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Wie die Wahrnehmung funktioniert weiß man heute recht gut, aber der reine Konstruktivismus hilft uns in der Praxis nicht weiter.

Die Qualität unserer Wahrnehmung ist der Schlüssel zur Qualität unseres Handelns.

Wenn wir eine Situation falsch, verzerrt, einseitig wahrnehmen, wenn wir einen wesentlichen Aspekt übersehen oder nicht "für wahr haben" wollen, wenn wir unseren Vorurteilen erlauben, unseren Blick auf die Realität zu verstellen, dann geht zwangsläufig auch unser Handeln an der Situation vorbei. Wenn wir beispielsweise jemanden, der aus Angst in den Widerstand gegangen ist, fälschlich als verstockt oder "politisch motiviert" ansehen, dann können wir bei der Auswahl der Handlungsoptionen noch so sorgfältig und geschickt vorgehen; dennoch werden wir immer nur nach Handlungsoptionen suchen, die darauf zielen, einen verstockten oder politisch motivierten Gegner zum Einlenken zu zwingen. Weil diese Maßnahmen die vorhandenen Ängste nicht auflösen, sondern verstärken, wird all unser Handeln die Situation eher verschlechtern als verbessern. Im Grunde ist das wie beim Hemdenknöpfen: Hat man einmal falsch angefangen, kann man noch so folgerichtig und konsequent weitermachen, es kommt nichts Brauchbares mehr dabei heraus.
Wahrnehmung: Das unsichere Fundament unseres Handelns