und der besondere Nährstoffbedarf in bestimmten Lebensphasen wie Schwangerschaften und
Rekonvaleszenz verallgemeinernde Aussagen erschweren. Die im Zusammenhang mit Vegetarismus genannten Vorteile gelten im im wesentlichen auch für Veganer.
[39]
Vermeidung von Mangelerscheinungen Aufgrund des Verzichts auf Calciumquellen wie Milch und Käse sollte die fehlende Calziumzufuhr kompensiert werden, um Mangelerscheinungen auszuschließen. Darüber hinaus ist bei Veganern eine mögliche Unterversorgung von
Vitamin B12 besonders zu beachten. Der höhere Folsäuregehalt pflanzlicher Kost kann allerdings
hämatologische Symptome des Mangels maskieren und so die Entdeckung verzögern.
[40] Gestillte Kinder von Müttern, die sich veganisch ernähren und deren Muttermilch arm an Vitamin B
12 ist, entwickeln ohne Zufütterung tierischer Lebensmittel meist bereits im zweiten Lebenshalbjahr Mangelsymptome. Dazu gehören eine verlangsamte oder rückläufige neurologische Entwicklung bis hin zur Apathie und zum
Koma, hochgradige
Hirnatrophie und bleibende neurologische Schäden. Eine Vorbeugung (
Supplementierung) mit entsprechenden Zusatzstoffen bei schwangeren und stillenden Veganerinen sowie deren Kindern wird ärztlicherseits dringend angeraten.
[39] Verschiedene Studien wie auch das Veganismus ansonsten positiv gegenüber eingestellte Positionspapier der ADA betonen die rechtzeitige Supplementierung.
[40] Vitamin B
12 wird durch Mikroorganismen hergestellt, die sich unter anderem in der Darmflora von Wiederkäuern finden.
[41] Entsprechende Mangelerscheinungen treten in Entwicklungsländern etwas weniger auf, da das Vitamin unter anderem über Pflanzen aufgenommen wird, die Verunreinigungen aus tierischen und menschlichen Fäkalien aufweisen. Letztere enthalten verhältnismäßig hohe Vitamin B
12 Gehalte.[42]
Standpunkte nationaler Ernährungsgesellschaften Sowohl die
Eidgenössischen Ernährungskommission[43] wie auch die
DGE raten von veganen Ernährungsformen aufgrund festgestellter Risiken in allen Lebensphasen ab.
[44]
Die
American Dietetic Association vertritt zunächst den Standpunkt, dass vegetarische Kostformen, veganische eingeschlossen insgesamt einen gesundheitlichen Nutzen in der
Prävention und Behandlung bestimmter Erkrankungen hätten. Auch eine „vernünftig geplante“ vegane Kost würde dem Nährstoffbedarf gerecht und sei für jede Lebensphase „einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und Pubertät“ geeignet. Zum Ausgleich von Nährstoffdefiziten wird angeraten,
künstlich angereicherte Lebensmittel und entsprechende
Nahrungsergänzungsmittel zu verwenden.
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