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Militärintervention der BRD im Sudan

JCDenton

Geheimer Meister
27. Januar 2003
180
ich würde gerne über diesen artikel diskutieren ! : http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/18044/1.html

weiß jemand mehr über Thormählen ( sind die zufällig in einem großen lobby vernband, welchen einfluss haben die auf die bundesregiereung) ? warum würde die BRD soldaten in den sudan schicken damit das unternehmen Thormählen ( und die deutsche bahn ?!?) den 3 milliarden euro auftrag annehmen kann ?
an den greueltaten ( wie bereits die ard berichtete - aus welchen gründen auch immer...) kann es nicht nur liegen, denn schließlich werden in anderen afrikanischen ländern ähnliche oder schlimmere taten vollbracht (z.b. im kongo, der bürgerkrieg um coltan usw.).
 

BrettonWoods

Geheimer Meister
5. Juni 2003
304
Das "humanitäre" Interesse am Sudan gilt den Bodenschätzen.
http://netzwerk-regenbogen.de/sudan040604.html

http://www.ariva.de/board/194264/th...talk&search_id=&search_full=&322&jump=1487054

Kurz zuvor hatte sich die Staatssekretärin im Auswärtigen Amt (AA), Kerstin Müller (Die Grünen), dort aufgehalten. Sie werde ,,die Fortschritte im gesamtsudanesischen Friedensprozess mit Vertretern der kenianischen Regierung und den Konfliktparteien erörtern", hieß es damals in einer Ankündigung des AA.
Unterdessen verschärft die Berliner Regierung ihren einseitigen Druck auf Khartum und schwächt damit die Position der Zentralregierung. Wie der UN-Koordinator für Nothilfe in Krisengebieten, Jan Egeland, betont, sind die Übergriffe in Darfur ,,nicht nur die Schuld der Regierung. Es gibt dort viele Milizen und andere Kräfte."4) Die Staatssekretärin im AA verlangt hingegen einen UN-Sanktionsbeschluss nur gegen die sudanesische Regierung.
http://www.german-foreign-policy.com/de/news/article/1090104625.php
 

Wodan

Geheimer Meister
22. Juni 2002
336
Natürlich gehts um wirtschaftliche interessen!

Komischerweise fällt soetwas den meisten deutschen nur bei Frankreich oder den USA auf...

Das unsere Nation besser sei hört sich für mich ein bisschen blind an...
 

Pfeifenkopf

Geheimer Meister
28. Januar 2004
204
Eine Übersicht der Konzessionen im Sudan (aus der Wikipedia):

Sudan_oelgas.png


Die Stadt Juba, von der aus die Eisenbahnstrecke nach Süden führen soll, liegt in der Provinz Bahr El-Jabal, auf der Karte ungefähr bei dem "h" von "Bahr", also unmittelbar an dem grossen Fördergebiet "5", dessen Konzession Total-Fina-Elf hält.

Wenn der Einfluss der mit China verbündeten Zentralregierung im Süden schwächer wird, kann die Strecke in Betrieb genommen werden und man wäre nicht mehr auf die von chinesischen Soldaten bewachte Pipeline angewiesen. Sollte der Süden inkl. Darfur sogar unabhängig (oder die Zentralregierung gestürzt) werden, müssten wohl auch die Förderkonzessionen neu verhandelt werden. Die Chinesen blieben eventuell auf ihrer Pipeline sitzen und hätten eine dringend benötigte Erdölquelle weniger.

Die Amerikaner unterstützen wohl seit 1989 die Rebellen im Süden und Westen, nachdem sie vorher lange die Herrscher in Khartoum gefördert hatten. Allen Beteiligten ist daran gelegen, dass die Bewohner aus den Fördergebieten verschwinden.

Peter Scholl-Latour schreibt zwischen viel reaktionärem Geschwafel dazu in "Afrikanische Totenklage" (2001):
Der Krieg um den Sudan, so hatte mir ein katholischer Missionar schon vor unserem Aufbruch aus dem Grenzort Lokichokio in Nord-Kenia gesagt, wird längst nicht mehr im Namen der Religion - Halbmond gegen Kreuz - geführt, sondern es geht mit wachsender Unerbittlichkeit um die Besitznahme der riesigen Ölfelder, die im »Sudd« des Bahr el-Ghazal, des Gazellen-Flusses, geortet wurden und deren Umfang mit dem Reichtum Nigerias vergleichbar sein soll. Im Umkreis der Flecken Aweil und vor allem Bentiu [dort beginnt die Pipeline nach Norden] ist die Ausbeute bereits gewinnbringend in Gang. - »Wo ein Aas ist, da sammeln sich die Geier«, zitierte der Geistliche die Heilige Schrift.
Die Amerikaner, die anfangs im Wettstreit um das Schwarze Gold mit Chevron die Nase vorn hatten, fielen zurück, ließen sich durch die kanadische Tarn-Firma »Talisman« vertreten, als ihre Frontstellung gegen die angeblichen Terroraktivitäten des islamistischen Regimes von Khartum zu gezielten Kampfeinsätzen, sogenannten »covered actions« der CIA mit Hilfe der ugandischen Armee überging. Die Sowjetunion war als Gegengewicht nicht mehr vorhanden, da trat plötzlich und überraschend ein neuer »global player« auf den Plan, die Volksrepublik China, die im Verbund mit Malaysia in Rekordzeit den Bau einer Pipeline über 1500 Kilometer von Bentiu bis Port Sudan vollendete und heute bereits in der Lage ist, 250 000 Barrel Rohöl pro Tag zum Hafen am Roten Meer zu pumpen. Bei den undurchsichtigen Beteiligungen an den diversen Konsortien stehen die Erben Mao Zedongs im Begriff, sich den Löwenanteil zu sichern, während die Franzosen, die mit Total-Fina-Elf bei Melut eine Konzession erworben haben, mit ihren Bohrungen noch nicht beginnen konnten. Für sie klingt die Nachbarschaft des Fleckens Faschoda wie ein böses Omen.
Der grauhaarige schwarze Dorfvorsteher [von Turalei im Norden des Bahr el-Ghazal], mit dem ich am Ende doch noch ins Gespräch komme, ist von Sorgen geplagt. »Wenn die Erdöl-Ingenieure bei uns auftauchen, werden sie zunächst aus Sicherheitsgründen die gesamte Bevölkerung vertreiben und sich in ihren Förderanlagen wie in Festungen verschanzen. Bisher hatten wir andere Ängste«, fährt er fort; »da kamen zur Trockenzeit die ›Murahilin‹ , die arabisierten Nomaden des Kordofan herangeritten und plünderten, was immer sie vorfanden.«
Diese Nomaden sind nun bis an die Zähne bewaffnet und werden von wem auch immer als Hilfsarmee verwendet, um die Rebellen im Süden und in Darfur im Zaum zu halten.
Über die Geschichte der Reitermilizen und des Darfur-Konflikts: "Als die Reiter Gewehre erhielten".

Elsässer schreibt im tp-Artikel:
Gerade als beide Seiten im letzten Jahr Verhandlungen begonnen hatten, griffen die mit den Südrebellen verbündeten Aufständischen in der Westprovinz Darfur zu den Waffen. So von zwei Seiten in die Zange genommen willigte die Regierung in Khartum Ende Mai 2004 schließlich in einen Friedensvertrag ein, der den Südrebellen nach einer Übergangsfrist die Ausrufung eines eigenen Staates ermöglicht - und damit die Kontrolle über das Öl.[...]
Ein Wettlauf mit der Zeit: Wird zuerst die von dem maßgeblich chinesischen Konsortium geplante Nordpipeline fertig, die den Sudan unter der gegenwärtigen Regierung stabilisieren könnte? Oder die deutsche Eisenbahnlinie nach Süden, die ihn vielleicht zerreißen könnte? Je mehr die Regierung in Khartum durch westliche Einmischung destabilisiert wird, um so wahrscheinlicher wird die zweite Variante.
Nach dem Friedensvertrag und der Aussicht auf einen unabhängigen Südsudan geht es jetzt für die Europäer darum, möglichst schnell und störungsfrei mit der Erschliessung des Südens zu beginnen. Die Unterstützung durch westliche Truppen könnte da recht nützlich sein. Bei Thormählen jedenfalls steht alles bereit:
29. Juli 2004

"Mit Löwen werden wir wohl keine Probleme haben", sagt Steffen Ralfs vom Schienenbau-Unternehmen Thormählen in Bad Oldesloe (Kreis Stormarn), "aber stellenweise wird es sicher wild werden."

Damit meint er vor allem die unerschlossene Gegend im Sudan. Am Ende von gut 20 Jahren Bürgerkrieg zwischen Regierungstreuen und Rebellen im nichtarabischen Süden steht das Land vor einer immensen Aufgabe. Es gibt weder Straßen noch ein Strom- oder Wassernetz. "Die Bahnstrecke könnte die Hauptlebensader des Südsudan werden", sagt Ralfs.

Die Rebellen der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung SPLM haben großes Interesse an dem Projekt, weil auf diesem Weg Öl an die Küste transportiert werden soll. Die Ölvorkommen im Südsudan waren einer der Gründe für den Bürgerkrieg. Bei den Friedensverhandlungen hatten beide Seiten sich geeinigt, dass ihnen die Öl-Einkünfte künftig je zur Hälfte zustehen. Doch bislang führen die Ölleitungen aus dem Süden nur in Richtung Norden.

Dass sich ausgerechnet das Unternehmen aus Bad Oldesloe den Auftrag gesichert hat, liegt an der persönlichen Bekanntschaft des Firmenchefs Klaus Thormählen und des in Deutschland lebenden SPLM-Funktionärs Costello Garang Ring. Garang ist für die internationalen Kontakte der SPLM zuständig.

Sobald der Friedensvertrag unterzeichnet und eine eigene Regierung für den Südsudan im Amt ist, soll der Bau der Bahnlinie beginnen.

Quelle
 

streicher

Ritter Rosenkreuzer
15. April 2002
2.739
Sudan-Eingriff und Sudan-Geschäfte - die Interessen an der Zukunft im Sudan gehen auseinander, doch welche Motive führen nun zum Eingriff?
Der Kasseler Friedensforscher Dr. Peter Strutynski weist auf das Interesse verschiedener Länder am Erdöl im Sudan hin. Außerdem sei ein deutsches Industriekonsortium an einem milliardenschweren Geschäft im Sudan interessiert, das nicht mit der Zentralregierung, sondern mit einer Rebellengruppe vereinbart worden sei. Transport-Geschäfte
Keine Frage: der Frieden muss zurück in den Sudan. In der Wirtschaft wird allerdings mit einem interessanten Szenario gerechnet:
Die Sudan People's Liberation Army (SPLA) hat der Neuen Züricher Zeitung zufolge mit der deutschen Gleisbau-Firma Thormählen im September einen Vorvertrag für den Bau eines Schienennetzes von 4000 Kilometern Länge im Südsudan geschlossen. Thormählen habe dabei die sudanesische Regierung ignoriert. Der Chef der Firma, Klaus Thormählen, soll zuversichtlich von einer Abspaltung des Südens von der Zentralregierung gesprochen haben: "Beim Abschluss eines endgültigen Friedensabkommens, wie er noch vor Ende dieses Jahres geplant ist, wird der Süden autonom, erhält die Hälfte der Öleinnahmen und kann den Aufbau seiner Infrastruktur selbst planen."
Die Firma Thormählen rühmt sich sogar, die zukünftige Regierung des Südens zu kennen. Eine Ummünzung in eigene Interessen - klarer kann es nicht ersichtlich sein.

Ein andere Experte meldet sich noch zu Worte:
Stefan Kröpelin, laut Strutynski "einer der besten Kenner der sudanesischen Verhältnisse", habe hierzu schon länger starke Zweifel angemeldet. Das Chaos und das Massensterben in Darfur würden seit geraumer Zeit gerade von deutschen Politikern maßlos übertrieben. "Von Völkermord kann keine Rede sein und was die Region am wenigsten braucht, ist Militär."
Das klingt allerdings schon ein wenig sehr schräg: das Massensterben würde (...) übertrieben - waren es denn nun keine Zehntausende? Wie gebietet man einem Massensterben Einhalt? Und was wäre passiert, wenn die Weltaufmerksamkeit nicht auf den Sudan gelenkt worden wäre? Allerdings bekommt man den Eindruck, dass sich schädigende Mühlen im Sudan weiterdrehen. Der Bereich "Humanitär" bekommt wohl nicht so viele Prozentpunkte, wie man es sich erhoffte.
 

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