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Sigmund Freud und Co Relikte der Psychoheilung

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.057
Ich stelle mir des öfteren die Frage, weshalb man bis in die heutige Zeit hinein, an "Therapiemethoden" glaubt und sie anwendet, die von Leuten stammen, welche selbst eine höschst problematische Psyche hatten?

Ist Psychotherapie immer anwendbar, auf welche Weise wirkt sie, birgt sie Gefahren und vor allem wer profitiert davon? Von welchen Faktoren ist ihr Erfolg abhängig. Warum finden so viele Leute keine Hilfe darin, bzw. warum ist es für viele schwer den geeigneten Psychotherapeuten zu finden.


Gibt es heute ein besseres Konzept von gesunden Leuten, das die Freudsche Lehre ablösen könnte?

Fragen über Fragen....Ich freue mich auf Antworten...

Gruß

Baronesse
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.057
AW: Sigmund Freud und Co Relikte der Psychoheilung

Hallo Baroness de Berjaraque;
Ich stelle mir des öfteren die Frage, weshalb man bis in die heutige Zeit hinein, an "Therapiemethoden" glaubt und sie anwendet, die von Leuten stammen, welche selbst eine höschst problematische Psyche hatten?
Vielleicht verstehen gerade die, intuitiv worum es geht? Freud erkannte das psychische Symptome und Störungen, auf Phantasien und Impulsen aus dem Unterbewußten beruhen. Und dort auch Abwehrmechanismen ruhen.
Ist Psychotherapie immer anwendbar, auf welche Weise wirkt sie, birgt sie Gefahren und vor allem wer profitiert davon? Von welchen Faktoren ist ihr Erfolg abhängig. Warum finden so viele Leute keine Hilfe darin, bzw. warum ist es für viele schwer den geeigneten Psychotherapeuten zu finden.
Ich denke es funktioniert nicht bei jedem, sie wirkt durch bewußtmachung der unbewußten Aspekte. Profitieren sollten Therapeut und Klient und die müßen sich "riechen" können.
Gibt es heute ein besseres Konzept von gesunden Leuten, das die Freudsche Lehre ablösen könnte?
Jeder hat so seine Macke.....und die Psyche ist ein riesen Gebiet. So spielt auch die Individualpsychologie von Adler, Erich From, C.G.Jung , Otto Rank usw eine wichtige Rolle.
Auch die Bedeutung der spirituellen Krise, findet immer mehr Bedeutung in der Psychiologie.
Fragen über Fragen....Ich freue mich auf Antworten...

Zitat von Jung:

"Normal" zu sein ist ein glänzendes Ideal für den nicht Erfolgreichen.
Daraus folgt, dass viele Menschen neurotisch werden, weil sie nur normal sind, oder Menschen neurotisch werden weil sie nicht normal sein können. (C.G.Jung 1933).

Sche
 

Telepathetic

Groß-Pontifex
1. Juli 2010
2.972
AW: Sigmund Freud und Co Relikte der Psychoheilung

Ich stelle mir des öfteren die Frage, weshalb man bis in die heutige Zeit hinein, an "Therapiemethoden" glaubt und sie anwendet, die von Leuten stammen, welche selbst eine höschst problematische Psyche hatten?
Therapie hat wenig mit Glauben zu tun.

Bereits die Schamanen haben höchst problematische Psychen gehabt und konnten anderen in der Seele Erkrankten nur helfen, weil sie für sich selbst Methoden der Heilung, bzw. Linderung gefunden haben. Der/Die Schamane/in mußte einen passenden Umgang mit der eigenen Störung finden und wurde u.A. dadurch ermächtigt, den Leidenden des Stammes zu helfen.

Genau die selbe Situation findet sich immer noch heutzutage. Psychotherapeuten sind häufig der Meinung, dass ein sich mit der eigenen Störung befassenderTherapeut mehr Einfühlungsvermögen, mehr Verständnis, vielleicht auch mehr Bereitschaft zu helfen entwickelt. Therapie ist ein kreativer Beziehungs-Prozess, der für beide Seiten höchst entwicklungsreich sein kann. Der Therapeut muß dafür auf Augenhöhe mit seinem Patienten/Klienten sein.

Man darf nicht vergessen, dass auch Therapeuten nichts weiter sind als Menschen. In der Praxis können sie aufgrund ihres im Studium erworbenen wissenschaftlichen Wissens und aufgrund ihrer im Selbst-Studium erworbenen Intuition dem Patienten/Klienten wesentliche Hilfestellung leisten. Im Privatleben sind Therapeuten dann Menschen wie Du und Ich, mit ihren eigenen Problemen, Sorgen und Situationen, die das Leben an jeden von uns richtet.

Ist Psychotherapie immer anwendbar, auf welche Weise wirkt sie, birgt sie Gefahren und vor allem wer profitiert davon? Von welchen Faktoren ist ihr Erfolg abhängig. Warum finden so viele Leute keine Hilfe darin, bzw. warum ist es für viele schwer den geeigneten Psychotherapeuten zu finden.
Um therapiert werden zu können, muß eine Krankheits-, bzw. Störungseinsicht beim Patienten/Klienten eingetreten sein. Gleichzeitig muß der Patient/Klient wenigstens den Willen aufbringen seine Störung bewußt anzugehen.
Ausnahme hiervon ist ein psychischer Notfall, z.B. eine akute Psychose, ein Gewaltausbruch, ein Selbstmordversuch. Notfälle werden dann häufig in einer psychiatrischen Klinik versorgt. Ein psychischer Notfall führt aber nicht zwangsweise zur Therapiebereitschaft, z.B. weil die Angst vor der Therapie selbst oder die Angst vor dem, was im Unbewußten vor sich selbst versteckt gehalten wird, einfach zu groß ist.

Eine psychische Störung ohne Notfall zu erkennen, kann aber ein mühsamer Prozess sein, da einheitliche Störungsbilder zwar erforscht und dokumentiert werden, aber jede psychische Störung so einmalig ist, wie der/die Gestörte selbst.

Wie soll eine Störung erkannt werden, wenn ein Betroffener selbst keine Veränderungen in seinem Befinden und Verhalten bemerkt? Wenn sein Umfeld Veränderungen bemerkt, den Betroffenen darauf hinweist, der seine Veränderungen aber nicht wahrnehmen kann und sie dementsprechend abstreitet?

Gleichzeitig muß unterschieden werden zwischen einer psychischen Störung/Krankheit und einer seelischen, bzw. spirituellen Krise. Die Abgrenzung von gesund und krank ist schwierig und fängt mit einem subjektiven Leiden eines Menschen, bzw. dem Leiden einer Gruppe unter einem Menschen an. In einer mehrstündigen psychopathologischen Anamnese wird dann geklärt, welche Symptome das Leiden begleiten, es werden Therapieziele ausgehandelt und der Therapeut sollte immer ein Auge auf die aktuelle Symptomatik haben, um die Inhalte der Therapiestunden kreativ und den Klienten/Patienten nützlich anregend zu gestalten.


Als herausragender zentraler Wirkfaktor in der Psychotherapie im Allgemeinen wird von vielen Forschungsergebnissen die therapeutische Beziehung genannt. Weniger bedeutsam seien spezifische Techniken.

Faktoren wie die uneingeschränkte Anerkennung des Leidens des Patienten/Klienten durch den Therapeuten, sein Verstehen, sein Einfühlungsvermögen in seine existenziellen Bedürfnisse, seine Rolle als Lebens-Lehrer, als zeitweiliger Mutter-, bzw.Vaterersatz um dem Klienten/Patienten die Möglichkeit zu geben, vernachlässigte, sogar unbekannte Ressourcen in der Persönlichkeit zu entdecken und reifen zu lassen und das Bewußtmachen verfestigter Denk- und Verhaltensweisen, sind hilfreich in der psychotherapeutischen Unterstützung.

Gibt es heute ein besseres Konzept von gesunden Leuten, das die Freudsche Lehre ablösen könnte?

Freud's Theorien sind schon immer kritisiert worden, aber einige seiner Grundkonzepte sind bis zum heutigen Tag vertreten, sie haben zu recht universellen Geltungsanspruch innerhalb der Therapien.

Die ganz Großen der Psychotherapie, die Pioniere haben alle ihre eigenen Konzepte und Methoden entwickelt, die allesamt von Freud beeinflußt worden sind.

Gegenwärtig werden vier psychotherapeutische Orientierungen, bzw. Ansätze beschrieben:

1. Die Tiefenpsychologie (da gehört der Freud hinein)
2. Die Verhaltenstherapie
3. Die Humanistische Psychotherapie
4. Die Systemische Therapie

Diese vier Orientierungen sind nicht strikt voneinander getrennt, sie beeinflußen sich gegenseitig in Theorie und Praxis.

Therapeuten entscheiden sich im Allgemeinen für ein oder mehrere ihnen passende Orientierungen und Verfahren, z.B. Gesprächspsychotherapie. Mit der Zeit erarbeitet ein Therapeut aber seine eigene persönliche Methode unter Beachtung der wissenschaftlichen Erkenntnisse über Störungen und deren spezifische Behandlung.

Seit einiger Zeit wird eine wissenschaftlich fundierte Integration der verschiedenen Orientierungen angestrebt. Ziel ist eine allgemeine Psychotherapie.

Freud zum Gruße :wink:,
Tele
 

Ehemaliger_User

Beatus ille, qui procul negotiis.
10. April 2002
29.057
AW: Sigmund Freud und Co Relikte der Psychoheilung

Vielleicht gibt es bessere Alternativen, nur wer will das Beurteilen?

Die Schulmedizin hat ihre Bücher Geschrieben, wer möchte dagegen schon angehen?

Das Altbewährte wird immer erhalten bleiben, egal ob nun die TCM oder Psychoanalyse.

Ich denke es gibt nicht den Normalen Weg, müsste man diesen gehen, so müssten alle Eingriffe Unterlassen werden, der Natur ihren Lauf lassen!

Mit Flascher Humanität züchten wir uns unsere Eigenen Problem groß und damit auch die Menscheit zu grunde!
 
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