danke für den link!Zitat von Zerch
wiederum äußerst bizarr, das viele, trotz deutlicher zeichen (die allerdings noch wesentlich deutlicher werden), scheinbar ignorieren, das sie beständig an dem ast sägen auf dem sie auch selber sitzen.
Anthropozentrismus als AusgrenzungsmusterDie Quintessenz dieser praktischen Naturfeindschaft ist die Ablehnung des Menschen selbst. Das Verdrängen der Natur ist ein Verdrängen des Menschen selbst. Die Beherrschung der Natur und der daraus folgenden Zerstörung der selbigen ist immer auch ein Indiz für ein gestörtes Verhältnis des Menschen zu sich selbst. Natur gilt in unserem Denken immer nur als Abstraktion, nie als konkretes ?hier sein?. Natur bleibt immer der Gegensatz zur Kultur, und gilt als beherrschbare Materie, und als geplünderte Ressource. Dieser Anthropozentrismus, der sich in Kontrolle und Beherrschbarkeit der Natur äußert, führt damit zur Hierarchisierung von Gesellschaft.
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Die Abstoßung vom Tier und die Projektion des Bestialischen und Bösen auf das Tier, soll vom Menschen und der konkreten Gründe der Verfallenheit in tierische Barbarei, die sich durch die menschliche Geschichte zieht, ablenken. Wenn man Bestialitäten der Menschheitsgeschichte als Unfassbares deklariert, welches unmenschlich ist, versagen wir uns der Erkenntnisse den Spuren menschlicher Abgründen nachzugehen und diese analysieren zu können. Es muss der Blick auf das Unerträgliche und Bestialische in der inneren Natur des Menschen geprüft werden. Der Blick und die Projektion auf das Andersartige versagt die Selbstreflexion des eigenen Selbst. Ein Phänomen und Bedingung von Massenmord ist die Entmenschlichung des Feindes unter dem Gesichtspunkt einer Vertierlichung. ?Sie mordeten wie tierische Bestien oder sie schlachteten sie ab wie Vieh? sind negative Zuschreibungen die dem Anderen als grausam erscheinen lässt, in dem Sinne, nicht im Rahmen der Humanität sondern ausschließlich wie ein tierische Bestie gehandelt zu haben. Aber auch das Behandeln der Opfer wird mit Tierlichkeit assoziiert und impliziert eine zuvor festgeschriebene negative Bedeutungsdimension. So werden negative Tier-Metaphern benutz wie: ?Sie wurden erschossen wie Hunde? oder ?man behandelte sie wie Tiere?. Diese Beispiele spiegeln eine moralische Empörung über einen brutalen Umgang bei Menschen und zeigen im Gegenzug die Normalität wie mit Tieren umgegangen werden darf. Vorraussetzung für Ausgrenzung ist die Diffamierung als niedrigere Gattung. Die natürliche Ordnung konstruiert eine höhere Gattung, die alles unter ihr stehende als minderwertig bezeichnet.
Dieser ?Mensch?-Begriff ist im westlichen Denksystem vorherrschend und impliziert einen Anthropozentrismus, der mit Ausgrenzungsmustern verknüpft ist. Dabei ist er ein hartnäckiger Herrschaftsmechanismus, der alles was nicht als menschenwürdig deklariert wird, als Ressource oder als potentielles Objekt betrachtet. Das so genannte ?Verbrechen gegen die Menschlichkeit? als Bestandteil des Humanismus ist ein zentrales Ausgrenzungsmuster der spätbürgerlichen Gesellschaft, die der Aufklärung entstammt. Die Trennung in diese Kategorien geht mit dem Gefühl der Andersartigkeit der anderen, der ?Nicht-Menschen?, einher und liefert emotional und politisch die Basis für deren Unterdrückung.



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