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Revolution

blaXXer

Vollkommener Meister
8. Dezember 2003
581
antimagnet schrieb:
das hat marx gesagt?

was ein treppenwitz. machen doch ausgerechnet seine ossis die letzte deutsche revolution. und wollen kapitalistische wessis werden.

oder war das keine?

oder engels...
das war kein treppenwitz, sondern absolut realistisch gesehn.
denn in keinem land der welt sind die menschen dermassen obrigkeitshörig wie in deutschland (liegt wohl in der kaiserzeit begründet).
des weiteren hätte es in D. niemals den sozialismus gegeben, hätten die russischen besatzer ihn nicht der damaligen (Sowjetische Besatzungszone) und heutigen (Sonderbeschäftigungszone) SBZ aufoktroyiert.

abgesehen davon war selbst russland, das mutterland des real existierenden kommunismus (oder wie ich sage: staatskapitalismus) 1918 noch gar nicht reif für die sozialistische revolution durch Lenin und seine Kader.
Nach Marx würde der Kommunismus seinen Anfang im am meisten kapitalistischen und am meisten entwickelsten land der erde nehmen (und russland war damals lediglich ein aristokratischer agrarstaat), man machte also den zweiten schritt vor dem ersten.
 

antimagnet

Ritter Kadosch
10. April 2002
5.881
denn in keinem land der welt sind die menschen dermassen obrigkeitshörig wie in deutschland (liegt wohl in der kaiserzeit begründet).

ja, das hab ich jetzt schon öfter in diesem thread gelesen, dass wir deutschen wohl keine revolution hinbekämen. und doch gabs eine vor 15 jahren. da haben die menschen im osten kurzerhand ihren staat aufgelöst - in einer revolution.

und ihr wollt jetzt schon wieder eine?

dann würd ich alternativen aufzeigen. revolutionen entstehen nicht, wenn es den menschen beschissen geht. sie entstehen, wenn menschen, denen es beschissen geht, die möglichkeit zur verbesserung wahrnehmen. solange diese möglichkeit nicht realistisch ist, wirds hier keine revolution geben.
 

racingrudi

Geheimer Meister
11. September 2004
475
mal ganz davon abgesehen, dass die revolution ende der 80er von oben faktisch zugelassen wurde. die staatsbosse haben sich nicht dagegen gewehrt. im hintergrund liefen schon die "auflösungsgespräche", während in leipzig "wir sind das volk" gebrüllt wurde. per handschlag und dem bekannten "versprecher" von modrow (ähm, ich glaube, der war's) wurden dann die grenzen geöffnet. wenn da politisch nichts gelaufen wäre, dann würden die sich heute noch montags auf der straße stehen. eine revolution ist definitiv blutig (frz. rev., oktoberrev., 1848/49, die ganzen bauernaufstände im 16./17. jhdt.), alles andere ist politischer mummenschanz.

in der tat fehlt mir derzeit die "einzig wahre lösung". tja, das wird nicht so richtig funktionieren ohne vernünftige gegenvorschläge. vielmehr wäre eine "feindliche übernahme des systems" angebracht. sprich: den "feind" mit den eigenen waffen schlagen und dann eine sanfte umgestaltung des systems. na, dann mal los, bank gründen, kapital anschaffen, ....... (in welchem sender kommt das???) .... :wink:

mfg.
rg
 

gloeckle

Geheimer Sekretär
20. Oktober 2002
699
Um dem Ganzen mal eine Basis zu geben, folgt hier ein Zitat aus meinem tollen Geschichtsbuch (Geschichte und Geschehen, Klett):

Revolution
Das spätlateinische revolutio (die Umdrehung) wurde seit dem 18. Jahrhundert für einen tiefgreifenden, meist gewaltsamen Umsturz der bestehenden politischen und sozialen Ordnung gebraucht. Musterbeispiel wurde die Französische Revolution, die man als bürgerliche Revolution bezeichnet, weil das Bürgertum sich Teilhabe an der Macht erkämpfte.


Varianten der bürgerlichen Revolution sind auch die Glorious Revolution von 1688 in England und die Amerikanische Revolution von 1775. Später bezeichnete man den Beginn der Industrialisierung auch als Industrielle Revolution.

Im Gegensatz zur Heftigkeit revolutionärer Vorgänge werden behutsame Änderungen der politischen und sozialen Verhältnisse als Reformen bezeichnet. Revolte nennt man den Aufstand einer kleinen Gruppe, die ihre Macht erhalten oder vergrößern will.
 

friedrich

Großmeister
4. Januar 2005
79
Nach Marx würde der Kommunismus seinen Anfang im am meisten kapitalistischen und am meisten entwickelsten land der erde nehmen (und russland war damals lediglich ein aristokratischer agrarstaat), man machte also den zweiten schritt vor dem ersten.[/quote]



meiner Meinung nach wäre es für die welt in der Situation in der wir uns befinden am Besten wenn der Kommunismus sich als erstes in den USA ausbreitet aber da die Revolution dort schon lange auf sich warten lässt denke ich es wäre am besten wenn jedes land für sich die Revolte macht und nicht auf einen Quell der Weltrevolution wartet. Und zu Deutschland und der Aussage das hier keine Revolution statt finden kann wir können alles wenn wir nur wollen und eine Revolte ist in diesem Ausbeuter System mehr als nötig. Ich erinnere nur daran das 1918, bei der Revolte der Soldaten und Arbeiter die Kommunisten beinahe gewonnen hätten. Aber eins ist sich die Deutschen lassen sich sehr schnell von Uniform und Titeln einschüchtern
 

Laokoon

Vollkommener Meister
11. August 2004
550
antimagnet schrieb:
dann würd ich alternativen aufzeigen. revolutionen entstehen nicht, wenn es den menschen beschissen geht. sie entstehen, wenn menschen, denen es beschissen geht, die möglichkeit zur verbesserung wahrnehmen.

Eben. Und uns gehts noch nicht beschissen genug. Und wir sind zu passiv um zu sagen, "liebe Politik, SO nicht!"....Dem Großteil der Deutschen ist das Interesse für Politik eh schon vor langer Zeit verloren gegangen. Bei fast jeder Wahl ist die Wahlbeteiligung niedriger als zuvor. Und wer sich nicht um Politik kümmert, denkt nur noch an sich, solange man für sich seine Alltagssachen hat, sind einem die Anderen doch fast schei..egal...und die Politik halt auch. Und es wird noch ein paar Jährchen dauern, bis es soweit ist, dass auch die Letzten erkannt haben, dass sie ihren Staat genauso mitheruntergewirtschaftet haben wie ihre Regierungen.

Politiker=Vertreter des Volkes, aus den Reihen des Volkes
Volk= oft selbstgefällig, kein Interesse an Politik und dem Wohl aller

also:

Politiker = ebenfalls oft selbstgefällig, kein wahres Interesse an ihrem Land und Politik, wohl mehr an Image und Bezügen

Ich will damit niemandem persönlich auf die Füsse treten... Denn es gibt auch Menschen, DIE sich für Politik interessieren, DIE ihr Land mitgestalten wollen und DIE das Wohl aller sichern wollen. Und denen danke ich. Und ich hoffe, dass diese Menschen die anderen begeistern können.
 

friedrich

Großmeister
4. Januar 2005
79
Das werden wir aber leider erst nach der Revolution denn zuvor werden wir nicht rangelassen ( auch wenn wir 60% bekommen würden )
 

Laokoon

Vollkommener Meister
11. August 2004
550
@ friedrich: Du hast recht, Politik muss volksnäher werden und auch durchsichtiger.

Aber mitbestimmen, wählen und sich bemühen kann jeder zu jeder Zeit an jedem Ort, sofern er die gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht reizt. So sollte es sein, und meiner Meinung nach ist das auch gegeben.
 

MiloshFey

Geselle
3. März 2005
33
Es wird niemals jeder die gleichen Chancen haben, dazu müssten alle Menschen von Geburt an gleich intelligent, gleich stark, gleich groß, gleich schwer sein und gleich aussehen.
Einer wird in eine reiche Familie geboren => Ist bevorteilt
Einer sieht supertoll aus => Ist bevorteilt
Einer ist superintelligent => Ist bevorteilt
Einer ist 1,20 groß => Ist benachteiligt
Einer wird in eine arme Familie geboren => Ist benachteiligt
Einer ist dumm => Ist benachteiligt

Verstehst du was ich meine?
Egal in welchem System wir leben, es wird nie gerecht sein. Es wird immer Leute geben die hohe Chancen haben etwas zu erreichen und chancenlose Niemande....

Thats life my friend...
 

MiloshFey

Geselle
3. März 2005
33
Chancengleichheit besteht dann, wenn die Vorraussetzungen ein Ziel zu erreichen exakt dieselben sind, d.h. alle "Kontrahenten" haben die gleichen finanziellen Mittel, sehen gleich aus, haben die gleiche Grundintelligenz, haben die gleichen Fähigkeiten, die gleichen Beziehungen etc.

Faktisch unmöglich
 

Laokoon

Vollkommener Meister
11. August 2004
550
MiloshFey schrieb:
Es wird niemals jeder die gleichen Chancen haben, dazu müssten alle Menschen von Geburt an gleich intelligent, gleich stark, gleich groß, gleich schwer sein und gleich aussehen.
Einer wird in eine reiche Familie geboren => Ist bevorteilt
Einer sieht supertoll aus =>
(....)
Thats life my friend...

Wusste ich doch, dass jemand das anbringen würde... Aber das sind Faktoren, die immer da sind, die man jedoch aushebeln kann. Biologische oder gesellschaftliche Faktoren halt. Unser Staat hat aber eine Grundlage geschaffen, die man als Chancengleichheit bezeichnen kann: Das Grundgesetz, mit den ihm vorstehenden Menschenrechten.

Auch der Sohn einer armen Gastarbeiterfamilie deren Eltern nur italienisch sprechen und der zudem noch einen lahmen Fuss hat, kann, wenn er denn will, sich für das Wohl des Staates und in der Politik betätigen. Klar muss er mehr dafür kämpfen und arbeiten, um dieses Ziel ausleben zu können, aber er kann.


Chancenungleichheit war z.B. im Mittelalter. Warst du Bauer, bliebst du Bauer. Du wärest getötet oder als Ketzer verbrannt worden, hättest du dich dagegen gewehrt: Unüberwindliche Ständegrenzen.

Heute sind alle Menschen vor dem Gesetz gleich.

Das heißt, das jeder die Chance hat, das versuchen zu verwirklichen, was er will, solange er im Sinne des GG handelt. Ob er es schafft, ist eine andere Frage.

@ Tarvoc
Aaaah ...bitte keine Definitionsdiskussionen :wink:
 

Tarvoc

Ritter vom Osten und Westen
10. April 2002
2.559
MiloshFey schrieb:
Chancengleichheit besteht dann, wenn die Vorraussetzungen ein Ziel zu erreichen exakt dieselben sind, d.h. alle "Kontrahenten" haben die gleichen finanziellen Mittel, sehen gleich aus, haben die gleiche Grundintelligenz, haben die gleichen Fähigkeiten, die gleichen Beziehungen etc.

Aha. Und wer sollte sowas wollen? :roll:
 

MiloshFey

Geselle
3. März 2005
33
@Tarvoc
eben niemand!!!

Es wird nie Gerechtigkeit und Chancengleichheit auf dieser Welt geben, es hilft nichts herumzuflennen "Ich bin doch so benachteiligt". Davon wird es auch nicht besser!
Man muss versuchen seine Ziele zu erreichen, ohne sich über die äuseren Umstände aufzuregen. Entweder man nimmt die Dinge so wie sie sind oder man versucht sie zu ändern!

Warum denkst du geht es der deutschen Wirtschaft so schlecht? Weil die deutschen zu einem "Plärrervolk" geworden sind... "Uns geht es so schlecht", "Es wird sowieso nicht besser", "Lieber sparen, man könnte jederzeit seinen Arbeitsplatz verlieren"....
Nur wenn alle Leute sparen müssen tatsächlich Arbeitsplätze abgebaut werden...
Wenn der Arbeiter jedoch sagt "Ich weis was ich kann, auch wenn ich meinen Arbeitsplatz verliere dann finde ich was neues oder mache mich selbstständig", gibt er auch Geld aus, das fliest in den Wirtschaftskreislauf und es geht aufwärts.

Ich hasse dieses herumgeweine, ich habe nur als ich den Beitrag gelesen habe: "Ich habe also die gleichen Chancen wie die Tochter von Bush?" den Drang verspürt zu antworten. Wennman sich einredet sowieso benachteiligt zu sein, dann wird man es auch sein.
Es gibt so viele Beispiele für Menschen die es trotz widriger Umstände zu etwas gebracht haben.

Denkst du alle Bauern im Mittelalter haben nichts erreicht?
Es gibt einige wenige Bauern die es bis zum Ritter gebracht haben, sich in Schlachten bewährt haben, ja im alten Rom wurden sogar in der Anfangszeit viele Bauern zu Feldherrn (ist zwar nicht Mittelalter aber egal).
Die Bauern beim Bauernaufstand haben auch nicht herumgeplärrt sondern die Hacke in die Hand genommen und sind für ihre Sache eingestanden... Jetzt stehen sie in den Geschichtsbüchern was viele Adelige etc. nicht geschafft haben.
 

Laokoon

Vollkommener Meister
11. August 2004
550
MiloshFey schrieb:
Denkst du alle Bauern im Mittelalter haben nichts erreicht?
Es gibt einige wenige Bauern die es bis zum Ritter gebracht haben, sich in Schlachten bewährt haben, ja im alten Rom wurden sogar in der Anfangszeit viele Bauern zu Feldherrn (ist zwar nicht Mittelalter aber egal).
Die Bauern beim Bauernaufstand haben auch nicht herumgeplärrt sondern die Hacke in die Hand genommen und sind für ihre Sache eingestanden... Jetzt stehen sie in den Geschichtsbüchern was viele Adelige etc. nicht geschafft haben.

Ja, schön, dass die Bauern der Aufstände in Geschichtsbüchern stehen. Das hat ihnen zu Lebzeiten wohl wenig gebracht. Außdem wurden die Aufstände blutig niedergeschlagen, an der Situation der Bauern hat das nichts verändert. [Außerdem: Steht in den Geschichtsbüchern sowas wie "..und Egidius Prömm war auch dabei, genau wie Ullrich Pusselmann aus Ettlingen"? Nein...da wird höchstens von den Anführern und der Horde als Allgemeinem geredet. Aber das nur nebenbei]-

Zu den Bauern, die zu Rittern wurden: Ausnahmen gab und gibt es immer. Zudem war das entweder ganz zu Anfang des MA (Ende der "Dark Ages") oder ganz am Ende, zum Abruch der Neuzeit. Aber ein Heath Ledger als "Ritter aus Leidenschaft" wäre ein toter Mann gewesen. Der Adel ließ sich nicht verspotten. Zu Zeit der Franken und des Frankenreiches war das etwas ganz anderes, die Ständegrenzen waren noch nicht starr, da die germanische Form des Häutlings, der ja eigentlich auch nur Mitbürger seines Stammes war in die Form des Herzogtums und der Adelschaft überging. Die ganzen Privilegien und Erbschaftsfolgen kamen erst mit der Zeit dazu.

Und am Anfang Roms war Rom ja schließlich eine Republik und also eigentlich auch demokratisch geprägt. Und Bauer sein war keine Schande zu Anfang der Republik, schließlich war Rom ja nicht viel mehr als eine Stadt, die sich aus einem Bauern- und Hirtendorf gebildet hat. Reiche Bürger hatten ihren Hof, den sie bewirtschafteten und - ließen. Außerhalb der Stadt.
 

Tarvoc

Ritter vom Osten und Westen
10. April 2002
2.559
MiloshFey schrieb:

Manche Worte wissen selbst nicht, was sie bedeuten. ;)

MiloshFey schrieb:
Chancengleichheit

Na, wenn man unbedingt ständig streben muss...

Wer nicht strebt, stirbt nicht.

MiloshFey schrieb:
"Ich bin doch so benachteiligt".

Wer das sagt, ist sicher jemand, der sehr viel leidet...

Da ist der Gedanke wohl Vater der Tatsache. ;)

Was wir sind, ist die Summe dessen, was wir gedacht haben.
(Buddha)

MiloshFey schrieb:
Man muss versuchen seine Ziele zu erreichen.

Ein ewiges Im-Kreis-Drehen...

MiloshFey schrieb:
Entweder man nimmt die Dinge so wie sie sind oder man versucht sie zu ändern!

Solange du sie nicht nehmen kannst, wie sie sind, kannst du sie nicht ändern. ;)

MiloshFey schrieb:
Warum denkst du geht es der deutschen Wirtschaft so schlecht? Weil die deutschen zu einem "Plärrervolk" geworden sind... "Uns geht es so schlecht", "Es wird sowieso nicht besser".

Ein Nihilist ist ein Mensch, der von der Welt, wie sie sein sollte, urteilt, sie ist nicht, und von der Welt, wie sie ist, urteilt, sie sollte nicht sein.
Meint jedenfalls Nietzsche...

MiloshFey schrieb:
Wenn der Arbeiter jedoch sagt "Ich weis was ich kann, auch wenn ich meinen Arbeitsplatz verliere dann finde ich was neues oder mache mich selbstständig", gibt er auch Geld aus, das fliest in den Wirtschaftskreislauf und es geht aufwärts.

Das ist dann vermutlich eine self-fulfilling prophecy...

Weisst du, was das Achrostychon "I.N.R.I." wirklich bedeutet?
Igne Natura Renovatur Integra.
Durch das Feuer des Geistes wird die Welt vollständig erneuert.

MiloshFey schrieb:
Ich habe nur als ich den Beitrag gelesen habe: "Ich habe also die gleichen Chancen wie die Tochter von Bush?" den Drang verspürt zu antworten.

Was will ich mit gleichen Chancen? ;)

MiloshFey schrieb:

Jede Zahl ist infinit, es gibt nirgends einen Unterschied. ;)
 
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