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Existenz BRD oder wieder/immernoch Deutsches Reich?

Dies ist eine Diskussion zum Thema "Existenz BRD oder wieder/immernoch Deutsches Reich?" im "Zeitgeschehen, Politik und Gesellschaft" des Bereiches "Weltgeschehen"

  1. #13
    Geheimer Meister
    Registriert seit
    21.06.2002
    Beiträge
    336

    Standard


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    Asgard ich gebe dir vollkommen recht und würde gern wissen was deine meinung dazu ist wie mächtig es momentan ist da gibt es ja angaben zwischen fast zerstört und weltmacht nr.1
    (meiner meinung nach letzteres)
    und wasfür punkte auf der erde du meinst die achse des bösen, Neuschwabenland, Hochgebirge das meer , Mond , Mars , Agathi oder alles zussammen oder mehrere davon zusammen
    (für mich ist die existenz von Agathi nicht ganz sicher)

  2. #14
    Ritter vom Osten und Westen
    Registriert seit
    09.04.2002
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    Upstate, Baby!
    Beiträge
    5.368

    Standard

    Nachdem ja einige hier Eireannachs Link scheinbar ignorieren, hier nochmal ein Auszug:

    Eigentlich hatten wir das schon im alten Forum, aber für die Leute, die mit der Suchfunktion nicht klarkommen:

    Ist ja ein ziemlich interessanter Ansatz mit der Reichsregierung, nur leider hat sich jemand tatsächlich die Mühe gemacht die Grundlagen zu überprüfen:
    Quote:
    --------------------------------------------------------------------------------


    (aus: Forum der kommiss. Regierung des Deutschen Reiches; geschrieben
    von Frank Schmidt am 07. Februar 2001 21:39:29

    Sehr geehrter Herr Bradler,

    ich wende mich an Sie, weil Sie anscheinend eines der aktivsten
    Mitglieder der „Kommissarischen Reichsregierung“ sind.

    Zugegeben: die Informationsseite der „KRR“ hat mir zu denken gegeben.

    Der Gedanke, daß die Bundesrepublik gar nicht existiert und dies
    mit fast verschwörerischen Mitteln („Gleichschaltung“ der Medien
    und teilweise der Justiz) verschleiert werden sollte, sprach mich als
    Fan der Serie „Akte X“ schon an.

    Auch erweckt Ihre Seite gerade aufgrund der Vielzahl der zitierten
    Urteile, Gesetze und Verordnungen für den Laien einen
    glaubwürdigen Anschein.

    Andererseits jedoch macht vieles im Forum stutzig. Zu nennen seien hier
    nur immer wieder ausweichende Antworten auf Fragen nach Beweisen.

    Außerdem sind auf Ihrer Informationsseite schon länger
    Urteile angekündigt, die „in den nächsten Tagen“
    veröffentlicht werden sollen, bis heute jedoch nicht
    veröffentlicht wurden.

    Ich entschloß mich, der Sache mal selbst auf den Grund zu gehen
    und möchte an dieser Stelle den Versuch unternehmen, Ihre
    Argumentation zu entkräften.

    Dies ist nicht ganz einfach, verlangte den Einstieg in eine mir bis
    dato unbekannte, juristische Materie. Ob mir mein Vorhaben gelungen
    ist, werden Sie selbst und die Leser dieses „offenen Briefes“ zu
    beurteilen haben.

    Der Einfachheit halber beschränke ich mich in meiner Argumentation
    auf die Auseinandersetzung mit einigen der „Rechtsgrundlagen“ des
    Deutschen Reiches, wie sie auf der „Informationsseite der
    kommissarischen Regierung des Deutschen Reiches“ (www.krr-info.de)
    durch den „Staatsgerichtshof“ veröffentlicht wurden.

    Beginnen möchte ich mit einem Punkt, der auch für Laien
    offensichtlich ist, nämlich der Behauptung

    „Mit Urteil des Sozialgericht Berlin S72Kr433/93 wurde festgestellt,
    daß der Einigungsvertrag ungültig ist.“

    Ganz abgesehen von der Tatsache, daß ich dieses Urteil nicht in
    der wohl umfangreichsten juristischen Datenbank (die der Juris GmbH)
    finden konnte, was für ein Urteil mit dieser angeblichen Bedeutung
    schon fast unmöglich ist, kann diese Behauptung rein rechtlich
    nicht den Tatsachen entsprechen.

    Der Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung, wie es bei den
    Juristen wohl heißt.

    Blicken wir also ins Grundgesetz, hier speziell auf Artikel 100:

    Absatz 1:

    „Hält ein Gericht ein Gesetz, auf dessen Gültigkeit es bei
    der Entscheidung ankommt, für verfassungswidrig, so ist das
    Verfahren auszusetzen und [...] die Entscheidung des
    Bundesverfassungsgerichtes einzuholen.“

    Lassen wir die Frage, warum sich ein Sozialgericht mit der
    Gültigkeit des Einigungsvertrages befassen sollte, einmal
    außen vor. Art. 100 I GG zeigt jedenfalls, daß die Gerichte
    verpflichtet sind, zweifelhafte Rechtsgrundlagen dem BVerfG zur
    Entscheidung vorzulegen (sog. „konkrete Normenkontrolle“).

    In Deutschland ist es, anders als in den USA, mithin nicht
    möglich, daß ein Richter einer untersten Instanz über
    die Gültigkeit von Bundesrecht entscheiden kann.

    Das Sozialgericht Berlin hatte demzufolge gar keine Kompetenz, den
    Einigungsvertrag als nichtig zu erkennen. Sollte es das trotzdem getan
    haben, ist dieses Urteil wegen Verstoßes gegen das Grundgesetz
    unwirksam.

    Nun mögen Sie einwenden, daß der Einigungsvertrag doch gar
    kein Gesetz, sondern ein völkerrechtlicher Vertrag sei und daher
    Art. 100 I GG gar nicht gelten kann.

    Dann halte ich Ihnen Artikel 100 II GG entgegen:

    „Ist in einem Rechtsstreite zweifelhaft, ob eine Regel des
    Völkerrechts Bestandteil des Bundesrechts ist und ob sie
    unmittelbare Rechte und Pflichten für den Einzelnen erzeugt
    (Artikel 25), so hat das Gericht die Entscheidung des
    Bundesverfassungsgerichtes einzuholen.“

    Ein Blick ins Gesetz...

    Somit dürfte klar geworden sein, daß ein Sozialgericht (es
    ist übrigens die unterste Instanz in der Sozialgerichtsbarkeit;
    vergleichbar in etwa mit einem Amtsgericht) nicht über die
    Gültigkeit von Bundes- und/oder Völkerrecht zu entscheiden
    hat.

    Eigentlich wollte ich mich in dieser Argumentation lediglich auf Ihre
    „Rechtsgrundlagen“ beziehen.

    Trotzdem möchte ich an dieser Stelle kurz auf das Interview mit
    Ihrem „Generalbevollmächtigten“ Ebel im „Magazin 2000+“ eingehen,
    weil es meine Argumentation sogar noch stützt.

    Er spricht dort im Zusammenhang mit dem o.g. Urteil des Berliner
    Sozialgerichts davon, daß die Klage als unzulässig
    abgewiesen wurde, da sich das Gericht als sachlich unzuständig
    erklärte.

    Dann ist mir erst recht nicht verständlich, wie es zu der
    Behauptung kommen kann, das Berliner Sozialgericht habe den
    Einigungsvertrag als ungültig erkannt. Denn wenn ein Gericht sich
    für sachlich unzuständig erklärt, kann es logischerweise
    auch „in der Sache“ kein Urteil fällen.

    Ich denke, es dürfte jetzt jedem klar sein, daß das Berliner
    Sozialgericht im o.g. Urteil rein gar nichts über die
    Gültigkeit oder Ungültigkeit des Einigungsvertrag sagen
    konnte und auch nicht gesagt hat.

    Dies war der einfache Teil der Argumentation. Nun begeben wir uns etwas
    tiefer in den juristischen Dschungel.

    Kernpunkt Ihrer „Rechtsgrundlagen“ ist die Behauptung:

    „Der Vertrag über die abschließende Regelung in bezug auf
    Deutschland („2+4 Vertrag“) vom 12.09.1990 ist nichtig, da weder ein
    besatzungsrechtliches Provisorium Bundesrepublik Deutschland, noch ein
    besatzungsrechtliches Provisorium Deutsche Demokratische Republik
    über die Grenzen Deutschlands verhandeln kann. Deshalb wurde
    dieser Vertrag im ´Übereinkommen zur Regelung bestimmter
    Fragen in bezug auf Berlin´ vom 25.09.1990 aufgehoben.“

    Hier ist es zunächst unabdingbar, ein paar Daten
    geradezurücken.

    1. Der sog. „2+4-Vertrag“ wurde zwar, wie Sie richtig bemerken, am
    12.09.1990 geschlossen. In Kraft trat er jedoch erst am, man
    möchte es kaum glauben, 15. März 1991 (vgl. BGBL. II (1990),
    S. 1317 (Artikel 2) und BGBL. II (1991), S. 587)! Dies deshalb, weil
    ihm erst die Parlamente aller beteiligten Länder zustimmen
    mußten.

    2. Der Vertrag zur „Regelung bestimmter Fragen in bezug auf Berlin“
    wurde zwar erst am 25.09.1990 geschlossen, mithin nach dem
    „2+4-Vertrag“. In Kraft trat er jedoch bereits am 03. Oktober 1990 –
    also lange v o r dem „2+4-Vertrag“ (vgl. BGBL II (1990), S. 1273).

    Daher kann schon denknotwendig der „Berlin“-Vertrag nicht den
    „2+4-Vertrag“ aufgehoben haben, weil letzterer zum Zeitpunkt des
    Inkrafttretens des „Berlin“-Vertrages noch gar keine Rechtskraft
    entfaltet hatte.

    Eine weiterer Punkt Ihrer „Rechtsgrundlagen“ ist die Leugnung der
    Souveränität der Bundesrepublik Deutschland:

    „Im Bundesgesetzblatt II 1990 auf Seite 1274 heißt es im Pkt. 6
    der Präambel: Die... deutsche Souveränität in bezug auf
    Berlin wird nicht berührt. Im Artikel 2 heißt es: Alle
    Rechte und Verpflichtungen der alliierten Behörden bleiben in
    jeder Hinsicht nach deutschem Recht in Kraft. Im Artikel 4 heißt
    es: Alle Urteile und Entscheidungen der alliierten Behörden
    bleiben in jeder Hinsicht nach deutschem Recht rechtswirksam und
    rechtskräftig. Das heißt, alle Vorbehaltsrechte der
    Alliierten in bezug auf Berlin und Deutschland bleiben weiter in Kraft
    und Deutschland verfügt weiterhin über keine
    Souveränität.“

    Sie zitieren also offensichtlich aus dem „Berlin“-Vertrag, der sich im
    BGBL II (1990) auf S. 1274 befindet.

    Allerdings unterschlagen Sie dabei den fünften Punkt der
    Präambel desselben Vertrages. Dort heißt es:

    „In Anerkennung der Tatsache,... daß das vereinte Deutschland
    volle Souveränität über seine inneren und
    äußeren Angelegenheiten haben wird“.

    „Haben wird!“, werden Sie jetzt entgegnen, Herr Bradler. „Das deutet
    auf ein Ereignis in der Zukunft! Damit ist noch nichts über die
    Souveränität bewiesen!“

    Recht haben Sie!

    Werfen wir einen Blick in die Zukunft, nämlich auf den
    „2+4-Vertrag“, der, wir erinnern uns, n a c h (!) dem „Berlin“-Vertrag
    in Kraft trat, also in der Zukunft.

    Denn in diesem Vertrag wird unzweifelhaft deutlich, daß das
    vereinte Deutschland souverän ist.

    Hier steht zunächst als Punkt 13 der Präambel:

    „in Anerkennung dessen, daß dadurch und mit der Vereinigung
    Deutschlands als einem demokratischen und friedlichen Staat die Rechte
    und Verantwortlichkeiten der Vier Mächte in bezug auf Berlin und
    Deutschland als Ganzes ihre Bedeutung verlieren“ (BGBL. II (1990), S.
    1320; siehe auch Artikel 7 Abs 1 auf S. 1324).

    Und weiter im Artikel 7, Absatz 2:

    „Das vereinte Deutschland hat demgemäß volle
    Souveränität über seine inneren und äußeren
    Angelegenheiten.“ (BGBL. II (1990), S. 1324).

    Nicht umsonst wird übrigens der „2+4-Vertrag“ auch als
    „Souveränitätsvertrag“ bezeichnet.

    Nun, Herr Bradler, wie denken Sie jetzt über die
    Souveränität der Bundesrepublik?

    Kaum bleibt man in der richtigen chronologischen Reihenfolge, erweisen
    sich Ihre sog. „Rechtsgrundlagen“ als Makulatur.

    Hinweisen möchte ich noch darauf, daß Deutschlands Grenzen
    im „2+4-Vertrag“ ebenfalls endgültig festgelegt wurden (Art. 1).
    Die zwischen dem vereinten Deutschland und der Republik Polen
    bestehende Grenze wurde, wie von Art 1 II gefordert, durch einen
    völkerrechtlich bindenden Vertrag festgelegt (BGBL II (1991), S.
    1328 ff.).

    Ich höre bereits Ihren Einwand, Herr Bradler, daß das alles
    irrelevant sei.

    Schließlich hätten nach Ihren „Rechtsgrundlagen“ die beiden
    „Deutschlands“ gar keine Vollmacht gehabt, den „2+4-Vertrag“ zu
    unterzeichnen (oder, wie es in Ihren, bereits oben zitierten,
    „Rechtsgrundlagen“ steht „da weder ein besatzungsrechtliches
    Provisorium Bundesrepublik Deutschland, noch ein besatzungsrechtliches
    Provisorium Deutsche Demokratische Republik über die Grenzen
    Deutschlands verhandeln kann“) und außerdem:

    „Das Deutsche Reich ist nicht untergegangen! Die Existenz des Staates
    Deutsches Reich ist völkerrechtlich und mit
    Bundesverfassungsgerichtsurteilen (u.a. 2BvL6/56, 2Bvf1/73 und
    2BvR373/83) unwiderruflich festgestellt.“

    Richtig ist zunächst, daß das BVerfG tatsächlich solche
    Urteile gefällt hat.

    Die korrekte Fundstelle für das Urteil, welches auf der
    krr-info-Seite als Scan zu sehen ist lautet übrigens BVerfGE 36,
    S. 1 ff. und nicht, wie von Ihnen sicher versehentlich dargestellt
    BVerfGE 35, 257.

    Allerdings stammen diese Urteile alle aus einer Zeit weit vor der
    Wiedervereinigung, das o.g. zum Beispiel aus dem Jahre 1973.

    Doch, um eine Floskel anzubringen: Zeiten ändern sich.

    Aus dem Bundesgesetzblatt (a.a.O.) kann man entnehmen, daß
    Hans-Dietrich Genscher „für die Bundesrepublik Deutschland“ und
    Lothar de Maizière „für die Deutsche Demokratische
    Republik“ den „2+4-Vertrag“ unterzeichneten.

    Ich zitiere nun aus einem Aufsatz von Professor Dr. Dieter Blumenwitz,
    nachzulesen in der Neuen Juristischen Wochenschrift (NJW) 1990 auf den
    Seiten 3041 ff.:

    „Die beiden deutschen Staaten handelten nur im eigenen Namen und nicht
    als Vertreter Deutschlands [...]. Gem. Art 8 I 2 des Vertrages hat dann
    jedoch die Ratifikation 'auf deutscher Seite durch das vereinte
    Deutschland' zu erfolgen; der Vertrag soll 'für das vereinte
    Deutschland' in Kraft treten (Art. 9 S. 1) und 'daher für das
    vereinte Deutschland' auch gelten (Art. 8 I 2).[...]

    Politisch soll durch die gewählte Verfahrensweise sichergestellt
    werden, daß Brüche und Verwerfungen in den
    zwischenstaatlichen Beziehungen, wie sie in Fällen von
    Staatensukzession vorkommen können, vermieden werden. Es ist zwar
    ungewöhnlich, daß ein Rechtssubjekt als 'Verhandlungsstaat'
    den Vertragstext abfaßt und annimmt, ein anderes Rechtssubjekt
    aber seine Zustimmung bekundet, durch den Vertragstext gebunden zu
    sein; es ist jedoch grundsätzlich möglich, daß ein
    Staat einer vertraglichen Regelung zustimmt und rechtlich gebunden
    wird, obgleich er nicht 'Verhandlungsstaat' war. [Vgl. Wiener
    Übereinkommen über das Recht der Verträge vom
    23.5.1969...]“ (Blumenwitz, NJW 1990, S. 3041)

    Bis hierhin klingt alles typisch juristisch: staubtrocken und
    langweilig.

    Ich mußte es aber zitieren, um die Ausgangssituation klar zu
    machen (bzw. mindestens den Versuch dafür zu unternehmen).

    Doch ich verspreche Ihnen, daß es umgehend interessanter wird.

    Prof. Dr. Blumenwitz fährt fort:

    „Die Logik der Identität der (alten) Bundesrepublik Deutschland
    mit dem Völkerrechtssubjekt 'Deutsches Reich' (Deutschland als
    Ganzes) und das Konzept des Beitritts der DDR zum Grundgesetz
    (Inkorpotation) hätten auch direkte Wege zum Ziel der Bereinigung
    der Kriegs- und Nachkriegszeit aufgezeigt. Zu bedenken war aber,
    daß das stringente Identitätskonzept der Bundesrepublik der
    50er Jahre auch von ihren Verbündeten nie voll akzeptiert worden
    war, daß das BVerfG die Identitätsaussage auf eine den
    damaligen Geltungsbereich des Grundgesetzes beschränkte
    „Subjektsidentität“ reduzierte und daß für den
    '2+4'-Prozeß nur das Wiedervereinigungsmodell der
    Teilordungslehre, aufbauend auf der rechtlichen Gleichordnung von
    Bundesrepublik und DDR, in Betracht kommen konnte. [...] Dies
    schließt die rechtliche Identität des vereinten Deutschlands
    mit der (alten) Bundesrepublik Deutschland und mit dem Deutschen Reich
    nicht aus“ (Blumenwitz, NJW 1990, S. 3041, 3042).

    Wichtig ist vor allem der letzte Satz.

    Und da das jetzt wirklich nicht leicht zu verstehen war, fasse ich es
    kurz mit meinen eigenen Worten zusammen: das Deutsche Reich existiert
    nicht mehr! Es gibt stattdessen einzig und allein die (vereinte)
    Bundesrepublik Deutschland!

    In „Frontal“ käme an dieser Stelle ein unvermeindliches „Noch
    Fragen, Kienzle?“

    „Ja, Hauser“, müßte die Antwort lauten. „Was ist denn mit
    den angeblich so zahlreichen Urteilen, welche die Existenz der
    'Kommissarischen Reichsregierung' anerkennen?“

    Wie heißt es so schön in den „Rechtsgrundlagen“ der
    „Kommissarischen Reichsregierung“:

    „Die Existenz der Kommissarischen Reichsregierung ist u.a. durch Urteil
    des Sozialgerichts Berlin S/56Ar239/92 und u.a. durch Urteil des
    Landessozialgerichts Berlin L14Ar50/92 festgestellt“.

    Diese Urteile, Herr Bradler, sind auch für mich ein kleines
    Rätsel, weil auf Ihren Internetseiten nicht der volle Urteilstext
    veröffentlicht ist, sondern nur das sog. „Rubrum“, also die
    Einleitung.

    Daher muß ich an dieser Stelle erst- und letztmals den Pfad
    gesicherter Informationen verlassen und spekulieren – leider.
    Spekulieren darüber, wie es zu solchen Gerichtsurteilen bzw.
    -beschlüssen gekommen sein kann.

    Nehmen wir an, ich würde mich als Botschafter Spock des Planeten
    Vulkan ausgeben und vor dem Verwaltungsgericht Berlin gegen die
    Bundesrepublik klagen, weil sie keine diplomatischen Beziehungen mit
    meinem Heimatplaneten unterhält.

    Das Verwaltungsgericht wird die Klage prüfen und feststellen,
    daß es den Planeten Vulkan nur in der Phantasie einiger
    SciFi-Fans gibt.

    Daher würde es einen Beschluß erlassen, in dem in etwa
    folgendes im Rubrum stünde:

    „In dem Rechtsstreit des Planeten Vulkan, Erdbotschafter Spock, ...
    gegen...“

    Danach würde jedoch zu lesen sein, daß die Klage
    kostenpflichtig (für mich) abgewiesen wird, wegen „Nichtexistenz“
    der klagenden Partei.

    Ich könnte nun allerdings das Rubrum auf meiner Homepage
    veröffentlichen, um der Welt weiszumachen, das Verwaltungsgericht
    Berlin hätte die Existenz des Planeten Vulkan festgestellt und
    mich als dessen Botschafter ausgewiesen.

    Sehen Sie, worauf ich hinaus möchte?

    Jeder könnte in Deutschland unter einer Phantasiebezeichnung vor
    Gericht gehen, auch als „Kommissarische Reichsregierung unter Anweisung
    und Schutz der USA“.

    Die Gerichte sind verpflichtet, solche Klagen zu bearbeiten, sie
    abzuweisen – und das sogar per Urteil bzw. Beschluß.

    Nachzulesen ist dies zum Beispiel in den gängigen Lehrbüchern
    und Kommentaren zur Zivilprozeßordnung, wie z.B. im
    Münchener Kommentar zur ZPO, Band 1, 2. Auflage 2000, vor §
    50 Rdnr. 26 oder Thomas-Putzo, Kommentar zur ZPO, 22. Auflage 1999,
    Rdnr. 13 zu § 50.

    Selbst der BGH hatte Fälle bzgl. der Nichtexistenz von
    Prozeßparteien zu entscheiden (vgl. nur BGHZ 24, S. 91, 94).

    Diesen Punkt könnten Sie, Herr Bradler, jedoch ganz einfach
    entkräften, indem Sie auch den Rest der betreffenden Urteile im
    Internet veröffentlichen, so daß nicht nur ich erkennen
    kann, ob die jeweiligen Gerichte tatsächlich irgendwo in ihren
    Urteilsgründen schreiben: „Ja, die Kommissarische Reichsregierung
    existiert!“.

    Dies würde in mir zwar Zweifel am Rechtsverständnis der
    betreffenden Richter wecken, doch damit müßte ich wohl
    leben.

    Übrigens: auf gleiche Weise könnte ich ein Grundstück
    und/oder Gebäude als „Botschaftssitz“ bezeichnen lassen. Ich
    würde in meiner Klage gegen die Bundesregierung einfach schreiben,
    ich sei „Botschafter Spock, vom Planeten Vulkan, wohnhaft in der
    Erd-Botschaft des Planeten unterhalb der Reichstagskuppel“.

    Und schon taucht diese Bezeichnung im Rubrum eines Beschlusses oder
    Urteils auf.

    Jetzt könnten Sie, Herr Bradler, einwenden, daß ich selbst
    mich in meiner Argumentation auf ein Urteil beziehe, das gerade nicht
    wegen „Nichtexistenz“ der klagenden Partei gefällt wurde, sondern
    wegen sachlicher Unzuständigkeit (o.g. Urteil des Berliner
    Sozialgerichts, angeblich zum Einigungsvertrag).

    Dann sei Ihnen entgegengehalten, daß es unsere Gerichte gerne
    bequem haben. Aus eigener Erfahrung weiß ich zu berichten,
    daß man bei Gericht in einer Klage nach Gründen sucht, aus
    denen sie vielleicht abgewiesen könnte. Ein einziger Grund reicht
    dabei für eine Klageabweisung aus.

    Dabei sieht das Gericht immer zuerst nach, ob es überhaupt
    sachlich zuständig ist. Denn: warum soll es sich Gedanken
    über einen Fall machen, den es gar nicht verhandeln darf?

    Stellt das Gericht fest, daß es sachlich unzuständig ist,
    wird es die Klage bereits aus diesem Grund als unzulässig abweisen
    und sich über Existenz und/oder Nichtexistenz der klagenden Partei
    keine Gedanken mehr machen.

    Falls Sie über diese Praxis nachlesen möchten, können
    Sie das in den oben zitierten Kommentaren zur ZPO tun.

    Aber auch hier hilft bereits ein Blick ins Gesetz, zum Beispiel in das
    Gerichtsverfassungsgesetz, das die allgemeinen Regeln über die
    Zuständigkeiten formuliert oder in die diversen
    Prozeßordnungen, in denen diese allgemeinen Regeln konkretisiert
    werden (vgl. zum Beispiel §§ 1, 280, 281 ZPO).

    Somit sind die wichtigsten Punkte Ihrer „Rechtsgrundlagen“, Herr
    Bradler, ad absurdum geführt.

    Dennoch möchte ich noch kurz auf Ihren Hinweis betreffend Artikel
    146 GG eingehen:

    „Im Artikel 146 des Grundgesetzes heißt es: 'Dieses Grundgesetz,
    das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das
    gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage,
    an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in
    freier Entscheidung beschlossen worden ist.'“

    In der Tat ist Artikel 146 GG heftig umstritten gewesen.

    Manche nahmen ihn zum Anlaß, das Grundgesetz als
    „Dauerprovisorium“ zu bezeichnen.

    Dies geschah allerdings zu einer Zeit kurz nach der Wiedervereinigung.

    Und, wie oben bereits erwähnt: Zeiten ändern sich.

    Ganz deutlich ist dies zum Beispiel bei Professor Dr. Michael Sachs
    nachzulesen, der in der „Juristischen Schulung“ (JuS) von 1991 auf
    Seite 985, 991 schreibt:

    „Das Grundgesetz ist im vereinten Deutschland kein Dauerprovisorium,
    aber auch noch nicht endgültige Verfassung; es wird dies jedoch in
    wenigen Jahren sein, wenn es bis dahin nicht durch eine neue Verfassung
    gemäß Art. 146 des Grundgesetzes ersetzt worden ist.“

    Mit „in wenigen Jahren“ meint Professor Dr. Sachs „also etwa in dem
    Zeitraum von zwei Jahren, den Art. 5 EinigungsV vorsieht“ (Sachs, JuS
    1991, S. 985, 991).

    Herr Bradler, wissen Sie zufällig, ob in einem Zeitraum von
    inzwischen 10 Jahren ein neues Grundgesetz das alte, d.h., zur Zeit
    bestehende, abgelöst hat? Mir ist davon nichts bekannt.

    Folglich dürfte man Artikel 146 GG als obsolet betrachten.

    Nun wäre es langsam an der Zeit für ein Fazit.

    Auch wenn Sie es nur schwer ertragen werden, Herr Bradler, das Deutsche
    Reich, für das Sie glauben zu arbeiten, ist, wie ich hoffentlich
    verständlich genug nachgewiesen habe, weder de facto noch de jure
    existent.

    Wir (Sie und ich und sicher der Großteil der Leser dieses Forums)
    leben in der Bundesrepublik Deutschland, sind deren Gesetzen
    unterworfen, haben allerdings auch unserseits Ansprüche gegen
    diesen Staat.

    Es mag perfektere Demokratien geben, Staaten, in denen es nicht
    möglich ist, daß ein „Polizistenprügler“ zum
    Außenminister aufsteigt. Doch es gab und gibt auch auch Staaten,
    in denen das Wort „Demokratie“ ebenso ein Fremdwort ist wie das der
    „Menschenwürde“ oder der „Freiheit“.

    Ich jedenfalls bin nicht unzufrieden damit, Bürger der
    Bundesrepublik Deutschland zu sein – man möge es mir nachsehen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Frank Schmidt
    Faith in government defies both, history and reason!

  3. #15
    Auserwählter Meister der Neun
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    uuuuuuuuuuuuuuuuhhhhhhhhhhhhh !

    da hat sich einer mächtig viel arbeit gemacht!

    kannst du das vielleciht auch in einer stark gekürzten (und leicht verständlichen) fassung bringen?

    gruß

    trashy
    Armer Mann und reicher Mann
    standen da und sahen sich an.
    Und der Arme sagte bleich:
    Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.
    Bertolt Brecht

    Liebe ist die wunderbare Gabe, einen Menschen so zu sehen, wie er nicht ist.
    Hannelore Schroth

  4. #16
    Intendant der Gebäude
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    Trotzdem ist das Problem mit der Verfassung immer noch nicht geklärt !

  5. #17
    Erhabener Auserwählter Ritter
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    @ agentp: Jetzt habe ich Kopfschmerzen.
    Die Bedeutung zahlt der Empfänger!

  6. #18
    Geselle
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    @gaara:

    Dann lies dir mal den ganzen Artikel durch, insb. die Überschrift!
    Und er würfelt doch...

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