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(mangelnder) Respekt als Ursache (für das Böse im Menschen?)

Lyle

Vorsteher und Richter
16. Februar 2003
777
Das Gefühl, von der Gesellschaft mit seinem existenziellen Problem alleine gelassen zu werden, macht einen normalen Menschen erst kriminell - wenn er keinen anderen Weg sieht.

Was soll denn das bedeuten?
In Deutschland hat wohl jeder die Wahl ob er gegen die Gesetze verstösst oder nicht. Und wenn das bedeutet, dass man dann zum Sozialamt geht, dann geht man eben dahin.
Einer hat es vielleicht leichter als andere, aber niemand wird gezwungen.
 

StephiKrycek

Geheimer Meister
26. Januar 2003
359
es gibt einfach menschen, die sich für so etwas entscheiden, wenn auch meist nur unterbewusst, dennoch ist keine krankheit eine rechtfertigung für eine straftat!!!

Ich meinte auch,ob diese Krankheit aus Mangel an Respekt entsteht,nicht,ob ein psychisch Kranker unschuldig ist.

Wenn ein Mensch z. B. darunter leidet,dass ihm nicht der nötige Respekt entgegengebracht wird, ihm z.b. niemand zuhört, dann frisst dieser Mensch doch seine Probleme in sich rein. Und somit entstehen dann Krankheiten wie SVV(Selbstverletzendes Verhalten), Narzißmus und ähnliches. Oder?
 

nicolecarina

Meister vom Königlichen Gewölbe
6. Juni 2003
1.414
dale carnegie ("sorge dich nicht lebe") meint dazu folgendes:

punkt 7: lassen sie den andern fühlen, dass sie ihn für anständig halten - und er wird sich anständig benehmen.

ist meiner meinung nach empirisch beweisbar
 

Woppadaq

Großmeister-Architekt
2. August 2003
1.228
Lyle schrieb:
In Deutschland hat wohl jeder die Wahl ob er gegen die Gesetze verstösst oder nicht. Und wenn das bedeutet, dass man dann zum Sozialamt geht, dann geht man eben dahin.
quote]

Lieber Lyle

Wenn du glaubst, daß das Sozialamt alle Probleme löst

- warst du nie dort
- hattest nie Probleme, die dich kriminell werden ließen
- meinst du, alle Probleme dieser Welt ließen sich mit Geld lösen

ganz nebenbei - ich sagte "wenn er keinen anderen Weg sieht", was du durchaus mit "wenn er keine andere Wahl hatte (wenn auch nur aus seiner Sicht)" übersetzen kannst.

Du tust ja gerade so, als ob alle Menschen in Deutschland DEIN gesamtes Wissen besitzen - wenns so wäre, gäbe es tatsächlich keine Kriminalität mehr.
 

hives

Ritter Rosenkreuzer
20. März 2003
2.785
Re: (mangelnder) Respekt als Ursache (für das Böse im Mensch

StephiKrycek schrieb:
Ich war grade so in Gedanken versunken, als ich mir plötzlich dachte:
Verbrecher werden möglicherweise erst durch den einen Mangel an Respekt zu selbigen. Aber nicht nur kriminelle,sondern auch psychisch kranke Menschen wären doch sicherlich nicht so, wenn sie von vorn herein wie vollwertige Menschen respektiert und behandelt worden wären.

Was meint ihr dazu?Ist der mangelnde Respekt eine Erklärung für diese 'gesellschaftlichen Störfaktoren'?

Holla, interessantes Thema :D
Ich hab mir den Thread bisher noch nicht durchgelesen, um mich nicht ablenken zu lassen, deshalb ist meine spoantan Antwort evt. eine Wiederholung:

Ein grundlegendes Problem ist imho eine "Hierachisierung des Respekts" von Anbeginn der Erziehung und Erfahrung eines Kindes, die wiederum in verschiedenen Umgebungen des/der Heranwachsenden vollkommen unterschiedliche Ausprägungen und Zielrichtungen erfährt - Beispiel hierfür erübrigen sich wohl. Zwar ist es verständlich, dass Eltern ihre Kinder eine differenzierte Sicht auf die Realität vermitteln, zuoft artet das jedoch in Vorurteile, fundamentalistische Kategorien oder ähnliches aus. An und für sich lässt es sich mit Vorurteilen und ähnlichem gut leben, die Schwierigkeiten beginnen erst, wenn festgefahrene, emotional beladene (oft auch traditionelle und/oder unbewußte) Grundsätze eine rationelle oder emotionale Revision erleben, meist initialisiert durch bestimmte "prägende" Erlebnisse. In einer mehr oder weniger pluralistischen Gesellschaft ist ein Heranwachsender ständig mit wechselhaften Realitätswahrnehmungen und -beurteilungen konfrontiert, eine "Realitäsverschiebungen" (wobei der Ausgangsort der Verschiebung nicht interessiert, und auch das Endresultat ist relativ unwichtig - wichtig ist nur folgendes: In einem bestimmten Abschnitt seines Lebens wurde durch die herrschende Erziehungsinstanz ein System von Prioritäten, Respektsverhältnissen, Verboten, Regeln etc. aufgestellt, das den/die betreffende/n Heranwachsende/n zwar nicht wirklich moralisch oder rationell "kreiert" (da auch viele andere Einflüsse vorhanden sind), jedoch gewöhnlich die Verhaltensweisen dergestaltig konditioniert, dass ein Zusammenleben möglich ist (dh. die vorgesetzte Hierarchie - nicht nur die innerhalb der Familie - und das Regelwerk werden überwiegend eingehalten - oder zumindest beachtet).
Kommt es nun zu Veränderungen im Denken des Heranwachsenden (egal ob durch die Pubertät, drogeninduziert, durch traumatische oder tiefgreifende positive Erlebnisse oder anderes) ist mitunter das komplette Regelsystem betroffen, egal ob die destabilisierenden Einflüsse eher rationeller oder eher emotionaler Natur waren. Je oberflächlicher die eigentliche "Erziehung" war (das heisst: je mehr diese auf die pure Einhaltung des Systems samt Respektverhältnissen, Hierarchien, Ethik und Moral fixiert war und das emotionale und rationelle Begreifen und Verstehen vernachlässigt wurde), desto mehr und desto essentiellere Aspekte des "moralischen Systems" können von kleinen Veränderungen/Revisionen/Einbrüchen in Mitleidenschaft gezogen werden...


Ein konkretes Beispiel zum Abschluß:

Ein Kind will einem Bettler zehn Cent geben, weil dieser es darum gebeten hat.
Der Vater: "Nein, mein Kind. Wir müssen doch unser neues Aiuto abbezahlen..."
Das Kind: "Aber dieser Mensch hat nicht mal etwas zu essen!"
Die Mutter: "Ach, du hast so ein gutes Herz, Kind, aber wenn du allen Bettlern helfen willst, wirst du genauso enden wie sie."
Das Kind: "Aber daws verstehe ich nicht, Du hast doch gesagt, man sollte allen Menschen in Not helfen..."
Der Vater: "Lasst uns ein andermal darüber reden, wir müssen die U-Bahn bekommen..."

Dass kommt wohl jeden Tag vor, und ist noch keine Garantie für einen wirklich üblen Serienmörder, aber ich hoffe, ich habe wenigstens das Prinzip der "Hierarchisierung von ethischen Prinzipien bei fehlendem Respekt gegenüber dem entgegengerichteten emotionalen und rationalen Verständnis" illustriert...

Die ethische Erziehung ist heutzutage mehr als verwirrend, und das nicht nur durch pluralistische Einflüsse, die Schwächung der Kirche, oder den zu Throne erhobenen Materialismus der Wissenschaften - viel schlimmer sind imho maßgebliche Verantwortungspersonen, die ihre eigenen ethischen Prinzipien (die ich an dieser Stelle nicht beurteilen möchte) den Kindern aufoktroyieren, und nicht auf eine emotionale und rationale Erarbeitung der Moral mit ihren Kindern setzen.
 

Lyle

Vorsteher und Richter
16. Februar 2003
777
Woppadaq schrieb:
Lieber Lyle

Wenn du glaubst, daß das Sozialamt alle Probleme löst

- warst du nie dort
- hattest nie Probleme, die dich kriminell werden ließen
- meinst du, alle Probleme dieser Welt ließen sich mit Geld lösen

Ich glaube bestimmt nicht, dass das Sozialamt oder Geld alle Probleme löst. Das kann man ganz leicht schon aus dem ersten Satz meiner Signatur ablesen. Ich glaube aber auch, dass in Deutschland jeder die Wahl hat ob er kriminell wird oder nicht.
Davon ausgenommen sind jetzt Personen die wirklich irgendwelche psyschischen Störungen (i.d.R. durch organische Defekte hervorgerufen) haben, die ihnen die Wahl nicht möglich werden lässt
Zum Sozialamt. Es gibt den sogenannten Mundraub, sprich Du klaust jemandem was zu essen um nicht zu verhungern. In dem Fall gäbe es wohl wirklich keine andere Wahl, außer der zu verhungern, aber in Deutschland kommt das so wohl nicht vor D.h. auch wenn Du riesige finanzielle Probleme nhastm, verhungern musst Du nicht, also sind finanzielle Probleme kein zwingender Grund um kriminell zu werden. Ähnlich gelagert ist vielleicht noch die Beschaffungskriminalität von Drogenabhängigen, aber dann sollte man Fragen warum diese Leute abhängig sind.
Eine anderen Grund der einen "zwingen" würde kriminell zu werden, und der in Deutschland vorkommt fällt mir nicht ein. Vielleicht kannst Du ja mal einen (hypothetischen) Fall konstruieren, in dem jemand wirklich gezwungen ist, vielleicht habe ich ja auch nur eine zu geringe Phantasie.
Mit zwingen meine ich, dass es wirklich keine andere Möglichkeit gibt, ich meine damit nicht, dass es für alle gleich "leicht" ist, ehrlich zu sein.
 

Lyle

Vorsteher und Richter
16. Februar 2003
777
Ach ja
- hattest nie Probleme, die dich kriminell werden ließen

Das ist durchaus richtig. Ich kann mir aber auch nur eine einzige Situation - in unterschiedlicher Ausprägung natürlich - vorstellen, bei deren Eintreten ich wirklich gezwungen - wohl gemerkt gezwungen, nicht nur dazu veranlasst - wäre kriminell zu werden. Aber die ist bei der derzeitigen Gesetzeslage in Deutschland nicht gegeben.

Übrigens handelt es sich dabei nicht um Mundraub.
 

pibaX

Geheimer Meister
4. November 2002
306
StephiKrycek schrieb:
es gibt einfach menschen, die sich für so etwas entscheiden, wenn auch meist nur unterbewusst, dennoch ist keine krankheit eine rechtfertigung für eine straftat!!!

Ich meinte auch,ob diese Krankheit aus Mangel an Respekt entsteht,nicht,ob ein psychisch Kranker unschuldig ist.

Wenn ein Mensch z. B. darunter leidet,dass ihm nicht der nötige Respekt entgegengebracht wird, ihm z.b. niemand zuhört, dann frisst dieser Mensch doch seine Probleme in sich rein. Und somit entstehen dann Krankheiten wie SVV(Selbstverletzendes Verhalten), Narzißmus und ähnliches. Oder?

wie du auch, so hoffe ich, gelesen hast, dass ich geschrieben habe, manche leute WÄHLEN es, wenn auch unterbewusst und wenn du dir meine ersten postings durchgelesen hast, dürftest du mitbekommen haben, dass ich jeden menschen für seine taten verantworlich mache, weil er den zustand, in dem er diese taten ausführt bewusst oder unbewusst SEBST GEWÄHLT hat. das andere faktoren ihn zusätzlich beeinflussen, habe ich nie abgestritten.
zur verdeutlichung eine krankheit entsteht wenn du dich dafür entscheidest (bewusst oder unbewusst). ein andere kann dir keine krankheit geben (ausser durch nen virus aber darum gehts ja nicht).


mfg pibaX
 

hives

Ritter Rosenkreuzer
20. März 2003
2.785
pibaX schrieb:
StephiKrycek schrieb:
es gibt einfach menschen, die sich für so etwas entscheiden, wenn auch meist nur unterbewusst, dennoch ist keine krankheit eine rechtfertigung für eine straftat!!!

Ich meinte auch,ob diese Krankheit aus Mangel an Respekt entsteht,nicht,ob ein psychisch Kranker unschuldig ist.

Wenn ein Mensch z. B. darunter leidet,dass ihm nicht der nötige Respekt entgegengebracht wird, ihm z.b. niemand zuhört, dann frisst dieser Mensch doch seine Probleme in sich rein. Und somit entstehen dann Krankheiten wie SVV(Selbstverletzendes Verhalten), Narzißmus und ähnliches. Oder?

wie du auch, so hoffe ich, gelesen hast, dass ich geschrieben habe, manche leute WÄHLEN es, wenn auch unterbewusst und wenn du dir meine ersten postings durchgelesen hast, dürftest du mitbekommen haben, dass ich jeden menschen für seine taten verantworlich mache, weil er den zustand, in dem er diese taten ausführt bewusst oder unbewusst SEBST GEWÄHLT hat. das andere faktoren ihn zusätzlich beeinflussen, habe ich nie abgestritten.

Ja, aber du hast die Entscheidung nun elegant nivelliert -
Was ist eine "unbewußte Entscheidung"?
Sie kann nichts anderes sein als ein Ergebnis von emotionalen physiologischen und neurophysiologischen Bedingungen/Einflüssen.
Und die "bewußte Entscheidung"?

http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=157567

Letztlich ist doch einiges mehr als man glauben will Konditionierung...



(Den medizinischen Vergleich habe ich übrigens nicht kommentioert, weil ich nicht glaube, dass man sich für besonders viele Krankheiten "entscheidet" - lediglich allgemeinere Faktoren wie die "Stärke" des Immunsystem etc. werden in dieser Hinsicht psychosomatisch bedingt)
 

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