Danke!
Er hat nicht Unrecht, allerdings fiel es mir ehrlich gesagt dennoch schwer diesen Artikel zu lesen, weil ich dieses ganze Apokalypsengeschwurbel der Journaille echt nicht mehr hören kann. Das Magazin Spiegel, welches sich im geistigen Sturzflug befindend immer mehr dem Boulevard annähert, hat ja bereits vor Wochen den Untergang des Euros verkündet. Tja, es gibt ihn heute immer noch (Welch Überraschung!) und es wird ihn garantiert auch in zehn Jahren noch geben.
Na Ja. Die Alternative wäre der Zusammenbruch des kompletten europäischen Bankwesens, was natürlich immense Folgen für das gesamte europäische und globale Wirtschaftssystem hätte. Die wichtigste Währung, welche eine Bank hat, ist nicht etwa der Euro oder der US-Dollar, sondern Vertrauen, das Vertrauen der Menschen, dass ihr Geld sicher bei ihrer Hausbank angelegt ist. Wenn dies nicht mehr vorhanden ist, stürmen sie die Banken und wollen ihr komplettes Vermögen ausbezahlt haben, was die Banken aber nicht leisten können, da sie das Vermögen der Sparer nicht etwa in einem Tresor bunkern sondern anderweitig verwenden (z.B. Kredite vergeben). Die Differenz zwischen dem Zinssatz, den die Banken den Sparern zahlen und dem Zins, den sie für Kredite erhalten, ist ihre Marge, also das Geld womit sie ihre Rechnungen bezahlen. Das Geld der Sparer ist somit Grundlage sowohl für die Gewinnerzielung als auch für die Liquidität einer Bank. Wenn die Banken also sämtliche Sparergelder auf einen Schlag auszahlen müssten, wären sie alle pleite. Deshalb wird im schlimmsten Falle einfach zu einem sehr unschönen Mittel gegriffen: Die Banken schließen sämtliche Filialen und verhindern so, dass die Kunden an ihr Geld kommen. Im Falle dieser belgisch-französischen Bank empfinde ich das Kundenverhalten aber offen gesagt als ziemlich irrational, denn es sollte doch mittlerweile selbst dem letzten Hinterwäldler klar sein, dass in Europa keine Großbank pleitegehen gelassen wird.
Das Schlimme, wenn Banken einen immer größeren Teil ihrer Gelder zur EZB bringen, ist meines Erachtens nicht etwa, dass sich die Bank untereinander kein Geld mehr leihen, sondern das ab einem bestimmten Punkt nicht mehr ausreichend Geld für Kredite zur Verfügung steht, d.h. Mittelständler bekommen also nicht das dringend benötigte Geld für Investitionen. Dies hat dann natürlich zur Folge, dass gerade kleinere bis mittelgroße Unternehmen, welche einen Großteil der Arbeitsplätze in Deutschland zur Verfügung stellen, in Konkurs gehen, wodurch dann natürlich die Arbeitslosigkeit stark ansteigt und noch mehr Geld umverteilt werden muss, um diese Menschen im sozialen Netz, welches heute schon im Grunde nicht mehr bezahlbar ist, aufzufangen.
Beste Grüße
Suum Cuique



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