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steckt in jedem menschen ein bisschen homosexualität, bzw. h

steckt in jedem ein bisschen homosexualität, bzw. heterosexualität?


  • Umfrageteilnehmer
    453

JimmyBond

Einsamer Schütze
7. Mai 2003
1.593
die menschen sind von grund auf neugierig, und zwar in jeder form. nur ob man bereit ist seine neugier in tat umzusetzen ist ne andere frage :roll:
 

minister

Geheimer Meister
22. August 2003
420
Ventus schrieb:
Also eins von beidem muss doch wohl , oder ?



Gute Frage!?! :wink: :lol:

(und was ist eigentlich´dann ein reiner Narzisst? :roll: )




Zum Thema sexuelle Ausrichtung des Menschen und über die Begriffe "richtig" und "falsch":

"Und als er auf dem Wege war und nahe Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlichein Licht vom Himmel...
Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf und gehe in die Gasse, die da heisst, die Gerade
."
(Apostelgeschichte 9, 3 und 11)



Der Begriff "Bekehrung" oder auch Konversion scheint sich auf diesem Gebiet grosser Beliebtheit zu erfreuen, wenn es wirkliche oder angenommene Wandlungen oder der Andersartigkeit von manchen Menschen was ihre sexuelle Orientierung und Vorlieben betrifft, und es diese zu bezeichnen gilt.

Freud meinte diesbezüglich: "Im allgemeinen ist das Unternehmen, einen vollentwickelten Homosexuellen in einen Heterosexuellen zu verwandeln, nicht viel aussichtsreicher als das umgekehrte Vorhaben. Nur dass man dies letztere aus guten praktischen Gründen niemals versucht hat".

Der Reiz von Bekehrungsmetaphern liegt unter anderem in ihrer erzählenden Klarheit: "Ich war dies, jetzt bin ich das. Ich war blind, jetzt bin ich sehend geworden."
Aufgrund der wechselseitigen Ausschliesslichkeit beider Zustände - hier Verblendung, hier Erkenntnis - erscheint es unmöglich, diese Lebensgeschichten als bisexuell zu bezeichnen.

Wie in den meisten Fällen von Verblendung und Erkenntnis ist die Wahrheit aber vermutlich ein wenig komplizierter!


Einige Bekehrungsgeschichten mögen den zusätzlichen Vorteil (jedenfalls für den "Bekehrten") haben, dass sie eine unbequeme Vergangenheit wirkungsvoll und plötzlich ausblenden - Es gab ein "Vorher" und danach ist "Jetzt". Glaubt man an eine Bekehrung, also an die Ausschliesslichkeit von Hetero- oder Homosexualität, dann dürfen diese beiden Stadien von damals und jetzt offenbar nichts miteinander zu tun haben.

Oft in der Vergangenheit wurde eine (scheinbare) "Bekehrung" zelebriert und ein Mensch begab sich voll Eifer und als "Wiedergeborener" auf den Pfad der Tugend, was in weiten Kreisen als "Reinigungsgeste" akzeptiert wurde, um den "moralischen Makel" zu tilgen.
Aus verwandten Gründen sind auch Bekehrungsgeschichten in Gefängnissen nichts Ungewöhnliches (womit nicht gesagt sein soll, sie seien immer unecht oder unaufrichtig).
Aber die Bekehrung ist, um ein etwas überstrapaziertes Wort zu gebrauchen "binär". Sie zieht eine Grenze. Und sie hat keinerlei Interesse die Existenz oder das Wesen dieser Grenzlinie in Frage zu stellen.

Was jedoch die Bekehrungen an dieser Stelle besonders interessant macht, sind nicht diese an sich, sondern die Geschichten von Bekehrungen.
Die Bekehrungsgeschichten Paulus und Augustinus bis hin zu Malcolm X nehmen in der westlichen Kultur und Literatur einen breiten Raum ein.
Sexuelle Bekehrungsgeschichten besitzen freilich ihren eigenen Reiz: Sie versprechen nicht nur die Suche nach Selbsterkenntnis, ein gerütteltes Maß an Selbstzucht und Seelen-Forschung, sondern darüber hinaus eine Reihe unvermeidlicher und höchst interessanter sexueller Details.
Es gehört schliesslich zu den verkaufsfördernden Eigenschaften einer Bekehrungsgeschichte, dass sie dem neuerlichen Konvertiten (=im Glauben bekehrter) ein vergangenes Leben - von reinem Trieb und Leidenschaft angefeuert - in "Schmutz und Sünde" gestattet, ja, es sogar in gewisser Weise vorraussetzt.


Die erotische Investition des Menschen in die Institution Ehe darf nicht unterschätzt werden, sei diese Investition nun positiv oder negativ.



Wobei es wie in den meisten Angelegenheiten unserer Welt keine Ausschliesslichkeit und allumfassende Verallgemeinerung und Kategorisierung in verschiedene Sparten oder allgemeinen Bezeichnungen (welche dazu dienen in vorgesehene und leicht überschaubare gewohnte Formen zu pressen) geben darf und kann.





Minister
 

DrAbgah

Geheimer Meister
13. Januar 2003
258
in der FR war letzte woche ein sehr interssanter aufsatz unter anderem zu Adorno und dem Reiche-wort von der "homosexualisierung der gesellschaft".
ich denke, dass homosexualität weitgehend ein symptom unserer gesellschaft ist und die homosexualität wiederum die sexuelle freizügigkeit und die sitten beeienflusst.
ich meine das in keinem punkt negativ.
 

minister

Geheimer Meister
22. August 2003
420
DrAbgah schrieb:
ich denke, dass homosexualität weitgehend ein symptom unserer gesellschaft ist und die homosexualität wiederum die sexuelle freizügigkeit und die sitten beeienflusst.

@DrAbgah: Inwieweit gehst du davon aus, dass Homosexualität die sexuelle Freizügigkeit beeinflusst. Auf welchem umfangreichen Erfahrungsschatz beruhen deine diesbezüglichen Erkenntnisse?



Minister
 

antimagnet

Ritter Kadosch
10. April 2002
5.881
unsre gesellschaft?

warum heißt das wohl griechisch?

:wink:

gibts den aufsatz im netz, drabgah? würd mich interessieren...
 

Zottelfritz

Geheimer Meister
27. November 2002
430
Also ich tippe mal dass jeder die Anlage für beide sexuellen Ausrichtungen in sich trägt, und dass es eher darauf ankommt wie er in die jeweilige Richtung geprägt wird. Also, inwieweit sein Umfeld und seine Erfahrungen ihn in eine Richtung lenken. Natürlich fällt diese Veranlagung sicherlich bei einigen schon von Grund auf stärker aus als bei anderen.
 

minister

Geheimer Meister
22. August 2003
420
Zottelfritz schrieb:
Also ich tippe mal dass jeder die Anlage für beide sexuellen Ausrichtungen in sich trägt, und dass es eher darauf ankommt wie er in die jeweilige Richtung geprägt wird. Also, inwieweit sein Umfeld und seine Erfahrungen ihn in eine Richtung lenken. Natürlich fällt diese Veranlagung sicherlich bei einigen schon von Grund auf stärker aus als bei anderen.



Schön, endlich ein vernünftiger Beitrag zum Thema.




Hier zB eine Aussage von Kate Millet:

"Homosexualität ist die Erfindung einer heterosexuellen Welt, die mit ihrer eigenen Bisexualität klarzukommen versucht."






Ich denke es ist die freie Entscheidung jedes einzelnen für welche Lebensform er sich entscheidet. Genauso wie es jedem ganz persönlich zu Eigen ist, auf welche Reize er nun anspricht was ihm gefällt oder welche Interessen und Neigungen er in seinem Leben hat.



Minister
 

DrAbgah

Geheimer Meister
13. Januar 2003
258
leider musste ich feststellen, dass der artikel nur in der druckausgabe vom 09.11.2003 zu finden ist.
er füllt eine halbe zeitungsseite, aber bei gelegenheit tippe ich ihn ab.
Er stammt von Reimut Reiche und heisst:
"Die Homosexualisierung der Gesellschaft.
Nach der Trennung der Lust- von der Zeugungsfunktion hat sich das Geschlechtsleben gravierend verändert"
und im Untertitel liest man: Ob in der Umstellung auf Mobilität, sequentielle Monogamie, Kinderlosigkeit, Onanie oder neue Fetische: Die gegenwärtig dominanten sexuellen Entwicklungstrends belegen, dass die homosexuelle Subkultur unerkannt eine Pionierfunktion für die Gesellschaft im Ganzen übernommen hat.

wie gesagt fand ich den Artikel gut und versuche ihn bald online zu bringen...
greetz
 

sillyLilly

graues WV- Urgestein
14. September 2002
3.269
PS: Manchmal schreibe und schreibe ich, weiss nicht ob ich vom Thema abkomme oder den Faden nur fortführe, weiss nicht ob mir noch jemand folgen kann oder will, und nicht schon längst übersprungen hat was ich und wie ich meine Gedanken denke. Manchmal kommt es mir vor wie ein Selbstgespräch das ich führe, ohne dass mir irgendjemand zuhört und schreibe immer weiter, und wenn ich es dann abschicke bin ich schockiert was da alles steht, kann nicht glauben wer so etwas geschrieben hat; darüber was ich von mir preisgebe, selbst wenn es nur im Internet publik ist.

Ich bin deinem Faden gerne gefolgt. :D



Dieses zärtliche Gefühl für jemanden dem man sich innerlich ganz nahe fühlt ... und das Bedürfnis das diese Nähe auch äußerlich fühlbar ist, habe ich auch schon unabhängig vom Geschlecht empfunden. Eigentlich ist die äußere Nähe dann so etwas wie eine Fortsetzung oder Intensivierung der inneren Nähe.


"Homosexualität ist die Erfindung einer heterosexuellen Welt, die mit ihrer eigenen Bisexualität klarzukommen versucht."
Das Zitat finde ich klasse und es trifft meine Meinung zu dem Thema auf den Punkt.

Namaste
Lilly
 

DrAbgah

Geheimer Meister
13. Januar 2003
258
@minister: ja, dann halt 09.09.2003...man kommt mit diesem ganzen 911-kram ja völlig durch einander...sorry, jetzt stimmt das datum aber :roll:
 

minister

Geheimer Meister
22. August 2003
420
DrAbgah schrieb:
@minister: ja, dann halt 09.09.2003...man kommt mit diesem ganzen 911-kram ja völlig durch einander...sorry, jetzt stimmt das datum aber :roll:


Kein Problem, ich hatte mir so was schon gedacht. Passiert mir selbst auch hin und wieder, wenn ich ganz in meine Sache vertieft bin.

Hauptsache du entstammst nicht aus der Zukunft! :wink:

...Sonst könntest du die Lottozahlen für uns ebenfalls aus der Zeitung suchen! 8) :D



PS: Bin schon gespannt was uns in dem Artikel da so alles erwartet.


Grüsse,

Minister
 

sillyLilly

graues WV- Urgestein
14. September 2002
3.269
WV - ist das tatsächlich der einzige Ort unter dessen Namen sich Menschen heutzutage frei Gedanken darüber machen können in der Gesellschaft. Ist es bereits so weit gekommen?

Ich glaube nicht. Es wird hier vielleicht nur leichter sichtbar.

Namaste
Lilly
 

sleep-y-sister

Geselle
14. September 2003
9
ich habe die erfahrung gemacht, dass in jedem menschen eine gewisse neugir auf das unbekannte vorhanden ist. doch gehe ich deswegen nicht davon aus, dass nur die lust auf das unbekannte diese "neigung" hervorruft. es ist bewiesen, dass sich die sexuelle neigung eines menschens wärend der schwangerschaft festlegt. und ich denke, dass es genügend menschen gibt, die trotz ihrer 26 jahre nicht begreifen, dass sie mit ihrer bisherigen lebenseinstellung nicht glücklich werden können. komisch daran ist, dass viele in deren umfeld das verstehen...nur die betreffenden person leider nicht...
 

Tetsuo

Geheimer Sekretär
9. Juli 2003
649
WV - ist das tatsächlich der einzige Ort unter dessen Namen sich Menschen heutzutage frei Gedanken darüber machen können in der Gesellschaft. Ist es bereits so weit gekommen?

Nicht ganz ich denke unsere Generation geht schon etwas lockrer damit um aber es gibt ja immer noch Leute die der so der Meinung sind...

...IHHHH DU BIST SCHWUL! HILFE ICH KÖNNTE MICH ANSTECKEN!

IHHHH DU HAST EINEN GELÄHMTEN ARM! ICH MUSS SCHNELL DIE KINDER IN SICHERHEIT BRINGEN!!!
...
usw.

DA SAG ICH IHHHHH!!!

OH MEIN GOTT WIR WERDEN ALLE STERBEN!!!
 

sleep-y-sister

Geselle
14. September 2003
9
naja...ich denke, diese menschen finden wir überall. aber in brasilien ist es z.b. ganz anders. da sag wirklich niemand was gagegen, wenn die mal mit ihr rummacht, dann mit ihm, er mit ihm, wie auch immer. in germany ist das alles wesentlich verzwickter. ´hier ist es eher so, dass die familie bei einigen meiner freunde sich mit verachtung von der betreffenden person abgewendet hat, oder weiß ich was.
nach außen hin geben sich die menschen tolerant, aber sobald sie scheinbar "selbst" davon betroffen sind, dann lassen sie nicht mehr all zuviel von ihrer toleranz sehen. (zitat:"gibts dagegen keine pille?")
 

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