Mosul: US-Truppen feuern auf unbewaffnete Demonstranten!
von Dschugan Rosenberg - 15.04.2003 22:26
In Mosul haben US-Truppen irakische Demonstranten erschossen, die keinen Beifall für den neuen US-Governeur Mashaan al-Juburi spenden wollten, sondern lautstark protestierten. In Bagdad verscheuchen US-Truppen Journalisten, die Anti-US- Kundgebungen filmen wollten. Schliesslich heute die Durchsuchung des von internationalen Journalisten bewohnten Hotels Palestine nach Personen, die „den USA unfreundlich“ gesinnt sind. Die irakische Zivilgesellschaft beginnt mit einem Militäreinsatz gegenüber kritischen Journalisten.
Man kann nicht sagen, das die US-Truppen untätig sind! Trotz der zusammengebrochenen
medizinischen Versorgung, der zusammengebrochenen Versorgung mit Wasser und Nahrungsmitteln und den Plünderungen von Banken und Museen tun sie etwas.
Denn erste Aktion war es, die Ölquellen „für das irakische Volk“ zu sichern. Die zweite ist die Erschießung derjenigen, die ihren Protest gegen die USA demokratisch äußern.
Es passt überhaupt nicht in das Außenbild der US-Armee, das große Teile der Bevölkerung vielleicht sogar die Mehrheit der irakischen Bevölkerung diese Befreiung durch die USA ablehnt. Die in den Medien verbreiteten Bilder von Massen, die den Invasionstruppen zujubeln, entspricht nicht der Realität sondern Wunschdenken darüber, wie die US-Truppen an der Heimatfront in den USA bei den Angehörigen der Truppen wahrgenommen werden sollen.
Also ändert man die Realität, indem diejenigen erschossen werden, die nicht ins Bild passen - auch wenn sie ihren Protest unbewaffnet und öffentlich, also demokratisch äußern. Wenn es nach solchen Erschießungsaktionen dann niemand tut, kann CNN ja wieder die übrigbleibenden US-Fans als „vorherrschendes öffentliches Meinungsbild“ zeigen.
Ohrenbetäubender Protest begann wohl heute in Mosul, als Mashaan al-Jaburi mit seiner Pro-US- Rede begann. Als die Zuhörer protestierten, schossen die US-Soldaten in die Menge. Mehr als 10 erschossene Zivilisten und mehr als 100 Verwundete sind die Folge.
In Bagdad verscheuchten US-Soldaten Journalisten, die Anti-US-Demonstrationen filmen wollten.
Am gleichen Ort des inszenierten Abriss der Saddam-Statue in Bagdad traf sich wohl eine große Menschenmenge mit der Parole: No, No, USA ! Wann endlich werden diese undankbaren irakischen Terroristen begreifen, das die Ehefrauen der amerikanischen Soldaten solche Bilder nicht verdient haben.
Und schließlich wurden heute die Wohn- und Arbeitsräume internationaler Korrespondenten und Journalisten im Hotel Palestine in Bagdad von US-Militär durchsucht. Man suche Leute, die den USA nicht freundlich gesinnt sind („look for people who are not friendly to the United States“), so das Militär.
Links:
http://www.news.com.au/common/story_...5E1702,00.html http://www.theage.com.au/articles/20...172597223.html http://www.news24.com/News24/World/I...348021,00.html http://www.cnn.com/2003/WORLD/meast/....hotel.search/ http://www.hinduonnet.com/thehindu/holnus/01152010.htm