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DerSkeptiker

Kommunikation: Die Quelle unseres (Miss-)Verständnisses

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von am 31.01.2012 um 11:29 (805 Hits)
Was ist eigentlich Kommunikation? Die Definitionen gehen bei diesem Begriff auseinander wie Hefeteig und sind meiste genauso aufgeblasen.Schlicht gesagt ist Kommunikation nur das Senden und Empfangen von Reizen und Informationen die von einem Medium (hier zähle ich Mitmenschen dazu) ausgehen.

Sender----------------->Empfänger

nach Interpretation und Auswertung wechseln die Rollen:

Empfänger<----------------Sender

Das gilt nicht nur fürs sprechen. A zeigt B den Mittelfinger ist auch schon Kommunikation (nonverbale).
Die Interpretation ist dabei ein ausschlaggebender wenn nicht sogar der einzige ausschlaggebende Faktor des ganzen.

A kann zu B "Na klasse" sagen. B kann es als Lob verstehen oder als ironischen Kommentar gehört haben. Aber beides ist Interpretation. Was A damit sagen wollte kommt in Zweifelsfall erst raus wenn man nachfragt. Doch auch die Antworten auf die Frage könnten falsch interpretiert werden. Deshalb ist hier Ehrlichkeit und Offeneheit notwendig.

Wichtig bei der Kommunikation ist es sich selbst klar zu machen welches Motiv man für die Führung eines gesprächs hat. Wenn es das "Wie geht es" am morgendlichen Gang zum Kaffeeautomaten im Büro ist, welches man dem Kollegen zuruft, ist das Motiv entweder "ich will das er mich auch fragt, damit ich ihm von der Blonden erzählen kann" oder "er ist ein guter mensch, ich will wissen wie es ihm geht, damit ich helfen kann wenn etwas unschönes passiert ist" oder sogar: "ist mir eigentlich scheiß egal wie es ihm geht, aber mein abteilungsleiter sagte ich sollte mich mehr ins Team einbringen".

Das alles sind Motive. Motive bestimmen den Verlauf eines Gesprächs. Im ersten Fall arbeite ich darauf hin selbst etwas berichten zu können und werde darauf hinaus arbeiten. Im zweiten Fall habe ich Interesse am Wohlbefinden einer Person und werde versuchen herauszufinden ob ich etwas für die Person tun kann. Im dritten Fall wird dem gespräch schnell der Gesprächsstoff ausgehen, da ich kein wirkliches interesse an der Kommunikation habe, sondern daran bemerkt zu werden.

Wir brauchen für ein erfolgreiches Gespräch also erst einmal Bewusstsein über unser Motiv. Denn selbst wenn ich weiß dass mich im 3ten Fall nicht das Wohlbefinden interessiert sondern die positivere bewertung des Abteilungsleiters, dann kann ich das Gespräch trotz allem führen ohne den "Desinteressiert"-Eindruck zu hinterlassen.
und wer weiß, vielleicht ergeben sich auf dieem Wege ganz neue Bekanntschaften oder produktivere Zusammenarbeit.

Des Weiteren müssen wir bei der Kommunikation darauf achten, ob der Empfänger zeichen einer Fehlinterpretation zeigt. Ob das unser Gegenüber ist oder wir selbst, spielt dabei keine Rolle. Wenn es so ist, nachfragen! "Ich glaube du hast mich falsch verstanden" oder noch besser "Ich habe mich gerade missverständlich ausgedrückt, denn es scheint ein Missverständnis zu geben", oder "Habe ich das richtig verstanden, dass du mir damit sagen möchtest, dass...."

Kommunikation ist genauso vielfältig wie die Menschen die daran Teilnehmen. Das zu verstehen ist wichtig, denn man kann keinem Gespräch eine Maßgeschneiderte Standard-Schablone aufzwingen.

Mit diesem Bewusstsein lassen sich oft schon Missverständnisse vermeiden oder im Keim ersticken, was auch bei Foren einen positiven Nebeneffekt hat

Liebe Grüße
DerSkeptiker
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Kommentare

  1. Benutzerbild von Der Optimist
    ich geb dir in vielen punkten Recht. Aber nur in einer Sache nicht. Kommunikation ist nicht mehr vielfältig. Wir haben nur noch Facebook.
    Wir sagen unserer Freundin nicht mehr das Schluss ist, sondern wir stellen einfach unseren Status um von "In einer Beziehung" auf "Single".
    Als wir noch klein waren haben unsere Mütter uns Einladungen zu unserer Geburtstagsparty für unsere Freunde geschrieben (jedenfalls war das bei mir so ich weiß ja nicht was bei anderen los war). Jetzt klicken wir 2 mal schreiben den originellen Text "Saufen bis zum Umfallen" drunter und schicken das an wen wir wollen. Kommunikation ist so gut wie tot.
  2. Benutzerbild von DerSkeptiker
    Zitat Zitat von Der Optimist
    ich geb dir in vielen punkten Recht. Aber nur in einer Sache nicht. Kommunikation ist nicht mehr vielfältig. Wir haben nur noch Facebook.
    Wir sagen unserer Freundin nicht mehr das Schluss ist, sondern wir stellen einfach unseren Status um von "In einer Beziehung" auf "Single".
    Als wir noch klein waren haben unsere Mütter uns Einladungen zu unserer Geburtstagsparty für unsere Freunde geschrieben (jedenfalls war das bei mir so ich weiß ja nicht was bei anderen los war). Jetzt klicken wir 2 mal schreiben den originellen Text "Saufen bis zum Umfallen" drunter und schicken das an wen wir wollen. Kommunikation ist so gut wie tot.
    Schreiben wir gerade Über Facebook, oder schreibst du deinem Chef über Facebook? Oder er dir? Oder schreibst du dem kellner eine SMS mit deiner Bestellung? hast du einen Kunden schonmal über Facebook geworben bzw ihm etwas verkauft?

    Die Kommunikation ist sicher elektrischer als vor 20 Jahren. Aber auch am telefon, per Mail oder SMS sollte man diese grundsätze beachten. Gerade texte lassen sich dank fehlender betonug oft fehlinterpretieren.