Donnerwetter, Tweedledee, DAS nenne ich eine Auseinandersetzung mit dem Thema !
Trotzdem hab ich da ein paar Einwürfe:
Ich bin sicherlich der Letzte, der das abstreiten wird.Zitat von Tweedledee
In dem Artikel geht es aber tendenziell darum, daß der Zins als solcher irrsinnig ist und zu exponentiellem Wachstum zwingt. Dazu muß dann der Josephspfennig herhalten, der als Beweis eher schlecht taugt, wie du irgendwo ja auch selber zugibst.
Umgekehrt wird ein Schuh draus - das Wachstum der Wirtschaft erzeugt einen Bedarf nach Krediten, welches die Zinsentwicklung begünstigt. Wächst die Wirtschaft nicht mehr bzw ist der Bedarf an Krediten gering, sinkt auch der Zins.Dabei ignorierst du einfach mal, woher die Zinsen kommen. Diese müssen nämlich von den Kreditnehmern erst einmal erwirtschaftet werden. Und dieses Erwirtschaften der Zinsen bedeutet ein Wachstum der Wirtschaft.
Wie sonst sind schließlich die Negativ-Zinsen zu erklären, die die japanischen Banken momentan eingeführt haben ?
Das mußt du schon genauer erklären, inwiefern sich das Schuldnerverhalten des Einzelnen vom Schuldnerverhalten der Volkswirtschaft unterscheidet. Inwiefern Staaten mehr als Einzelpersonen gezwungen sind, Kredite zurückzuzahlen.An deinem ganzen Beitrag fällt mir auf, dass du Phänomene der Volkswirtschaft mit den Handlungsmöglichkeiten eines Einzelnen wegzuerklären versuchst. So funktioniert das nicht.
Es gibt sehr wohl Volkswirtschaften, die nicht oder nicht nennenswert verschuldet sind, bspw. Bahrein.Eine Volkswirtschaft hat gar keine andere Wahl, als sich zu verschulden. Geld kommt nur durch Kredite überhaupt in Umlauf.
Du kannst aber nicht abstreiten, daß der Wille zur Verschuldung gew. "Volkswille" ist !
Es gibt auch sowas wie einen "ausgeglichenen Haushalt", der die Zinsen mit einbezieht. Nur war dies in der Vergangenheit - zumindest bei uns - politisch nicht durchsetzbar. Warum erhöhen sich denn die Zinsen ? Weil wir uns IMMER MEHR verschulden ! Weil wir schlicht und ergreifend über unsere Verhältnisse leben. Wir müssen nicht all unsre Schulden zurückzahlen, es reicht schon, um das Zinsniveau zu halten wenn wir uns nicht neuverschulden - aber schon das ist ja ein Ding der Unmöglichkeit.Um die Zinsen zu bedienen müssen immer neue Kredite aufgenommen werden - eine Kettenreaktion, wie die oben gezeigten Grafiken deutlich machen.
Nach dieser Theorie ist eindeutig Clinton Schuld am Irakkrieg, während Bush die amerikanische Wirtschaft wieder auf Vordermann bringt. Sehr !! gewagte Theorie !Was würde denn geschehen, wenn ab sofort sich niemand mehr verschulden würde, kein Unternehmen, kein Staat, kein Privatmann? Dann würden die Notenbanken den Zins unter die sogenannte Liquiditätsgrenze senken, das Geld würde sich vom Markt zurückziehen (nicht mehr angelegt werden, weil sich das nicht mehr lohnen würde), und wir hätten eine deflationäre Abwärtsspirale mit der Folge von Arbeitslosigkeit, sozialen Krisen und, wie die Vergangenheit gezeigt hat, schließlich Krieg.
Irgendwie schlägt da bei mir wieder die Inkompetenz durch: Wie hat es dann Greenspan geschaftt, die amerikanische Wirtschaft mit Zinssenkungen anzukurbeln ? Und bedeuten niedrige Zinsen (in Japan sogar Negativzinsen) nicht eigentlich Investitionsfreundlichkeit, also eben NICHT Geldzurückhaltung ? Was will ich da nicht kapieren ?Häuser, oder große Unternehmen; welche viel Kapital erfordern, können nur mit Krediten überhaupt begonnen werden. Die riesigen Geldvolumen, welche dafür nötig sind, sind nur mit Krediten zu erhalten. Wenn also Herr Hinz oder Kunz sich nicht verschulden, dann muss der Staat einspringen und die überhängenden Kredite aufnehmen, um den Zins hoch zu halten. Beim heutigen Geld würde sich bei Unterschreiten eines Mindestzinses das Geldkapital von allen Investitionen zurückziehen wie in Japan.
Wem sagst du das ?Klaro, es gibt ja Inflation, deshalb ist das Gequatsche und Nonsens, und schon wurde bewiesen, dass man sich nicht weiter damit auseinandersetzen braucht.Zitat von Woppadaq
Der Satz "Geld verliert nicht an Wert" stimmt einfach nicht, das hab ich lediglich klargestellt. Geld kann gehortet werden und wird gehortet, aber nicht deshalb.Die eigentliche Aussage der Passage, auf die du dich beziehst, hast du dabei wiederum vollkommen ignoriert: Es geht darum, dass Geld im Gegensatz zu anderen Waren gehortet werden kann, und damit dem Wirtschaftskreislauf entzogen wird.
Ich betrachte das Geld-Verleihen durchaus als Leistung, unabhängig jetzt vom verwalterischen Aufwand. Der Verleihende hat schließlich auch das Risiko zu tragen, daß es zu einer Insolvenz oder einem Bankrott kommen kann.Doch, all diese Leute bekommen Geld für eine Leistung. Im Gegensatz dazu bedeutet Zins nichts anderes, als dass die Geldbesitzer dafür bezahlt werden dass sie Geld haben. Und zwar mit dem Geld, das andere durch eine Leistung erwirtschaftet haben.Zitat von Woppadaq
Dann müßten die Preise ja auch exponentiell steigen. Obgleich ich bei manchen Produkten das Gefühl habe, sie sinken eher.....Weiterhin ignorierst du einen äußerst wesentlichen Aspekt: wir alle zahlen Zinsen, auch wenn wir uns persönlich nicht verschulden. Der Zinsanteil in allen Preisen beträgt durchschnittlich 30 Prozent.
hmmm.....jetzt mal eine SEHR polemische Frage: Was wäre anders, wenn die arm wären ?Letztlich arbeiten wir also ein Drittel unserer Zeit nur dafür, um die reichsten Menschen dafür zu bezahlen, dass sie reich sind.
Aber sehr unglücklich formuliert. Das haben die anderen von dir verlinkten Artikel weitaus besser hingekriegt.Es war nur die Feststellung, dass die Verschuldung von Staat und Unternehmen den größten Anteil an der Gesamtverschuldung ausmachen, etwas anders formuliert.
Ändert aber nichts an den von mir genannten Beispiel mit Intel und AMD. Intel hat keine Schulden, müßte AMD im Nu plattmachen können. Und bei AMD müßten die Schulden expotentiell in die Höhe schnellen, denn auch deren Ausgaben bewegen sich im Milliardenbereich.Die Feststellung, dass die Unternehmen die Zinslast auf die Preise abwälzen bedeutet doch nicht, dass den Unternehmen in dieser Hinsicht ein Vorwurf zu machen ist. Sie haben gar keine andere Wahl. Im Gegenteil sieht die Freiwirtschaft die Unternehmen gleichermaßen als Opfer des Systems an.
Ich meine damit, daß das Problem der expotentiellen Zinslast bei der gewollten Neuverschuldung des Staates liegt, die in dieser Form bei Unternehmen wie AMD nicht stattfindet. Und ein Unternehmen wird man schon mit dem Staat vergleichen können.
Alleinschuldtheorien sind immer doof, ob nun mit oder ohne HipHop. Darum muß man sich nun wirklich keine Gedanken machen. Derartige Plattmacherei schadet dem Thema mehr als es dem Verfasser lieb sein könnte.Sich aber mal mit diesen Behauptungen auseinanderzusetzen, ob da nicht doch ein Zusammenhang bestehen könnte, dafür reicht es irgendwie nicht. Nein, stattdessen wieder die übliche Methode: irgendetwas dazudichten ('Hiphop-Musik'), damit die Aussage möglichst lächerlich erscheint - so verhindert man ganz wunderbar, dass sich jemand noch ernsthafte Gedanken zu dem Thema macht.Zitat von Woppadaq
Ich hab nie behauptet, das ICH kompetent in dieser Sache bin, falls du das meinst.Denke mal selber über diesen letzten Satz von dir nach!Zitat von Woppadaq
Ich hab auch betont, daß das Zinsproblem ein überdenkenswertes Problem darstellt und daß die Freigeldlösung überlegenswert ist.
Ich halte nur leider überhaupt nichts von Alleinschuldtheorien, wie sie in diesem - in meinen Augen eindeutig polemisch gefärbten - Artikel benutzt werden. Die Probleme und die Schuldigen werden hier zu sehr verflacht, so daß sehr wohl wieder das berühmte Feindbild genährt wird, welches hier leider zu oft bedient wird.
Unter einen "kompetenteren Beitrag" verstehe ich schon eher Artikel wie die von www.geldcrash.de , die du in deinem Post verlinkt hast.
Das wird mir jetzt aber ein bißchen zu schwammig.Die Freiwirtschaft versteht sich eigentlich als dritter Weg, als Alternative zu Sozialismus und Kapitalismus. Man bezeichnet es auch als 'Marktwirtschaft ohne Kapitalismus'. Dabei geht es weder um ein Zinsverbot (auch wenn das oft falsch verstanden wird), noch um Enteignungen, sondern allein darum, einen kleinen Fehler im Geldsystem zu korrigieren. Um ein politisches Konzept geht es dabei nicht.
Versuch mal in Kurzform zu erklären, worum es dann geht, welchen "kleinen Fehler im Geldsystem" du ganz konkret meinst.
Auch das ist wieder SEHR verflacht.Auch das halte ich für etwas kurzsichtig. Woher kommen denn die verschiedenen politischen Systeme. Zusammenhänge wie, dass wir (westlicher Kapitalismus) seit Jahrhunderten diese Länder ausbluten und zum großen Teil auf deren Kosten leben, diese Länder gnadenlos verarmen ließen um sie dann mit IWF-Krediten zu überschütten, damit sie gänzlich in die Schuldenspirale stürzen und von uns abhängig werden, und sich dann unsere Konzerne dort breitmachen um sich noch eine goldene Nase zu verdienen, politische Marionettensysteme und hörige Herrscher dort installieren, damit das Spiel auch schön weiter geht und wehe wenn nicht! - denn dann gibt's mit Krieg eins auf die Mütze ...Zitat von Winston_Smith
Vielleicht lohnt sich doch mal eine Auseinandersetzung mit den Zusammenhängen zwischen unserem kapitalistischem System und der Armut in der Dritten Welt!?
Inwiefern lassen wir die Länder ausbluten ?
Inwiefern sind wir daran Schuld, wenn bspw Simbabwe, einstmals Getreideexporteur , heutzutage Lebensmittel importieren muß ?
Inwiefern sind wir daran Schuld, daß in Liberia, zweifellos mal eines der reichsten Länder Afrikas, momentan Bürgerkrieg herrscht ?
Welche Beweise hast du, daß es primäres Ziel des IWF ist, Ländern, denen Kredit gewährt wird, in die Schuldenspirale zu stürzen (wo doch bspw. Argentinien schon längst drin ist, aber immer noch Geld vom IWF bekommt )...???
Sind Länder, in denen sich unsere Konzerne breitmachen, z.B. China, Brasilien, Tschechei, um nur einige zu nennen, tatsächlich SO SEHR von uns abhängig, daß ihnen gar nichts anderes mehr übrig bleibt, als sich unseren Firmen, um Ausbeutung bettelnd, an den Hals zu schmeißen ??
Ist ein politisches Marionettensystem (w.z.b.w.), welches für Frieden und sichere Verhältnisse sorgt, nicht immer noch besser als ein "echtes System", welches in Armut und Bürgerkrieg endet ?
Eine echte Auseinandersetzung mit diesem Thema würde zweifellos auch das Thema Subventionen (Steinkohle, Textilien, aber auch Eigenheimzulage etc.) ansprechen, mit dem WIR uns dann auseinanderzusetzen hätten.
Eine echte Auseinandersetzung mit diesem Thema würde zweifellos auch das Thema Löhne ansprechen - mitsamt der Frage, ob WIR ZUVIEL oder DIE ZUWENIG verdienen. Indische Programmierer waren früher Billigprogrammierer - inzwischen übernehmen indische IT-Firmen Teile von IT-Unternehmen in Deutschland.
Eine echte Auseinandersetzung mit diesem Thema würde zweifellos auch das Thema Umweltschutz ansprechen - ist eine Autodichte wie in Deutschland in China und all den Dritte-Welt-Ländern wünschenswert ? Was bedeutet ein eventueller stärkerer Verzicht auf Autos für unsere, doch sehr stark auf Automobile ausgerichtete Industrie ?



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