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Der Sinn und die Ziele der EU???

Ellinaelea

Geheimer Meister
7. März 2005
494
Kann mir das mal jemand erklären? Ich blick noch zu wenig durch und möchte das ändern bevor es in der CH wieder aktueller wird.
Als normaler Durchschnittsbürger entgeht mir irgendwie der Sinn des Ganzen und über eine langfristige Zielsetzung hab ich auch noch nichts anderes gehört als "Gegengewicht zu den USA" und "Wirtschaftsförderung". Wobei ich da von der CH aus betrachtet eher den Eindruck habe, dass es zB Deutschland gar nicht besser geht, seit die EU da ist. Aber der Eindruck kann auch täuschen. Das einzig Angenehme bisher find ich die erleichterten Grenzübertritte für EU-Bürger untereinander. Gibts noch andere Pluspunkte? Und was sind die Minus-Faktoren?

Ich möchte ganz allgemein rausfinden, ob EU langfristig (betone: l a n g f r i s t i g!) unterstützenswert ist oder ob ich mich besser dagegen wehren soll. Aber bitte mit Fakten und Begründungen! Sonst hilft mir das auch nicht dabei, mich zu orientieren. Also helft mal einer sonst politisch völlig desinteressierten Frau! Danke :-)

(ich hoffe, ich hab mich diesmal genug deutlich ausgedrückt und bitte darum, nicht nur den ersten Satz meiner Frage zu lesen)
 

haruc

Vorsteher und Richter
16. Dezember 2002
776
Tolle Idee, darüber mal einen Thread aufzumachen..
Der Sinn der EU ist mir nicht wirklich klar. Naja.. nicht ganz.
Ihr Schweizer habt das Glück, noch das eigne Süppchen zu kochen, und nachher auch alleine auszulöffeln. Wir EU-Bürger haben seit einiger Zeit ein paar Köche, die sowieso niemand kennt, die für einen Kontinent eine Suppe zu kochen versuchen. Da aber viele Köche den Brei (hier die Suppe) verderben, wird nix draus, die Leute müssen es trotzdem auslöffeln, und wer sich der Freiheit(=dem Suppe-Essen) wiedersetzt, wird dazu gezwungen.

Zugegeben recht naiv, aber ich glaub schon, dass es zumindest mal den undemokratischen Aspekt der EU trifft.

Und das mit dem Schengen-Abkommen... Weiß ned. Hier fahren viel zu viel Franzosen rum, die die Straßen unsicher machen. Ampel überqueren bekommt immer mehr ähnlichkeit mit Russisch-Roulette.

Der einzige Vorteil (subjektiv):
Solange die EU besteht, kann kein europäischer Staat einen anderen EU-Staat angreifen. Aber die Vergangenheit hat uns gelehrt, dass solche Machtgebilde, wie zb die SU quasi von heute auf morgen zerfallen können.

mist schon sauspät.
STRG+S
 

racingrudi

Geheimer Meister
11. September 2004
475
europa - wo läuft es denn hin?

gute frage. wie schon angostura angemerkt hat sind die vordergründigen werte durchaus nett anzusehen, dennoch teile ich in weiten teilen die ängste.

darüber, wie sich europa entwickeln könnte, habe ich eine studie gefunden, die fünf zukunftsszenarien beschreibt (von "titanic" bis "supermacht" - link).

die anfänge eines gemeinsamen europas führen auf die jahre nach dem zweiten weltkrieg zurück, als zunächst sechs nationen ihren gemeinsamen willen bekundeten, nie wieder innerhalb europas kriege gegeneinander auszufechten. dass daraus zunächst mal ein wirtschaftsverbund wurde ist ein nicht zu vernachlässigender faktor, denn die daraus entstandene freihandelszone war schon mal ein kleiner vorgeschmack auf das weltweite handelsgebaren, das wir mittlerweile vorfinden. erst dadurch wurde möglich, beispielsweise schweine erst mal durch halb europa zu karren, irgendwo zu verarbeiten und dann als schnitzel wieder zurück. mit zöllen hätte sich sowas wohl kaum gelohnt. ansatzpunkt globalisierung. verschwörungstheoretiker sehen in dem fortschreiten der europäischen union samt neumitgliedern und verfassungsgebung einen eindeutigen hinweis auf die angestrebte unterteilung der welt in ein paar wenige kontinentalunionen - europa als "modell" quasi. nun ja, auch hier lässt sich darüber streiten, ob's nicht sogar sinnvoll ist, wenn dadurch eine friedvollere welt gewährleistet ist - gesetzt den fall, an der story sei was dran.

wer spricht sich denn für den fortbestand der nationalstaaten aus? das sind in erster linie die "harten" nationalisten, die auf ihre "völkischen" traditionen beharren. fakt ist allerdings auch, dass einem diese nationalstaaten schon so eine art heimat bieten mit dem heimatbegriff als synonym für geborgenheit, für sicherheit, für identifikation. und das muss nicht unbedingt was mit nationalismus zu tun haben. schon allein verwaltungstechnisch ist es um einiges einfacher, kleine einheiten zu organisieren und in supranationalen angelegenheiten (straßenbau, luftfahrt, irgendwas) in kommissionen zusammenzuarbeiten - eben so wie es in den anfangsjahren auch war.

die wahren intentionen lassen sich allerdings wirklich nur erahnen. berufen kann man sich lediglich auf die offiziellen darstellungen, die hier oder hier oder hier nachgelesen werden können.

tja, auch die "neutrale" schweiz spielt selbstredend ein gewichtiges wörtchen mit, wenn auch nur durch ihre wirtschaftliche macht. durch die "glückliche fügung" (wenn man es so will) in sachen bankwesen hat sie sogar unterschwellig die fäden in der hand. eine institution, die zu nennen wäre, ist die "Bank für internationalen Zahlungsausgleich" mit sitz in basel (stichwort: Basel II mit heftigen auswirkungen auf die kreditvergabe für klein- und mittelstandsunternehmer), die sehr stark lenkend auf die EU-mitgliedsstaaten einwirken kann.

jedenfalls ist nicht alles so einfach. man kann vieles nur vermuten, wenngleich ich persönlich schon das gefühl habe, dass derzeit weichen gestellt werden. nur wohin? so richtig einleuchten will mir das ganze spiel auch nicht. ich glaube kaum, dass wir hier eine abschließende antwort kriegen werden. schaunmermal.

mfg.
rg
 

Rennfahrer

Geheimer Meister
19. Juli 2004
196
Habt ihr auch gestern ein kleines Heftchen über die EU-Verfassung von eurem Kanzler im Briefkasten gefunden?

Also der Herr Schüssel hat mir gestern so eines geschickt. Da steht die neue EU-Verfassung recht genau erklärt drinnen, und somit kann man sich auch die Ziele der EU zusammenreimen.

Ich sag nur so viel: Das Konzept der USA lässt grüßen.. :roll:
 

racingrudi

Geheimer Meister
11. September 2004
475
der allergrößte unterschied zur USA ist, dass sich diese einigermaßen natürlich entwickelt hat. klar: irgendwann gab's auch mal noch einzelstaaten, doch durch den umstand, dass es fast ausnahmslos englische kronkolonien waren, war die chance, eine gemeinsame wurzel zu finden weitaus größer als in europa, wo die verschiedenen nationalstaaten zum teil doch erhebliche unterschiede in ihren lebensläufen zu verzeichnen haben. wo sind denn die gemeinsamkeiten in europa? zuerst wird auf die "westlichen werte" abgezielt, die allerdings nicht sonderlich konkretisiert, eher pauschal gehalten werden: demokratie, rechtsstaatlichkeit, friedenssicherung, ... (mehr fällt mir grade gar nicht ein. warum nur?) die soziokulturellen unterschiede werden allerdings in den USA auch ziemlich vergleichbar sein (liegt wohl an den verschiedenen geologischen gegebenheiten - california vs. massachusetts beispielsweise).

im grunde sind es nur noch nuancen, die uns von den USA unterscheiden.
 

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.739
[a little on the side]
racingrudi schrieb:
der allergrößte unterschied zur USA ist, dass sich diese einigermaßen natürlich entwickelt hat.
Was ist an der Entwicklung der USA "natürlich", was an der Entwicklung der EU im Gegensatz dazu so "unnatürlich"? In Europa gab es die Nationalstaaten schon. Drüben wurde ein Staat nach den anderen gegen den Willen der Ureinwohner geschaffen.

[ontop]
So, wie es jetzt aussieht, soll die EU eine Art Gegenpol zu den USA darstellen. Es kann auf eine Art 'Superstaat' hinauslaufen. Es ist garnicht schlecht, dass die Macht auf dem Globus mehrpolig 'verteilt' ist, sonst ist die Welt zu sehr dem Diktat der einzigen Supermacht ausgeliefert. Und das ist höchst undemokratisch.

Minuspunkt: die EU wächst zu schnell. Die Probleme liegen auf der Hand: große Einkommensunterschiede führt zu Hamsterqualitäten der Einwohner insbesondere der ärmeren Länder der EU. Die BRD als wirtschaftsstärkstes Land bekommt das ganz stark zu spüren. Aber wer hätte andere Entwicklungen erwartet: ganz EU ist für alle EU-Bürger Arbeitsmarkt!
Nebenbei: hat jemand eine Ahnung, wer nach der neuen Verfassung VISA-Vergabe erstrangig zustängig ist, gibt es einheitliche Richtlinien? :twisted:
 

Winston_Smith

Groß-Pontifex
15. März 2003
2.804
Es ist garnicht schlecht, dass die Macht auf dem Globus mehrpolig 'verteilt' ist...

Eine Multipolare Weltordung ist sicherer? Eine mutige Behauptung....

Wenn ich mir das "Zusammenleben" der Weltmächte ENGLAND, FRANKREICH, DEUTSCHES REICH und RUSSLAND in der Europäischen Geschichte/Vergangenheit anschaue, bezweifel ich das.

ws
 

Rennfahrer

Geheimer Meister
19. Juli 2004
196
Also ich hab mir jetzt grad den Flyer unseres Herrn Schüssel über die EU-Verfassung noch mal vollständig durchgelesen, und bin zum Schluss gekommen,dass die Autonomie der einzelnen Staaten sobald diese neue Verfassung durch ist, praktisch nicht mehr existiert.

Einzig auf Kommunalebene muss man für diverse Entscheidungen nicht nach Brüssel telefonieren, um eine Genehmigung zu erhalten. Auf Landes- und Bundesebene ist dies in Zukunft unbedingt erforderlich.

@ Winston: OK, nicht mal in den USA ist es derartig schlimm.

Also sagt mal alle brav ein letztes Mal Auf Wiedersehen zu unserer geliebten Demokratie.. :cry:
 

Ein_Liberaler

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
14. September 2003
4.926
Wieso sollten wir Weltpolitik betreiben wollen? Deutschland hat fünfzig Jahre lang keine betrieben und ist überall ziemlich beliebt, die USA haben es umgekehrt gemacht. Lassen wir die Weltpolitik lieber bleiben, finden wir uns mit einer unipolaren Welt ab und treiben wir lieber mit jedermann Handel, als ihn zu bedrohen.

Zölle sind Teufelszeug. Wenn es anders wäre, wieso sollte man dann nur an den nationalen Grenzen welche erheben? Wenn sie vorteilhaft wären, warum dann nicht Zölle an den Grenzen der Bundesländer? Warum nicht an den Grenzen der Regierungsbezirke, dann hätten wir eine Situation wie vor dem Zollverein, oder an jeder Gemeindegrenze, wie im Mittelalter?

Man braucht aber keine politische Union, um Zölle abzuschaffen, sondern nur die wirtschaftswissenschaftliche Einsicht, daß Zölle schädlich sind.

Die politische Union führt zu nichts als zu einer unerträglichen Zentralisierung, wie Angostura so beredt dargelegt hat. Eine falsche Politik, in Brüssel entschieden, wäre alternativlos, konkurrenzlos. Wohin soll es führen, wenn eines Tages die Sozialpolitik in Brüssel gemacht wird? Wir Frankogermanen hätten schlicht kein niederländisches, dänisches oder schwedisches Gegenbeispiel mehr. Die Diskussion wäre beendet.

Gar nicht zu reden von der völlig verfehlten europäischen Wirtschaftpolitik, die sich die Umverteilung auf die Fahnen geschrieben hat. Keiner sollte scharf darauf sein, unsere neuen strukturschwachen Regionen im Osten zu fördern - wo dann das Geld nicht dafür verwandt wird, was die Bürger gern wollen, sondern was das Prestige der Regierungen fördert.

Noh schlimmer ist nur die Regulierung der Wirtschaft, auf Wunsch der Wirtschaft, zum Schaden der ausländischen Konkurrenz und zum Schaden der Verbraucher, aber das ist ja wohl in der Schweiz nicht anders.

Und schließlich, wieso sollten wir auf Teufel komm raus einen Staat mit 20 Landessprachen bilden wollen? Besser, man verwaltet sich auf einer Ebene, wo alle Verwalteten dieselbe Sprache sprechen - oder freiwillig in Kenntnis ihrer eingeschränkten Kommunikationsfähigkeit eingewandert sind.
 

_Dark_

Ritter Rosenkreuzer
4. November 2003
2.666
nur mal kurz was:

ich finde das schlimmste an der eu ist, dass da in brüssel unbemerkt von der mehrheit der bevölkerung ein bewegungsunfähiger, träger und bürokratischer riese wächst, den weder einer kontrollieren kann, noch sinnvolle entscheidungen trifft.. ich halte die eu für kulturell gesehen toll, aber um die fortschritte zu machen, die wir durch sie gemacht haben, hätten wir sie nicht unbedingt gebraucht, das wäre denke ich mal auch so gegangen..
wirtschaftlich gesehen bedeutet sie für die einzelne person eigentlich nur nachteile.. sicher, die konzerne wollen sie, aber für die einzelne person bedeutet sie nur nachteile (außer man bedenkt, dass man jetzt kein geld mehr wechseln braucht)
 

haruc

Vorsteher und Richter
16. Dezember 2002
776
Lasst uns einen Brief an "Die (noch) freien Völker Europas" schreiben, in dem wir gegen die EU aufrufen. ...


Mir jedenfalls gefällt diese EU nicht. Ich bin der MEinung, dass jedem Volk sein eigner Staat gehört, und dass die größtmögliche Souveränität und Autonomie der freien Europäischen Staaten allein Garant für eine gedeihliche Koexistenz sein kann.


edit: Rechtschreibfehler
 

Winston_Smith

Groß-Pontifex
15. März 2003
2.804
Lasst uns einen Brief an "Die (noch) freien Völker Europas" schreiben, in dem wir gegen die EU aufrufen. ...


Den gibt es schon....


Die NPD steht heute an der Seite der nationalen Kameraden und Freunde in Spanien und Europa und wendet sich daher entschieden gegen die geplante EU-Verfassung, weil:

1. Die Europäische Verfassung nicht das Prinzip der nationalen Souveränität und Unabhängigkeit der Völker Europas garantiert.

http://www.npd.de/npd_startseiten/aktuelle_pressemitteilungen.html


ws
 

haruc

Vorsteher und Richter
16. Dezember 2002
776
8O

omg.

Die Glatzen ham meine idee bestimmt geklaut.

Aber
Die Tatsache, dass die NPD sowas veranstaltet, beeinflusst meinen Standpunkt nicht im geringsten.
 

Ein_Liberaler

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
14. September 2003
4.926
Wenn es nicht schon eine NPD gäbe, müßte man glatt den Verfassungsschutz beauftragen, eine zu gründen. Nützlichere Idioten hat der Staat nie gehabt.
 

Ein_Liberaler

Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
14. September 2003
4.926
Wo man hinkommt, Ägypten, Afghanistan, Afrika, Asien, ist Deutschland ziemlich beliebt. Selbst in Polen ist Deutschland immer noch beliebter als z.B. Rußland; auf dem zweiten Platz hinter den USA, wenn ich mich nicht irre.
 

UltraDoc

Geheimer Meister
26. Dezember 2004
125
Wo man hinkommt, Ägypten, Afghanistan, Afrika, Asien, ist Deutschland ziemlich beliebt. Selbst in Polen ist Deutschland immer noch beliebter als z.B. Rußland; auf dem zweiten Platz hinter den USA, wenn ich mich nicht irre.

Viele ehemaligen Kolonien sind Deutschland sehr dankbar weil sie die Lösung zu ehemaligen Kolonialherren förderten. Im Osten dagegen wo der Krieg tobte ist Deutschland weniger beliebt. Das legt sich aber noch das ist nur das wk2 Trauma. In Izrael z.B sind Deutsche auch nicht beliebt. Schwankt also immer von Land zu Land.

Russland ist in Polen auf dem letzten Platz das ganze ohne Konkurrenz. Deutschland auf dem vorletzten. Russland ist aber auch ein denkbar schlechtes Beispiel weil es auf der europäischen Beliebtheitsskala irgendwo weit abgeschlagen ist.

Ich glaube die Ziele der EU sind es den Eurasischen Kontinent in eine Freihandelszone zu verwandeln. Man muss ja die eigene Überproduktion irgendwie loswerden. Sind aber weniger nationale als kapitalistische Interessen.
 

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